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So reagiert Ex-VW-Chef Martin Winterkorn auf den Tod von Ferdinand Piëch

Branche zollt Respekt  

Ex-VW-Chef Winterkorn bestürzt über Tod von Piëch

27.08.2019, 16:06 Uhr | dpa , rtr , sah , t-online.de

Ex-VW-Chef Ferdinand Piëch ist gestorben

Der langjährige VW-Vorstands- und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ist tot. Piëch starb im Alter von 82 Jahren. Witwe Ursula Piëch bestätigte den Tod ihres Ehemannes. (Quelle: t-online.de)

Archivaufnahmen mit Ehefrau: Ex-VW-Chef Ferdinand Piëch ist gestorben. (Quelle: t-online.de)


Die Autowelt nimmt Abschied von Ferdinand Piëch: Weggefährten, Analysten und Börsianer haben den langjährigen VW-Chef als prägend für den Wolfsburger Konzern und die gesamte Branche gewürdigt. Auch Winterkorn hat sich geäußert.

Mit Bestürzung hat der frühere VW-Chef Martin Winterkorn auf den Tod von Ferdinand Piëch reagiert. Unter der maßgeblichen Führung Piëchs habe sich die Volkswagen AG zu einem der erfolgreichsten Mehrmarken-Automobilkonzerne der Welt entwickelt, sagte Winterkorn.

Piëch verlor Machtkampf mit Winterkorn

"Mir persönlich war Ferdinand Piëch ein jahrzehntelanger Förderer und Wegbegleiter", sagte Winterkorn, der von 2007 bis 2015 VW-Chef war. Die visionäre Kraft und großen Fähigkeiten als Ingenieur hätten ihn über viele Jahre geprägt.

"Die gemeinsame Arbeit mit Ferdinand Piëch war stets freundschaftlich und inspirierend. Für seine Unterstützung war und bin ich ihm sehr dankbar", sagte Winterkorn. Im Jahr 2015 hatte Piëch als Aufsichtsratschef mit der Äußerung für Aufsehen gesorgt, er sei "auf Distanz" zum damaligen Vorstandschef Winterkorn – Piëch verlor schließlich den Machtkampf und warf im Zorn hin. Winterkorn musste 2015 im Zusammenhang mit dem Bekanntwerden des Dieselskandals zurücktreten.

Piëch war am Sonntag im Alter von 82 Jahren gestorben, wie seine Ehefrau Ursula Piëch am Montagabend mitgeteilt hatte. "Unsere Anteilnahme gilt seiner ganzen Familie, allen voran seiner Ehefrau und seinen Kindern", sagte Winterkorn auch im Namen seiner Frau.

Fahnen auf halbmast

Der frühere Firmenpatriarch habe Automobilgeschichte geschrieben – als leidenschaftlicher Manager, genialer Ingenieur und als visionärer Unternehmer, sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch. "Unser Unternehmen und seine Menschen haben Professor Piëch unendlich viel zu verdanken." An mehreren VW-Werken, darunter am Stammsitz in Wolfsburg und in Dresden, wurden die Fahnen auf halbmast gesetzt.

VW-Chef Herbert Diess hob Piëchs Rolle beim Aufbau des Konzerns zu einem weltumspannenden Unternehmen mit heute mehr als 660.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von zuletzt 235 Milliarden Euro hervor: "Ferdinand Piëch war mutig, unternehmerisch konsequent und technisch brillant."

"Nicht immer einer Meinung"

Auch der VW-Betriebsrat lobte Piëch als großen Manager, kehrte aber Meinungsunterschiede nicht unter den Tisch. "Wir waren nicht immer in allen Fragen einer Meinung mit unserem früheren Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsratsvorsitzenden. Aber wir blicken mit Respekt und Achtung auf sein großes Lebenswerk", erklärte Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh.

Mit seiner Liebe zum Produkt, seiner strategischen Weitsicht und seinem feinen Gespür für die Weiterentwicklung der Marken des Konzerns habe Piëch die Erfolgsgeschichte von Volkswagen entscheidend geprägt. Die Arbeitnehmervertretung hatte bei Piëchs Versuch, Winterkorn aus dem Amt zu drängen, mit dafür gesorgt, dass er sich als Aufsichtsratschef nicht länger halten konnte.

Osterloh erinnerte aber auch daran, dass Piëch 1993 zu einem Zeitpunkt an die Konzernspitze trat, als Volkswagen praktisch ein Sanierungsfall war. Mit der Einführung der Vier-Tage-Woche wurden damals 30.000 Arbeitsplätze in Wolfsburg gerettet. Danach führte Piëch den Konzern auf Augenhöhe an die Konkurrenten Toyota und General Motors heran.

"Er war ein Titan der Autowelt"

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte, mit Piëch sei einer der großen Unternehmer in der Geschichte der Bundesrepublik gestorben. "Dass die langjährige gute Zusammenarbeit mit dem Land Niedersachsen im Jahr 2015 unter schwierigen Bedingungen beendet werden musste, habe ich sehr bedauert." Der Dank für Piëchs Leistung und der Respekt blieben davon unberührt.

Analysten und Automanager reihten sich ein: "Ferdinand Piëch war einer der erfolgreichsten Automobilunternehmer aller Zeiten", schrieb Arndt Ellinghorst vom Investmentberater Evercore ISI. Piëch sei sicherlich kontroverser als manch anderer Spitzenmanager heute gewesen. Dafür habe Piëch Volkswagen jedoch zu außergewöhnlichen Erfolgen geführt und "keine Ausreden für ein Scheitern akzeptiert".


"Piëch wird als Automobillegende in die Geschichte eingehen, in die gleiche Klasse wie Gottlieb Daimler, Henry Ford und Kiichiro Toyoda", schrieben die Analysten von Bernstein. "Er war ein Titan der Autowelt", twitterte Aston-Martin-Chef Andy Palmer.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters, dpa

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