Sie sind hier: Home > Finanzen > Unternehmen >

Lufthansa: Flugbegleiter-Streik gestartet – 1.300 Flüge gestrichen – folgen weitere?


Neuer Ärger für Passagiere  

Streik bei der Lufthansa gestartet – 1.300 Flüge gestrichen

07.11.2019, 09:11 Uhr | dpa

 (Quelle: Nicolas Armer/dpa)
Lufthansa: 1.300 Flüge fallen durch Streik der Flugbegleiter aus

Durch den Streik der Flugbegleiter fallen bei der Fluggesellschaft Lufthansa am Donnerstag und Freitag insgesamt 1300 von rund 6000 Flügen aus. (Quelle: Reuters)

Maschinen der Lufthansa: 1.300 Flüge der deutschen Fluggesellschaft sollen durch den Streik der Flugbegleiter ausfallen. (Quelle: Reuters)


Der 48-Stundenstreik bei der Lufthansa hat begonnen. Von den Flugstreichungen sind rund 180.000 Passagiere betroffen. 1300 Flüge sind  bereits abgesagt. Doch es könnten noch weitere hinzukommen.

Bei der Lufthansa hat um Mitternacht ein 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter begonnen. Der Konzern strich für Donnerstag bei seiner Hauptmarke Lufthansa rund 700 der weltweit 1.100 geplanten Flüge, so dass an den Drehkreuzen München und Frankfurt viele Maschinen am Boden bleiben und auch ein Großteil der lukrativen Überseeflüge ausfallen müssen. 

Zusammen mit 600 geplanten Stornierungen am Freitag sind der Airline zufolge rund 180.000 Passagiere betroffen. Auch Zubringerflüge von den kleineren deutschen Flughäfen fallen aus. Den Kunden wurden Umbuchungen auf andere Gesellschaften und Tage sowie im innerdeutschen Verkehr auf die Bahn angeboten.

Was fordert Ufo?

Die Gewerkschaft Ufo fordert für die rund 21.000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. In dem gesamten Tarifkonflikt geht es aber hauptsächlich um die vom Konzern aufgeworfene Frage, ob Ufo überhaupt noch Tarifverträge für das Kabinenpersonal durchsetzen kann.  Ufo will am Donnerstag am Flughafen München demonstrieren. Am Freitag ist dann eine Kundgebung vor der Frankfurter Konzernzentrale am Flughafen geplant.

Die Lufthansa war am Mittwoch in zwei Gerichtsinstanzen mit dem Versuch gescheitert, den Streik noch mit juristischen Mitteln zu stoppen. Sowohl das Arbeitsgericht Frankfurt als auch das hessische Landesarbeitsgericht lehnten eine Einstweilige Verfügung gegen den Streik ab.

Darum scheiterte Lufthansa vor Gericht

Nach Einschätzung der Richter sind die Tarifverträge korrekt gekündigt worden; der Streikbeschluss ist gültig. Angriffe der Lufthansa-Anwälte gegen die kurzfristig geänderte Arbeitskampfordnung der Gewerkschaft lehnten sie ebenfalls ab. Hier handele es sich um interne Regelungen der Ufo ohne Außenwirkung.

In der ersten Frankfurter Gerichtsverhandlung hatte Lufthansa der Gewerkschaft noch sofortige Vorverhandlungen zu tariflichen Themen angeboten, die aber erst mit dem neu zu wählenden Ufo-Vorstand ab dem 15. Februar 2020 finalisiert werden könnten. Den jetzigen Vorstand lehne man weiterhin als nicht vertretungsberechtigt ab, sagte Lufthansa-Anwalt Thomas Ubber. Als letzte Möglichkeit zur Verhinderung des Streiks könnte Lufthansa auch eine Schlichtung verlangen, was aber letztlich auf eine Anerkennung des Ufo-Vorstands hinausliefe.

Arbeitskampf soll auf weitere Flugbetriebe ausgeweitet werden

Die Gewerkschaft Ufo hat eine Ausweitung des Arbeitskampfes auf bis zu vier weitere Flugbetriebe mit deutschem Tarifrecht angekündigt. Davon könnten vor allem Eurowings-Flüge betroffen sein. Einzelheiten will Ufo am Donnerstag nennen. Ein Gespräch auf Einladung von Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit anderen im Konzern aktiven Gewerkschaften schlug die Ufo-Vorsitzende Sylvia de la Cruz aus. Unter anderem habe sich das Unternehmen in die Frage einmischen wollen, wer von Seiten der Ufo an dem Gespräch teilnehmen sollte.

Der Vize-Vorsitzende Daniel Flohr forderte Lufthansa auf, den festgefahrenen Konflikt zu beenden. "Wir brauchen konkrete Verhandlungen, die auf Augenhöhe geführt werden und schnell zu einem Abschluss gebracht werden können", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die Forderungen seien schnell umzusetzen und berührten Themen, die teils seit Jahrzehnten nicht mehr angefasst worden seien. Wenn es nicht zu einer Annäherung komme, habe man von dem Mitgliedern in Urabstimmungen ein eindeutiges Mandat erhalten. "Wir sind bereit für ausgeweitete Streiks, um unsere Forderungen durchzusetzen", erklärte Flohr.


 

In einem ersten Warnstreik bei den vier Tochter-Flugbetrieben hatte Ufo am 20. Oktober dieses Jahres mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Damals hatte der Lufthansa-Konzern keinen Ersatzflugplan erstellt. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015 und war mit einer Woche Dauer der längste in der Unternehmensgeschichte.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Mäntel-Highlights und schöne Jacken shoppen
bei MADELEINE
myToysbonprix.deOTTOhappy-size.detchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal