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Was ist eigentlich "Money Muling"?

Neue Betrugsmasche  

Was ist eigentlich "Money Muling"?

03.07.2019, 16:27 Uhr | dpa

Was ist eigentlich "Money Muling"?. Heinz Siemes (Quelle: dpa/Patrick Seeger)

Der Erste Kriminalhauptkommissar Heinz Siemes sitzt in seinem Büro. Foto: Johannes Neudecker (Quelle: Patrick Seeger/dpa)

Sie nutzen Menschen aus wie Esel: Betrüger waschen ihr Geld mit fremden Identitäten. Bitter: Wer auf die Masche reinfällt, muss mit Bußgeldern rechnen – und sogar mit Haftstrafen.

Das Jobangebot klang spannend, der Student aus Krefeld sagte rasch zu. Die Sicherheitsmaßnahmen einer Bank sollte er prüfen, dazu dort ein Konto eröffnen. Zunächst schien alles glatt zu laufen. Doch dann änderten seine Auftraggeber die Zugangsdaten und kaperten das Konto des 26-Jährigen. Die Polizei in Krefeld warnt vor dieser Masche, die "Money Muling" (Mule = Maultier) genannt wird, weil sich die Betroffenen als "Geldesel" missbrauchen lassen. Ahnungslos leisten sie Beihilfe zu Geldwäsche oder Betrug.

Immer mehr fallen auf "Money Muling" rein

So arbeiteten die Auftraggeber des Studenten nicht für die Bank, sondern betrieben einen sogenannten Fake-Shop im Internet: Die Kunden des Shops bezahlten im Voraus für Waren, die sie nie erhielten; sie überwiesen den jeweiligen Betrag auf das Konto des Studenten. Das Geld verschwand sofort auf Konten im Ausland.

Immer mehr Menschen fallen auf das "Money Muling" rein. Die Opfer werden als Finanzagenten angeheuert, empfangen dann Geld auf ihrem Konto und sollen es dann auf ein anderes überweisen.

Geld- und Haftstrafen drohen

Wichtig bei der Sache ist: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Wer auf die Masche reinfällt und sie anzeigt, muss laut Kriminalhauptkommissar Heinz Siemes dennoch mit einem Bußgeld rechnen. Wer erst über ein Ermittlungsverfahren ausfindig gemacht wird, dem könnte sogar eine Haftstrafe drohen.

Die Zahlen sind nach Polizeiangaben bundesweit seit Beginn des Jahres sprunghaft angestiegen – und schon jetzt auf dem Gesamtlevel von 2018. Aus einer Statistik geht hervor, dass etwa in Krefeld 2017 noch 108 Fälle von Warenkreditbetrug über das Internet angezeigt wurden, 2018 waren es mit 232 schon mehr als doppelt so viele.

Wer hinter der Masche steckt

Siemes' Angaben zufolge stehen hinter dieser Masche organisierte Banden mit einem internationalen Netzwerk. Misstrauisch werden sollte, wem leicht verdientes Geld in E-Mails oder den sozialen Netzwerken versprochen wird. Auch bei Inseraten von Firmen aus Übersee, die "lokale/nationale Agenten" suchen, sollten die Alarmglocken läuten. Die Polizei rät zudem: Niemals Kontodaten an Unbekannte weitergeben.



Der Krefelder Student könnte glimpflich davonkommen. Er meldete sich bei der Bank, die das Konto sperrte, und zeigte den Vorfall bei der Polizei an. Laut Polizei floss dennoch eine fünfstellige Gesamtsumme über das Konto, bis die Bank den Geldstrom stoppte. "Geldeseln", die erst über ein Ermittlungsverfahren ausfindig gemacht werden, droht im schlimmsten Fall sogar eine Haftstrafe. Sie hätten oft finanzielle Probleme und ließen sich deshalb auf die online als Finanzagent ausgeschriebenen Jobangebote ein. Es winkt eine vermeintliche Provision von fünf bis zehn Prozent je Transaktion.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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