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US-Banken ziehen Europas Geldhäusern davon


Eine andere Liga  

US-Banken ziehen Europas Geldhäusern davon

23.04.2019, 11:49 Uhr | dpa-AFX

US-Banken ziehen Europas Geldhäusern davon. Skyline von Frankfurt am Main: Die deutschen Banken hinken der US-Konkurrenz hinterher. (Quelle: Getty Images/johny007pan)

Skyline von Frankfurt am Main: Die deutschen Banken hinken der US-Konkurrenz hinterher. (Quelle: johny007pan/Getty Images)

Europas Großbanken verlieren gegenüber der Konkurrenz aus den USA weiter an Boden. Die zehn größten US-Häuser verdienten im vergangenen Jahr zusammen gut zweieinhalb mal so viel wie ihre Wettbewerber in Europa.

Die zehn größten europäischen Banken haben ihren Gewinn zum Vorjahr – gemessen an der Bilanzsumme – um 35 Prozent auf insgesamt 52 Milliarden Euro verbessert. Die Institute jenseits des Atlantiks zogen mit einem Plus von 88 Prozent auf umgerechnet 138 Milliarden Euro davon. Das geht aus einer Untersuchung des Beratungs- und Prüfungsunternehmens EY hervor.

Niedrigzinsen und Konjunktur drücken in Europa den Gewinn

Die Geldinstitute in Europa spürten nach wie vor kräftigen Gegenwind, vor allem die Banken im Euroraum: "Sie leiden unter der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank und müssen sogar hohe Strafzinsen auf Einlagen zahlen", erläuterte EY-Experte Claus-Peter Wagner. Eine schwächelnde Konjunktur bremse zusätzlich das Geschäft. Auch litten viele Institute noch immer unter Altlasten.

Die US-Regierung hatte den Banken nach der Finanzkrise 2007/2008 zwangsweise Staatsgeld verordnet – und sorgte so nach Ansicht vieler Experten dafür, dass sich die dortige Finanzbranche deutlich schneller erholte.

Im vergangenen Jahr profitierten die US-Banken Wagner zufolge allerdings auch von Sondereffekten der US-Steuerreform. Zugleich sorgten steigende Zinsen für höhere Zinseinnahmen. Der Zinsüberschuss ist eine wichtige Ertragsquellen der Geldhäuser.

Deutsche Geldhäuser unter ferner liefen

Das gewinnstärkste Institut war den Angaben zufolge die US-Großbank JPMorgan JPMorgan Chase & Co. Aktie Chase, die nach Steuern 28 Milliarden Euro verdiente. In Europa lag die britische HSBC mit knapp 12 Milliarden Euro vorn. Das einzige deutsche Geldhaus unter Europas Top Ten, die Deutsche Bank DEUTSCHE BANK AG NA O.N. Aktie, kam unter dem Strich gerade einmal auf 267 Millionen Euro.

"Nach wie vor spielen die US-Institute beim Gewinn in einer anderen Liga" konstatierte Wagner. "Unterm Strich stehen die US-Banken mit einer deutlich höheren Profitabilität und einer besseren Eigenkapitalausstattung derzeit deutlich besser da."

In Europas Banken wird der Rotstift angesetzt

Der EY-Experte geht davon aus, dass sich das Umfeld für Europas Banken im laufenden Jahr nicht grundlegend verbessern wird: "Ein Ende der Niedrigzinsphase ist immer noch nicht absehbar, viele Banken erwirtschaften im Zinsgeschäft kaum noch oder gar keine Gewinne."


Zudem drohten die Unwägbarkeiten des Brexits die Wirtschaft zu lähmen. Die Folge: In den meisten Instituten werde der Rotstift angesetzt. "Wir werden weiterhin Stellenstreichungen und Filialschließungen sehen", prognostizierte EY-Experte Wagner.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX

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