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Ford will in Deutschland auch langfristig Jobs abbauen

US-Autobauer auf Sparkurs  

Ford will in Deutschland auch langfristig Jobs abbauen

05.06.2019, 13:49 Uhr | dpa

Ford will in Deutschland auch langfristig Jobs abbauen. Ford-Logo: Derzeit hat das Unternehmen rund 24.000 Mitarbeiter als Stammbelegschaft in Deutschland. (Quelle: imago images/Schöning)

Ford-Logo: Derzeit hat das Unternehmen rund 24.000 Mitarbeiter als Stammbelegschaft in Deutschland. (Quelle: Schöning/imago images)

Es sieht nicht gut aus für Ford in Europa. Die US-Mutter ist unzufrieden und will ihre europäische Tochter endlich auf Profit trimmen. Dafür läuft ein Sparprogramm – und das sieht in Sachen Jobabbau noch länger Streichungen vor.

Ford Deutschland ist auch auf lange Sicht auf personellem Schrumpfkurs. Das aktuell laufende Jobabbauprogramm sei nur "die erste Ebene, um eine Minimumprofitabilität sicherzustellen und schwarze Zahlen zu schreiben – über die Jahre wird es sicherlich zu weiteren Veränderungen kommen", sagt Ford-Deutschlandchef Gunnar Herrmann.

Er begründet dies mit dem Wandel der Autobranche weg vom Verbrennungsmotor hin zu alternativen Antrieben wie Elektro – es werden perspektivisch also weniger reine Diesel und Benziner verkauft. Für Stromer werden in der Fertigung weniger Menschen gebraucht. Ein Viertel des Personals in der Produktion könnte durch diesen Umbruch wegfallen. "Das wäre ein realistisches Bild", sagt Herrmann.

Ford will etwa 5.400 Stellen in Deutschland streichen 

Der US-Autobauer hat in Deutschland etwa 24.000 Mitarbeiter: 6.000 in Saarlouis und 18.000 in Köln. Ford hatte im März bekanntgegeben, in Deutschland 5.400 Stellen streichen zu wollen – dabei sind auch Leiharbeiter eingerechnet, deren Verträge nicht verlängert werden. Bei der Stammbelegschaft von aktuell rund 24.000 setzt das Unternehmen auf Abfindungen, Vorruhestand und Altersteilzeit – betriebsbedingte Kündigungen sind bis 2022 ausgeschlossen.

Wie viele Mitarbeiter bereits solche Verträge unterschrieben haben und die Firma verlassen, wurde nicht bekanntgegeben – spätestens 2020 soll die Zielzahl erreicht werden. Man sei hierbei auf einem guten Weg, sagt der 59-jährige Manager.

Zugleich macht er klar, dass der Personalabbau danach weitergeht. "Wenn wir 2020 unsere Zielgröße erreicht haben, haben wir für Deutschland ein Potenzial von natürlichen Abgängen in der Größenordnung von 1.000 Mitarbeitern von Jahr", sagt Herrmann. "Und wenn man das fortschreibt über fünf Jahre, dann ist das eine Größenordnung, über die wir nachdenken." Mit natürlichen Abgängen ist gemeint, dass Mitarbeiter in andere Firmen wechseln oder in Rente gehen.

In Deutschland läuft das Geschäft europaweit am besten

Europa ist für Ford ein Sorgenkind. Die hiesige Tochterfirma mit ihrer Zentrale in Köln musste 2018 ein heftiges operatives Minus von 398 Millionen US-Dollar hinnehmen – eine Zahl für Deutschland wird nicht kommuniziert. Im ersten Quartal dieses Jahres kehrte das Unternehmen operativ gesehen in die schwarzen Zahlen zurück und verbuchte einen kleinen Betriebsgewinn von 57 Millionen US-Dollar. Der Trend werde sich im ganzen Jahr fortsetzen, sagt Herrmann. "Wir werden dieses Jahr definitiv schwarze Zahlen schreiben."

Während das Geschäft in anderen europäischen Staaten schwächelt, läuft es in Deutschland besser: Im Zeitraum Januar bis Mai wurden in Deutschland nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes rund 118.000 Ford-Pkw zugelassen und damit 6,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Man habe in Deutschland eine "hervorragende Performance", freut sich der Manager. In anderen europäischen Ländern schwächelt das Geschäft hingegen weiter.

2021 will Ford Europa eine operative Marge von sechs Prozent erreicht haben – von 100 Euro, die in die Ford-Kassen kommen, sollen also sechs Euro als Betriebsgewinn übrig bleiben. Herrmann zeigt sich zuversichtlich, diesen Wert erreichen zu können.

In der Elektromobilität ist Ford hintendran, derzeit kann man kein neues rein elektrisches Fahrzeug des Herstellers kaufen. 2020 soll ein neuer Elektro-Pkw auf den Markt kommen, der in den USA gebaut wird. Zudem setzt Ford in der Elektro-Offensive auf Hybridversionen verschiedener Modelle, also eine Kombination von klassischem Verbrenner und kleinem Elektromotor.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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