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Siemens: Wie der Industriekonzern mit Schulden Geld verdient

Niedrigzins  

Siemens: Wie man mit Schulden Geld verdient

06.09.2019, 19:34 Uhr | sm, dpa

Siemens: Wie der Industriekonzern mit Schulden Geld verdient. Das Logo von Siemens: Normalerweise müssen Unternehmen Investoren Zinsen zahlen, nicht so der Industriekonzern. (Quelle: Getty Images/Peter Kneffel)

Das Logo von Siemens: Normalerweise müssen Unternehmen Investoren Zinsen zahlen, nicht so der Industriekonzern. (Quelle: Peter Kneffel/Getty Images)

Schulden machen und damit auch noch Geld verdienen – das hört sich absurd an. Doch in der derzeit verkehrten Zinswelt ist nichts unmöglich. Der Industriekonzern Siemens zeigt, wie es geht.

Siemens SIEMENS AG  NA O.N. Aktie leiht sich Geld und zahlt den Geldgebern weniger zurück, als diese dem Konzern geliehen haben. Gibt's nicht? Gibt's doch. Der DAX-Konzern hat Anleihen mit einem Umfang von über 3,5 Milliarden Euro zu teils negativen Renditen ausgegeben, hieß es am Freitag. Die Laufzeit der Papiere belaufe sich auf zwei, fünf, zehn und 15 Jahren.

Nachfrage höher als Angebot

Die Nachfrage der Anleger nach den Papieren war mehr als viermal so hoch wie das Angebot, so dass diese teils draufzahlten: Die zweijährige Anleihe habe bei der Ausgabe eine Rendite von minus 0,315 Prozent gehabt und die fünfjährige eine von minus 0,207 Prozent. Erst bei den längeren Laufzeiten zahlt Siemens den Investoren wieder etwas Geld. Der Konzern habe sich damit so günstig finanziert wie nie, erklärte Finanzvorstand Ralf Thomas.

Absicherung gegen weiteren Zinsverfall

Normalerweise müssen Unternehmen Investoren Zinsen zahlen, wenn sie über Anleihen Geld am Kapitalmarkt aufnehmen. Doch mit den langen Niedrigzinsen haben sich die Verhältnisse umgekehrt: Großanleger, die wegen ihrer Anlagevorschriften viel Geld in Anleihen investieren müssen, drängen in der Suche nach Rendite in den Markt. Sie geben sich mit immer weniger Zinsen zufrieden – oder zahlen drauf.
 

 
Wenn Investoren Papiere mit negativen Renditen bis Ende der Laufzeit halten, verlieren sie zwar Geld. Sie setzen aber darauf, dass das Zinsniveau weiter fällt – dann steigen ihre Anleihen im Kurs. Auch der deutsche Staat verdient mit der Ausgabe von Bundesanleihen Geld.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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