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Betrug oder Marktmanipulation? Wirtschaftskrimi um Wirecard


Betrug oder Marktmanipulation?  

Wirtschaftskrimi um den Zahlungsabwickler Wirecard

14.03.2019, 13:55 Uhr | sm, t-online.de

Betrug oder Marktmanipulation? Wirtschaftskrimi um Wirecard. Wirecard AG: Schwere Vorwürfe gegen das börsennotierte und weltweit tätige Technologie- und Finanzdienstleistungs-Unternehmen. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Wirecard AG: Schwere Vorwürfe gegen das börsennotierte und weltweit tätige Technologie- und Finanzdienstleistungs-Unternehmen. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Nach Medienberichten über mögliche Bilanztricksereien befindet sich die Wirecard-Aktie auf einer Berg- und Talfahrt. Nun wurden Details zum Vorgehen der Behörden in Singapur bekannt.

In Singapur wird laut Staatsanwaltschaft gegen mehrere Wirecard-Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Betrug, Fälschung von Verträgen, Geldwäsche und der Buchung fiktiver Umsätze ermittelt. Auch gegen den Geschäftsführer von Wirecard WIRECARD AG Aktie Asien laufen Untersuchungen.

Staatsanwaltschaft in Singapur erhebt schwere Vorwürfe

Anfang Februar berichtete die "Financial Times" über mögliche Geldwäsche und Bilanzierungstricks einer Tochtergesellschaft in Singapur. Jetzt liegen unter anderem der Wochenzeitung "Die Zeit" Unterlagen vor, laut denen die Staatsanwaltschaft in Singapur dem Unternehmen vorwirft, die "legitimen Ermittlungen zu beeinflussen" und "die Ausübung polizeilicher Arbeit zu ersticken". 

Wirecard hat die Anschuldigungen als unbegründet zurückgewiesen und geht juristisch gegen die dortigen Behörden vor, um die bei einer Durchsuchung beschlagnahmten Dokumente (E-Mails sowie 229 Kisten mit Unterlagen) zurückzuerlangen. Wirecard erklärt, "vollumfänglich mit den Behörden" zu kooperieren.

Singapurer Wirecard-Manager beurlaubt

Der im Zentrum der Negativschlagzeilen stehende Manager, dem finanzielle Unregelmäßigkeiten vorgeworfen werden – die "Financial Times" spricht von kriminellen Machenschaften – wurde vom Zahlungsabwickler Wirecard beurlaubt. "Der Mitarbeiter ist freigestellt bis zum Ende der Untersuchung. Dies ist ein völlig normaler Prozess", sagt der Chef das DAX-Unternehmens Markus Braun der Nachrichtenagentur Reuters und bestätigt damit entsprechende Marktgerüchte.

Der Mitarbeiter sei seit einigen Wochen von seiner Arbeit entbunden. Er rechne damit, dass die Vorwürfe bald endgültig ausgeräumt würden, so dass das Tagesgeschäft wieder im Vordergrund stehe, so Braun: "Unser operatives Geschäft läuft hervorragend."

Wirecard-Niederlassung durchsucht

Nach dem "FT"-Bericht hatte die Polizei in Singapur die dortige Niederlassung von Wirecard durchsucht. Einem örtlichen Medienbericht zufolge wehrte sich Wirecard juristisch gegen das Vorgehen der Behörden. Braun erklärte dazu, er habe keine Zweifel an deren Vorgehen und zeige sich kooperativ. "Wir haben vollstes Vertrauen in die Arbeit der Behörden und in die rechtlichen Abläufe."

Wirecard zeigt sich zuversichtlich. Seitens des Unternehmens wurden die Anschuldigungen von Anfang an als unbegründet zurückgewiesen. "Das Ergebnis der internen Überprüfung war, dass die Vorwürfe ganz klar entkräftet wurden", so Braun. "Deswegen sind wir sehr optimistisch, was den Ausgang der externen Prüfung betrifft." Braun bekräftigte, er rechne mit einem raschen Abschluss. "Das Ergebnis dieser Prüfung werden wir veröffentlichen."

BaFin prüft Verdacht auf Marktmanipulation

Nach dem "FT"-Bericht sackte die Wirecard-Aktie von 170 auf 90 Euro. Zunächst erholte sich der DAX-Wert wieder auf 136 Euro. Die jüngsten Meldungen ließen den Kurs erneut auf knapp 120 Euro abrutschen.

Da derartige Ausschläge bei DAX-Unternehmen sehr ungewöhnlich sind, überprüfen die Finanzaufsicht Bafin und die Münchner Staatsanwaltschaft, ob gezielte Manipulation dahinter steckt. Wirecard hat die Berichte mehrfach zurückgewiesen. Bereits in der Vergangenheit waren frühere Anschuldigungen vom Unternehmen abgeprallt. Operativ fuhr das Unternehmen weitere Rekordergebnisse ein.

Wirecard sitzt im Münchner Vorort Aschheim und stellt Schnittstellen für elektronisches und bargeldloses Bezahlen per Handy her, das Unternehmen kooperiert dabei mit Apple Apple Inc. Aktie, Google Alphabet Inc. A Aktie, Visa Visa Inc Aktie, den chinesischen Unternehmen Alipay und Tencent TENCENT HLDGS   HD-,00002 Aktie und anderen Größen der Finanzbranche. Das Unternehmen gilt als eine der wenigen deutschen Erfolgsgeschichten in der Digitalisierung, hat jedoch seit Jahren mit Attacken von Börsenspekulanten zu kämpfen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, Reuters, ots, sid

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