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Türkische Lira fällt weiter – Notenbank greift ein


Währungskrise am Bosporus  

Trotz Notenbank-Reaktion: Türkische Lira bricht erneut ein

09.05.2019, 16:30 Uhr | sm, rtr, dpa

Türkische Lira fällt weiter – Notenbank greift ein. Türkische Banknoten: Die Lira gibt weiter nach. Investoren befürchten weitere Unsicherheiten bis zur Neuwahl in Istanbul. (Quelle: Getty Images/foto-ianniello)

Türkische Banknoten: Die Lira gibt weiter nach. Investoren befürchten weitere Unsicherheiten bis zur Neuwahl in Istanbul. (Quelle: foto-ianniello/Getty Images)

Die Wiederholung der Kommunalwahlen in Istanbul lastet auf der türkischen Währung. Die Nervosität der Anleger steigt. Das Vertrauen in die Wirtschaftspolitik schwindet weiter.

Der Kursrückgang der türkischen Lira hat am Donnerstag die Notenbank auf den Plan gerufen. Die Währungshüter setzten das wöchentliche Refinanzierungsgeschäft aus, um damit ihre Geldpolitik zu straffen und die Lira zu stützen.

Die türkische Währung hat zuletzt deutlich nachgegeben. Aktuell wird eine Lira mit 0,1425 Euro gehandelt und damit 1,56 Prozent unter dem Vortageswert. Gegenüber dem Dollar markiert die Lira sogar ein Acht-Monats-Tief. Auslöser der aktuellen Kurseinbußen ist die Wiederholung der Bürgermeisterwahl in Istanbul. Investoren befürchten, dass auf das Land Monate der Unsicherheit bis zum Urnengang am 23. Juni 2019 zukommen.

Türkische Notenbank zieht Notbremse

Seit der Entscheidung der Wahlbehörde vom Montag, die Bürgermeisterwahl in der Metropole Istanbul zu wiederholen, haben sich die Kursverluste verstärkt. Zum US-Dollar notiert die türkische Währung gegenwärtig so schwach wie letztmalig im September 2018. Seinerzeit hatte sich die Lira leicht von ihren schweren Verlusten im Sommer erholt, als sie unter anderem durch erhebliche politische Differenzen zwischen den USA und der Türkei belastet wurde.

Das Aussetzen von Refinanzierungsgeschäften ist eine Möglichkeit für Notenbanken, der Währung unter die Arme zu greifen. Das kann nur als Notfallmaßnahme gewertet werden. Bereits eine Woche vor der Kommunalwahl am 22. März 2019 hatte die türkische Notenbank die Währung gestützt. Seither hat die Lira jedoch mehr als zehn Prozent an Wert verloren.

Türkische Lira: Seit dem Tief im Februar dieses Jahres konnte die türkische Lira bis April 2019 wieder zulegen. Kurze Zeit später befindet sie sich wieder auf Talfahrt. (Quelle: statista)Türkische Lira: Seit dem Tief im Februar dieses Jahres konnte die türkische Lira bis April 2019 wieder zulegen. Kurze Zeit später befindet sie sich wieder auf Talfahrt. (Quelle: statista)

Kein Vertrauen in die Wirtschaftspolitik

Die Türkei steckt in einer Wirtschaftskrise. 2018 sank das Bruttoinlandsprodukt zwischen Oktober und Dezember binnen Jahresfrist um drei Prozent. Die Lira verlor im vergangenen Jahr rund 30 Prozent an Wert. Seit Anfang 2019 büßte sie elf Prozent an Wert ein.

Das grundlegende Problem ist jedoch die weiter schwindende Glaubwürdigkeit der türkischen Wirtschaftspolitik. Dies spiegelt sich auch in der anziehenden Inflation wider, die für weitere Unsicherheit bei den Türkei-Investoren sorgt.

Zwar fiel der Preisanstieg im April etwas geringer aus als von Analysten erwartet. Ein unklarer Kurs der türkischen Notenbank habe aber in den vergangenen Tagen für Nervosität unter Anlegern gesorgt, erläuterte Analyst Tatha Ghose von der Commerzbank. Die türkische Zentralbank hatte den Leitzins bei ihrer Zinsentscheidung Ende April 2019 konstant bei 24 Prozent gelassen und erwägt außerdem keine weitere Erhöhung.

Innenministerium setzt Interimsbürgermeister in Istanbul ein

Die Hohe Wahlkommission hatte am 6. Mai 2019 die Bürgermeisterwahl vom 31. März 2019 in Istanbul annulliert und eine Wiederholung am 23. Juni 2019 angeordnet. Der Kandidat der größten Oppositionspartei CHP, Ekrem Imamoglu, hatte die Bürgermeisterwahl knapp vor Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim gewonnen. Das Mandat wird Imamoglu nun wieder aberkannt. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, das Innenministerium setze den Provinzgouverneur Ali Yerlikaya als Interimsbürgermeister ein.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte eine erneute Abstimmung gefordert, weil es seiner Ansicht nach Unregelmäßigkeiten gegeben haben soll.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters, dpa

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