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Real will bestimmte Plastikbeutel abschaffen – Kritik von Umweltexperten


Experten kritisieren  

Real will bestimmte Plastikbeutel abschaffen

25.02.2019, 18:24 Uhr

Real will bestimmte Plastikbeutel abschaffen – Kritik von Umweltexperten. Kundin nutzt in einem Real-Geschäft ein Mehrwegnetz am Obstand: Die Verbrauchermarktkette Real will bis Ende 2020 die Plastikbeutel in der Obst- und Gemüseabteilung abschaffen. (Quelle: dpa/real GmbH)

Kundin nutzt in einem Real-Geschäft ein Mehrwegnetz am Obstand: Die Verbrauchermarktkette Real will bis Ende 2020 die Plastikbeutel in der Obst- und Gemüseabteilung abschaffen. (Quelle: real GmbH/dpa)

Real will Schluss machen mit Plastikbeuteln – in gewissen Abteilungen. Doch Umweltexperten sagen: Die Alternativen zur Plastiktüte sind schlechter. 

Die Verbrauchermarktkette Real will bis Ende 2020 die Plastikbeutel in der Obst- und Gemüseabteilung abschaffen. Damit wolle das Unternehmen rund 70 Millionen Plastikbeutel einsparen, berichtet die Handelskette. Andere große Handelsketten zögern noch mit diesem Schritt. Tatsächlich sehen auch Umweltschützer die Pläne von Real nicht nur positiv.

Nachhaltigkeit für Kunden immer wichtiger

"Nachhaltigkeit spielt für unsere Kunden im Lebensmitteleinzelhandel eine immer größere Rolle", begründet Real Chef Patrick Müller-Sarmiento den Schritt der zum Metro-Konzern METRO AG   ST O.N. Aktie gehörenden Handelskette. "Die Menschen wollen heute nicht mehr nur Gutes essen, sie wollen das auch mit gutem Gewissen tun."

Real will durch den Schritt mehr als 140 Tonnen Kunststoffe einsparen. Gemessen am Gesamtverbrauch wäre die Einsparung von 70 Millionen Plastikbeuteln allerdings eher gering. Denn jährlich werden bundesweit nach Angaben des Bundesumweltamtes mehr als drei Milliarden dieser Beutel verbraucht.

BUND sieht Reals Pläne kritisch

Ersetzt werden sollen die dünnen Plastikbeutel – im Fachjargon Hemdchen- oder Knotenbeutel genannt – bei Real durch kostenlose Tüten aus recyceltem Papier, wie man sie vor allem vom Wochenmarkt kennt. Außerdem will das Unternehmen waschbare Mehrwegnetze anbieten, die der Kunde allerdings kaufen muss.

Der Schritt von Real ist nicht unumstritten. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) etwa sieht den Schritt von Real durchaus kritisch. Der BUND-Experte für technischen Umweltschutz Rolf Buschmann betont, zwar seien Papierbeutel, wenn sie in die Umwelt gelangten, deutlich leichter abbaubar als Plastikbeutel. Doch insgesamt sei ihre Ökobilanz, wenn sie nur einmal benutzt würden, schlechter als die der Plastiktüten. Für die Herstellung von Papiertüten werde mehr Energie und mehr Wasser verbraucht als für die Produkte aus Plastik.

Edeka will Kunden sensibilisieren

Andere große deutsche Händler schrecken bislang  auch vor einem solchen Schritt zurück. "Plastik einfach durch Papier zu ersetzen, ist nicht unbedingt die ökologisch sinnvollste Lösung. Denn auch der Einsatz von Papier erfordert Ressourcen", sagt ein Edeka-Sprecher.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler bietet den Kunden deshalb Mehrwegnetze als Alternative zum Knotenbeutel an und versucht sie zu sensibilisieren, häufiger einmal ganz auf einen Beutel zu verzichten. "Wir haben innerhalb der letzten drei Jahre bereits rund 95 Millionen Plastikbeutel eingespart", bilanziert der Edeka-Sprecher.

BUND: Möglichst ganz auf Verpackung verzichten

Auch Rewe versucht die Kunden vom Vorteil wiederverwendbarer Mehrwegfrischenetze zu überzeugen und bietet sie ab Ende April auch in seiner Discountkette Penny an. Aldi Süd testet in eine Reihe von Filialen Papiertüten und waschbare Mehrwegnetze als Alternative zu den Knotenbeuteln. Die Besonderheit: Der Discounter verkauft die Mehrwegnetze nicht nur, er untersucht auch, ob es sinnvoll ist, sie nur für den Weg von der Obstabteilung bis zur Kasse einzusetzen.

Auch Aldi Nord betont: "Wir sind uns dessen bewusst, dass der Knotenbeutel langfristig durch nachhaltigere Alternativen ergänzt werden sollte." Und eine Lidl-Sprecherin erklärt, der Billiganbieter arbeite "an Alternativen zu den dünnwandigen Knotenbeuteln".

Der BUND-Experte Buschmann plädierte unterdessen dafür, möglichst ganz auf die zusätzliche Verpackung zu verzichten. "Die Sinnfrage bei den Plastikbeuteln und Papiertüten muss grundsätzlich gestellt werden", verlangt er.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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