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Razzia bei Deutsche-Börse-Tochter wegen Cum-Ex


Steuerbetrug – Ermittlungen  

Razzia bei Deutsche-Börse-Tochter wegen Cum-Ex

27.08.2019, 13:36 Uhr | sm, rtr

Razzia bei Deutsche-Börse-Tochter wegen Cum-Ex. Das Firmenlogo vor dem Hauptsitz der Deutschen Börse AG: Am Dienstag rückte die Staatsanwaltschaft Köln in Eschborn bei Frankfurt an. (Quelle: dpa/Arne Dedert)

Das Firmenlogo vor dem Hauptsitz der Deutschen Börse AG: Am Dienstag rückte die Staatsanwaltschaft Köln in Eschborn bei Frankfurt an. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream ist ins Visier der Cum-Ex-Fahnder geraten. Am Dienstag ließ die Staatsanwaltschaft Köln Räume in dem Gebäude des Unternehmens in Eschborn bei Frankfurt durchsuchen.

Wenige Tage vor Beginn des ersten Cum-Ex-Prozesses ist die Deutsche-Börse-Tochter Clearstream ins Visier der Fahnder geraten. Die Durchsuchungen fänden im Rahmen von Cum-Ex-Ermittlungen gegen Kunden und Mitarbeiter statt, so ein Sprecher der Deutschen Börse DEUTSCHE BOERSE NA O.N. Aktie. Das Unternehmen werde wie in der Vergangenheit vollumfänglich mit den Behörden kooperieren. Das "Handelsblatt" hatte zuerst über die Aktion berichtet. Die im Dax notierten Aktien der Deutschen Börse weiteten ihre Verluste aus und lagen zeitweise zwei Prozent im Minus.

Clearstream: Das Tochterunternehmen der Deutschen Börse ist eine Abwicklungsgesellschaft für Börsengeschäfte. Sie soll Kunden geholfen haben, Kapitalertragssteuern mehrfach erstattet zu bekommen.

Milliardenschaden vermutet

Wegen des Cum-Ex-Skandals werden immer wieder Banken und andere Finanzinstitute durchsucht, darunter etwa die Deutsche Bank DEUTSCHE BANK AG NA O.N. Aktie, Commerzbank COMMERZBANK AG Aktie und DZ Bank. Bei diesen sogenannten Cum-Ex-Geschäften ließen sich Anleger die einmal gezahlte Kapitalertragssteuer auf Aktiendividenden mit Hilfe von Banken mehrfach erstatten. Dazu verschoben sie um den Stichtag der Dividendenzahlung herum untereinander Aktien mit ("cum") und ohne ("ex") Dividendenanspruch. Insgesamt geht es bei dem Skandal um Hunderte Fälle mit einem vermuteten Gesamtschaden von mehreren Milliarden Euro.

 

 

Erste Börsenhändler vor Gericht

Ab Mittwoch nächster Woche stehen erstmals zwei ehemalige Händler der Hypovereinsbank vor Gericht. Zudem müssen fünf Geldhäuser den Richtern am Landgericht Bonn Rede und Antwort stehen. Bei den mutmaßlich illegalen Aktiengeschäften soll der Fiskus um mehr als 440 Millionen Euro geprellt worden sein.

Den Angeklagten droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. Steuerexperten hatten Cum-Ex-Geschäfte lange als legalen Steuertrick erachtet. Seit einigen Jahren bewerten Ermittler und Strafverfolger das Vorgehen aber fast einhellig als Steuerhinterziehung und treiben ihre Ermittlungen voran.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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