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Vapiano bekommt dringend benötigte Finanzspritze – Unternehmen in der Krise


Unternehmen in der Krise  

Vapiano bekommt dringend benötigte Finanzspritze

24.05.2019, 09:18 Uhr | dpa

Vapiano bekommt dringend benötigte Finanzspritze – Unternehmen in der Krise. Vapiano-Filiale: Die Restaurantkette ist in 33 Ländern inzwischen mit 231 Restaurants präsent, die meisten davon in Deutschland. (Quelle: imago images/Manfred Segerer)

Vapiano-Filiale: Die Restaurantkette ist in 33 Ländern inzwischen mit 231 Restaurants präsent, die meisten davon in Deutschland. (Quelle: Manfred Segerer/imago images)

Sinkende Aktienkurse, verärgerte Kunden: Vapiano steckt wieder in Schwierigkeiten. Die Restaurantkette braucht Geld – und will an einer besonderen Stelle verschlanken.

Die angeschlagene Kölner Restaurantkette Vapiano VAPIANO SE  INH. O.N. Aktie erhält die dringend benötigte Finanzspritze. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die verbindlichen Kreditzusagen im Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro erhalten. Das Geld komme von den finanzierenden Banken und den Großaktionären.

Tchibo-Erben sind an Vapiano beteiligt

Die "Refinanzierungsverhandlungen zur Restrukturierung der Gesellschaft sowie zur weiteren Umsetzung der strategischen Neuakzentuierung" seien erfolgreich abgeschlossen, teilt Vapiano am späten Donnerstagabend weiter mit.

Zu den größten Anteilseignern gehören Beteiligungsfirmen des Tchibo-Erben Günter Herz und der Wella-Erbin Gisa Sander. Dank dieser stabilen Ankeraktionäre war davon ausgegangen worden, dass Vapiano trotz schlechter Geschäfte an frisches Geld kommt.

Jahresabschluss mehrmals verschoben

Die seit langem erwartete und mehrfach vertagte Vorlage des Jahresabschlusses verschiebt sich aber erneut. Aufgrund weiterer Anforderungen an die Dokumentation der ausgehandelten Refinanzierung werde der Jahres- und der Konzernabschluss für 2018 von Vapiano erst am 18. Juni 2019 veröffentlicht – und nicht wie angekündigt am 24. Mai. Der Termin für die ordentliche Hauptversammlung werde noch gesondert angekündigt, heißt es.

Bis zuletzt war offen, ob der seit kurzem amtierende Firmenchef Cornelius Everke eine Finanzspritze von insgesamt 40 Millionen Euro bekommt – das war der Grund, warum der Jahresabschluss zweimal verschoben worden war. Zehn Millionen Euro waren bereits Ende 2018 zugesagt worden.

Wie hoch ist der Verlust jetzt? 

Nach den verbindlichen Kreditzusagen erklärt Everke, "mit dem erfolgreichen Abschluss der Refinanzierungsverhandlungen haben wir nun die Weichen für die weitere Umsetzung unserer neuen Strategie gelegt und können unseren Blick wieder nach vorne richten." Ziel sei, "Vapiano zurück auf einen profitablen Wachstumspfad zu bringen und unsere Marke wieder erfolgreich bei unseren Gästen zu positionieren".

Vapiano steckt in den roten Zahlen. 2017 machte die Firma einen Verlust von rund 30 Millionen Euro, 2018 soll der Gesamtverlust laut vorläufigen Zahlen vom Februar "deutlich" unter diesem Wert liegen. Der Umsatz lag bei 370 Millionen Euro. Auf gleicher Fläche, also ohne Neueröffnungen, betrug das Minus ein Prozent – angesichts des starken Wachstums in der Gastrobranche sind das schlechte Werte.

Neuer Chef will Menükarte verschlanken

Mit Geld aus dem Börsengang 2017 setzte Vapiano auf Expansion, im vergangenen Jahr kamen mehr als 30 neue Restaurants hinzu. In 33 Staaten ist Vapiano inzwischen präsent mit 231 Restaurants, die meisten davon in Deutschland.



Viele der neuen Läden wurden zu Verlustbringern, zudem ärgerten sich Kunden mancherorts über lange Wartezeiten. An der Börse ist die Aktie seit langem im Sinkflug. Der neue Chef will die Firma samt Menükarte verschlanken und Abläufe effizienter machen. Für den Umbau braucht er Geld.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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