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Deutschland: Das Stromnetz war im Juni zeitweise überlastet


Hilfe aus dem Ausland nötig  

Deutsches Stromnetz war im Juni zeitweise überlastet

02.07.2019, 15:57 Uhr | dpa

Deutschland: Das Stromnetz war im Juni zeitweise überlastet. Die untergehende Sonne hat den Himmel über Hochspannungsleitungen verfärbt: Das deutsche Stromnetz ist an mehreren Tagen im Juni überlastet gewesen, weil weniger Strom produziert wurde als benötigt. (Quelle: dpa/Jens Wolf)

Hochspannungsleitungen im Abendlicht: Das deutsche Stromnetz ist an mehreren Tagen im Juni überlastet gewesen, weil weniger Strom produziert wurde als benötigt. (Quelle: Jens Wolf/dpa)

Stand Deutschland im Juni vor kurz vor dem Blackout? Der Übertragungsnetzbetreiber spricht von einer angespannten Lage. An mehreren Tagen musste Strom aus dem Ausland bezogen werden. Die Gründe sind noch unklar.

Das deutsche Stromnetz ist an mehreren Tagen im Juni überlastet gewesen, weil weniger Strom produziert wurde als benötigt. "Die Lage war sehr angespannt und konnte nur mit Unterstützung der europäischen Partner gemeistert werden", teilten die Übertragungsnetzbetreiber am Dienstag mit. Die Gründe für das starke Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch seien noch nicht geklärt. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung"  berichtet.

Schwankungen seien nicht ungewöhnlich

Unvorhergesehene Leistungsschwankungen im Stromnetz sind nach Angaben der Bundesnetzagentur nicht ungewöhnlich. Um sie ausgleichen zu können, setzen die Übertragungsnetzbetreiber die für den Notfall bereitgehaltene Regelenergie ein. Am 6., 12. und 25. Juni habe der Bedarf an dieser Regelenergie im Schnitt 6 Gigawatt betragen, teilten die Netzbetreiber Amprion, Tennet, 50Herz und TransnetBW mit. Das sei doppelt so viel gewesen, wie vertraglich bereitgestanden habe.

Die Netzbetreiber mussten deshalb zusätzliche Stromlieferungen an der Strombörse und im Ausland beschaffen sowie auf Angebote von Unternehmen zurückgreifen, ihren Stromverbrauch gegen Bezahlung abzuschalten. Für die Betriebe, wie etwa Stahlwerke, bedeutet das, dass sie mit nur ein paar Stunden Vorlaufzeit ihren Betrieb für ein paar Stunden einstellen. 

Als Konsequenz aus den Engpässen haben die Netzbetreiber inzwischen die ausgeschriebene Menge der sogenannten Minutenreserve zur Netzstabilisierung verdoppelt.

Was hinter den Engpässen stecken könnte

Laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hat die Bundesnetzagentur die Netzbetreiber dazu aufgefordert, die Ursachen für die bisherigen Engpässe und Unterdeckungen herauszufinden. Dies könnte jedoch bis zu acht Wochen dauern. 

Mögliche Auslöser könnten zum einen unvorhergesehene Schwankungen sein – vor allem auf der Herstellerseite. Erneuerbare Energien seien etwa schwerer zu prognostizieren. Zum anderen könnte aber auch Spekulation hinter der Unterversorgung stecken. 


Die Strombeschaffung ist gesetzlich geregelt: Stromhändler sollen so viel Strom einkaufen, wie sie verkaufen. Durch sogenannte Leerverkäufe – Handel mit Strom, für den weder Kapazitäten noch ein Liefervertrag bestehen – generieren manche Stromhändler Gewinne. Es ist aber auch möglich, dass sie durch diese Spekulationen auch für die Unterversorgung der letzten Tage verantwortlich sind. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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