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Bayer: Aktionäre nehmen Bayer-Chef wegen Monsanto-Übernahme auseinander


Hauptversammlung von Protesten begleitet  

Aktionäre nehmen Bayer-Chef Baumann wegen Monsanto-Übernahme auseinander

26.04.2019, 16:16 Uhr | AFP, dpa, t-online.de

 (Quelle: Reuters)
Bayer AG erhält Gegenwind bei Hauptversammlung

Als Reaktion auf die Übernahme von Monsanto demonstrieren Umweltschützer gegen den Konzern. Auch Aktionäre sind verärgert, einige wollen Bayer-Chef Werner Baumann das Vertrauen entziehen. (Quelle: Reuters)

Monsanto-Debakel: Bayer bekommt Gegenwind bei der Hauptversammlung. (Quelle: Reuters)


Die Chefetage des Agrarchemie- und Pharmakonzerns muss nach der Milliardenübernahme von Monsanto um die Rückendeckung der Aktionäre kämpfen. Bayer-Chef Werner Baumann stellt den Kauf des US-Konkurrenten als richtigen Schritt dar. Die Investoren sehen das anders.

Die Führung des Chemieriesen Bayer hat sich auf der Hauptversammlung in Bonn gegen die starke Kritik an der Übernahme von Monsanto verteidigt. Bayer müsse sich gegen "geradezu unglaubliche Vorwürfe" wehren, sagt Bayer-Chef Werner Baumann. Er betont abermals, der Unkrautvernichter Glyphosat sei nicht für die Krebserkrankungen der mehr als 13.000 Kläger in den USA verantwortlich. Der Vorstand habe die Risiken beim Monsanto-Kauf nicht unterschätzt, dies bewiesen auch zwei unabhängige Rechtsgutachten.

Rückendeckung erhielt Baumann von Aufsichtsratschef Werner Wenning. Die Monsanto-Übernahme sei ein "großer Erfolg" und er sei überzeugt, dass "die eingeschlagene Strategie der richtige Weg für Bayer ist", sagt Wenning. Der Vorstand habe den Kauf "angemessen und pflichtgemäß" geprüft.

Wertpapierbesitzer verloren rund 40 Milliarden Euro

Viele Anteilseigner meldeten aber Zweifel an. Sie sind vor allem angesichts der herben Kursverluste der Bayer-Aktie verärgert – sie verlor binnen eines Jahres rund 40 Prozent. Baumann nannte dies eine "übertriebene Kursreaktion". Sie spiegele nicht den wahren Wert des Unternehmens wider.

Der Aktionärsvertreter und Geschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Marc Tümmler, spricht dagegen von "Albträumen". Die Eigentümer hätten durch die Monsanto-Übernahme rund 40 Milliarden Euro verloren, weitere 15 Milliarden drohten durch die US-Klagen. Dazu kämen hohe Reputationsschäden für das Unternehmen.

Kritiker rechnen mit Übernahme von Bayer durch Konkurrenten

Auch nach Ansicht von Ingo Speich, Vertreter des Großaktionärs Deka, steht Bayer vor einem "Scherbenhaufen". "Innerhalb von zwei Jahren ist Bayer vom einstigen Pharmagiganten zu einem Zwerg mutiert", sagt Speich. Das Unternehmen drohe von Konkurrenten übernommen und zerschlagen zu werden. Speich und Union Investment als weiterer Großaktionär kündigen unter Applaus an, gegen die Entlastung des Vorstands zu stimmen.



Vor dem Kongresszentrum in Bonn versammelten sich nach Veranstalterangaben rund 650 Demonstranten. Sie streuten in Anspielung auf die umstrittenen Nebenwirkungen von Pestiziden tote Bienen auf dem Weg aus, über den die Aktionäre in die Halle gingen, und nebelten sie mit dem Rauch aus Imker-Smokern ein. Dazu skandierten hunderte Schüler von der Klimaschutzbewegung Fridays for Future: "Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut".

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen afp, dpa


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