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ANALYSE/Societe Generale: Nikkei hängt nicht mehr so stark am Yen


ANALYSE/Societe Generale: Nikkei hängt nicht mehr so stark am Yen

03.04.2019, 14:27 Uhr | dpa-AFX

PARIS (dpa-AFX) - Der japanische Leitindex Nikkei-225-Index steigt, wenn die Landeswährung Yen fällt. Diese alte Marktweisheit habe zuletzt an Relevanz verloren, wie die französische Bank Societe Generale am Mittwoch in einer Studie ausführte. "In den vergangenen beiden Jahren hat diese Relation nachgelassen", sagte Devisenexperte Frank Benzimra.

Die grundsätzlich hohe Korrelation des japanischen Aktienmarktes und des Yen sei unter anderem in der ungewöhnlich hohen Abhängigkeit japanischer Unternehmen von der globalen Konjunktur begründet, erläuterte Benzimra. Beinahe die Hälfte der börsengelisteten Unternehmen Japans seien vom weltweiten Konjunkturzyklus abhängig.

Zuletzt sei jedoch der Beitrag der inländischen Nachfrage zum Wachstum gestiegen, sagte der Analyst. Die Korrelation von Nikkei und Yen habe mithin nachgelassen. Die Geldschwemme der japanischen Notenbank seit dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers und der dadurch ausgelösten Finanzkrise habe die Inlandsnachfrage ebenso gestützt wie die stark auf Wachstum und Deregulierung setzende Politik des Premierminsters Shinzo Abe.

Aus Sicht von Investoren gilt Japans Währung als sicherer Hafen und somit als Mittel zur Finanzierung. Wird der Yen "billiger", sind die Finanzmärkte risikobereiter - und investieren in Aktien. Wertet der Yen hingegen auf, nimmt die Risikobereitschaft tendenziell ab und damit auch die Attraktivität von Aktien.

Die Schwankungsfreude des Yen, seine Volatilität, ist laut Benzimra zuletzt aber auf ein mehrjähriges Tief gefallen. Das spreche für eine starke Gegenbewegung, höhere Kursausschläge der Währung und einen wieder deutlich festeren Yen.

Eine dritte Ursache für die zuletzt geringere Abhängigkeit des Nikkei vom Yen sieht Benzimra im Anlageverhalten ausländischer Investoren. Diese sicherten ihre Käufe japanischer Aktien durch Verkäufe der japanischen Währung ab. Hedging lautet der Fachterminus für diese Absicherungen. Weil ausländische Anleger in den vergangenen Jahren aber weniger in japanische Aktien investiert hätten, habe auch der Bedarf an Absicherungen durch Yen-Verkäufe nachgelassen. Auch dadurch habe sich die Bindung des Nikkei an den Yen gelockert.

Eine vollständige Auflösung der Nikkei-Yen-Korrelation steht dem Experten bis auf weiteres jedoch nicht an. Denn dafür müsste die Bank of Japan wieder zu einer "normalen" Geldpolitik zurückkehren. Dem stünden aber nach wie vor eine niedrige Inflation und niedrige Kapitalmarktzinsen gegenüber.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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