Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Großbanken kassieren Milliardenstrafe von EU-Kommission


Brüssel greift durch  

Großbanken kassieren Milliardenstrafe von EU-Kommission

16.05.2019, 16:33 Uhr | dpa

Großbanken kassieren Milliardenstrafe von EU-Kommission. Die Skyline des Bankenviertels Canary Wharf in London: In der Weltfinanzkrise ab 2008 richteten Banken mit teils illegalen Geschäften, Zins- und Wechselkursmanipulationen erhebliche Schäden an. (Quelle: dpa/Daniel Karmann (Symbolbild))

Die Skyline des Bankenviertels Canary Wharf in London: In der Weltfinanzkrise ab 2008 richteten Banken mit teils illegalen Geschäften, Zins- und Wechselkursmanipulationen erhebliche Schäden an. (Quelle: Daniel Karmann (Symbolbild)/dpa)

Die EU-Kommission sieht es als erwiesen an, dass mehrere europäische Großbanken illegale Absprachen trafen – obwohl sie miteinander im Wettbewerb standen. Wie viel Citygroup und anderen Großinstitute bezahlen müssen.

Fünf internationale Großbanken müssen wegen unerlaubter Absprachen und dubioser Machenschaften von Währungshändlern eine Milliardenstrafe zahlen. Die EU-Kommission belegte JPMorgan, Barclays, Citigroup, Mitsubishi UFG und die Royal Bank of Scotland (RBS) mit einer Strafe von insgesamt 1,07 Milliarden Euro, wie die Brüsseler Behörde am Donnerstag mitteilte.

Strategien wurden in Chats abgesprochen

In der Weltfinanzkrise ab 2008 richteten Banken mit teils illegalen Geschäften, Zins- und Wechselkursmanipulationen erhebliche Schäden an. In der Folge verdonnerte etwa die US-Regierung die US-Institute JPMorgan und Citigroup sowie die britischen Geldhäuser Barclays und RBS sowie die schweizerische UBS wegen Marktmanipulationen zu Strafen in Milliardenhöhe.

Die EU-Kommission sah es nun auch als erwiesen an, dass Währungshändler in den Jahren 2007 bis 2013 für die Banken sensible Informationen und Handelsabsichten austauschten und ihre Strategien regelmäßig über Internet-Chats koordinierten. Dabei ging es um Umtauschgeschäfte in elf Währungen, darunter Euro, US-Dollar und Schweizer Franken.

Händler kannten sich persönlich

Wenn Unternehmen große Summen bestimmter Währungen in eine andere umtauschen, nutzen sie dafür in der Regel Währungshändler. Zu deren Kunden zählen etwa Vermögensverwalter, Pensionsfonds und andere Banken.

Der Kommission zufolge tauschten die Händler – die eigentlich Wettbewerber waren – unter anderem Informationen über offene Kundenaufträge und geplante Handelstätigkeiten aus, um sich gegenseitig gute Geschäfte zu ermöglichen. Die meisten Händler kannten sich demnach persönlich. Die Chaträume, in denen sie sich austauschten, trugen Namen wie "Semi Grumpy Old Men" ("Halb-grantige alte Männer") und "Essex Express 'n the Jimmy" – mit Ausnahme von "James" lebten alle Händler in Essex und trafen sich in einem Zug nach London, erklärte die EU-Kommission.

Die Schweizer Großbank UBS kam straffrei davon, weil sie die Wettbewerbshüter über die Absprachen informiert hatte. Die übrigen Strafen wurden teilweise reduziert, da die Institute mit den Ermittlern kooperierten:

  • JPMorgan muss nun rund 229 Millionen Euro zahlen,
  • Citigroup 311 Millionen Euro,
  • Barclays etwa 210 Millionen,
  • RBS etwa 249 Millionen Euro
  • Mitsubishi UFG knapp 70 Millionen Euro.

RBS-Sprecher zeigt Reue, Barclays schweigt

"Beim Umtausch von Geld für Auslandsgeschäfte sind Unternehmen und Privatpersonen auf Banken angewiesen", sagt die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. "Der Devisenkassamarkt, der weltweit zu den größten Märkten zählt, weist ein Handelsvolumen von mehreren Milliarden Euro pro Tag auf. Das Verhalten der Banken hat die Integrität des Sektors auf Kosten der europäischen Wirtschaft und der europäischen Verbraucher untergraben."


Ein RBS-Sprecher teilt mit: "Diese Strafe erinnert daran, wir sehr sich die Bank in der Vergangenheit verrannt hat und wir verurteilen das Verhalten der Verantwortlichen. Unsere Kultur und und unsere Kontrollen haben sich in den vergangenen zehn Jahren fundamental verändert." Barclays kommentierte die Strafe nicht. 2017 hatte die Bank allerdings bereits 240 Millionen Pfund für die erwartete Strafe zurückgestellt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Der Sommer zieht ein: shoppe Outdoor-Möbel u.v.m.
jetzt auf otto.de
Anzeige
Jetzt bei der Telekom: Surfen mit bis zu 50 MBit/s!
z. B. mit MagentaZuhause M
myToysbonprix.deOTTOUlla Popkenamazon.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal