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Türkei: Neuwahlen befürchtet – Lira gerät erneut unter Druck


Neuwahlen befürchtet  

Türkische Lira gerät erneut unter Druck

08.04.2019, 19:57 Uhr | sm, rtr, dpa

Türkei: Neuwahlen befürchtet – Lira gerät erneut unter Druck. Türkische Lira: Die türkische Währung verliert gegenüber dem Euro und dem US-Dollar weiter an Wert. (Quelle: Getty Images/Mehmet Kalkan)

Türkische Lira: Die türkische Währung verliert gegenüber dem Euro und dem US-Dollar weiter an Wert. (Quelle: Mehmet Kalkan/Getty Images)

Die türkische Lira gerät zu Wochenbeginn unter Druck. Sie verlor zu US-Dollar und Euro jeweils gut ein Prozent an Wert. Grund ist der Einspruch der Regierungspartei AKP gegen die Wahlausgang in Istanbul und Ankara.

Der Ausgang der Kommunalwahl in Istanbul hat an den Märkten für Unruhe gesorgt. Die heimische Währung Lira wertete ab und die Aktienkurse gaben nach, nachdem Staatschef Recep Tayyip Erdogan am Montag von "organisierter Kriminalität" im Zusammenhang mit der drohenden Niederlage seiner AKP bei der Kommunalwahl in Istanbul sprach. Dort hatte sich bisherigen Ergebnissen zufolge die oppositionelle CHP knapp durchgesetzt. Beobachter schließen aus Erdogans Äußerungen, dass es zu einer Neuwahl kommen könnte.

Einspruch Erdogans gegen Wahlausgang

"Die Bürger fordern uns auf, ihre Rechte zu schützen", sagte Erdogan auf einer Pressekonferenz in Istanbul. "Sie beklagen sich über organisiertes Verbrechen." Der Bürgermeisterkandidat der CHP, Ekrem Imamoglu, sagte, er führe mit rund 15.500 Stimmen Vorsprung. 95 Prozent der Teilnachzählung seien abgeschlossen. "Niemand hat das Recht, in einer Stadt mit zehn Millionen Wählern und einem Vorsprung von 13.000 bis 14.000 Stimmen in Siegeslaune zu kommen", sagte Erdogan dazu. "Erst wenn die Berufungen abgeschlossen sind, werden wir das Ergebnis akzeptieren."

Kommunalwahlen in der Türkei: Präsident Erdogan will die Niederlage seiner AKP in Istanbul auf keinen Fall anerkennen. (Quelle: Reuters)

An der türkischen Börse geht es bergab

Der Streit um die Ergebnisse der Kommunalwahlen versetzte Anleger in Unruhe. Sie zogen sich erneut aus der Währung des Landes zurück. Im Gegenzug verteuerte sich der Dollar um bis zu 1,5 Prozent auf 5,7107 Lira, der Euro gewann 1,6 Prozent auf 6,4172 Lira. Türkische Anleihen flogen ebenfalls aus den Depots. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Titel auf 17,050 von 16,640 Prozent.

Der Aktienindex der Istanbuler Börse rutschte um zwei Prozent ab. Börsianern zufolge fürchteten Anleger wegen des knappen Ausgangs eine erneute Bürgermeisterwahl in der Millionen-Metropole Istanbul.

Unterdessen kündigte die türkische Notenbank an, ihr herkömmliches einwöchiges Refinanzierungsgeschäft zum Leitzins von 24 Prozent wieder aufzunehmen. Die Zentralbank hatte das Geschäft vor wenigen Wochen ausgesetzt, um die türkische Lira zu stabilisieren.

Opposition auch in Ankara vorn

Auch in der Hauptstadt Ankara hat sich die Opposition durchgesetzt. Der Verlust der beiden Großstädte wäre inbesondere für Erdogan, der sich stark im Wahlkampf engagiert hatte, eine Schlappe. In Istanbul hatte er in den 1990er Jahren als Bürgermeister seine politische Karriere begonnen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters, dpa

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