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2019 war das schlechteste Jahr für Börsengänge


Seit der Finanzkrise  

2019 war das schlechteste Jahr für Börsengänge

10.12.2019, 11:47 Uhr | dpa

2019 war das schlechteste Jahr für Börsengänge . Die Deutsche Börse in Frankfurt: Viele Unternehmen hierzulande scheuen Börsengänge – sie finanzieren sich traditionell lieber über Kredite. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Die Deutsche Börse in Frankfurt: Viele Unternehmen hierzulande scheuen Börsengänge – sie finanzieren sich traditionell lieber über Kredite. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Die Skepsis gegenüber dem Kapitalmarkt in Deutschland ist groß. Börsengänge spielen seit Jahren keine große Rolle – 2019 jedoch fiel besonders schwach aus. Experten versprechen Besserung für 2020.

Das Jahr 2019 war laut einer Studie das schwächste Jahr für Börsengänge in Deutschland seit der globalen Finanzkrise. Verunsichert von Brexit, Handelskonflikten und Ängsten vor einer Rezession legten nur drei Unternehmen einen Börsengang im streng regulierten Segment Prime Standard hin – ein Tief seit der Finanzkrise 2009. Zugleich sei der Wert der neu ausgegebenen Aktien um fast 70 Prozent auf 3,6 Milliarden gefallen, zeigt eine Studie der Hamburger Beratungsfirma Kirchhoff Consult. 2018 hatte sie noch 16 Börsengänge mit 11,6 Milliarden Euro Emissionsvolumen gezählt.

"Die wirtschaftspolitischen Unsicherheiten wogen für viele Börsen-Kandidaten schwerer als die sehr gute Entwicklung am Aktienmarkt", erklärt Firmenchef Klaus Rainer Kirchhoff. So liegt der Dax seit Jahresbeginn rund 25 Prozent im Plus – eigentlich ein sehr gutes Umfeld. Doch starke Kursschwankungen, die schwache Aktienentwicklung bei Börsenneulingen wie dem US-Fahrdienst Uber und der abgesagte Börsengang des Büroanbieters WeWork hätten Investoren aufgeschreckt, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Papier. Das verdarb die Stimmung, viele Unternehmen verschoben ihre Pläne.

Nicht alle Börsengänge liefen schlecht

Zu den wenigen Lichtblicken in Deutschland zählte der Börsengang des schwäbischen Softwareunternehmens Teamviewer, mit einem Volumen von rund zwei Milliarden Euro der größte Tech-Börsengang seit dem Jahr 2000. Ebenfalls im Prime Standard legte die Volkswagen-Lkw-Tochter Traton ein milliardenschweres Börsendebüt hin. Wesentlich kleiner fiel der Gang des Modehändlers Global Fashion Group aufs Parkett aus. Im Segment Scale der Deutschen Börse für Start-ups, das 2017 verheißungsvoll gestartet war, gab es gar keinen Börsengang.

Der Prime Standard der Deutschen Börse ist das Segment mit den höchsten Transparenzpflichten für Firmen. Eine Aufnahme ist Voraussetzung, um in Dax-Indizes wie Dax oder MDax notiert zu werden.

Erholung am Markt wird erwartet

Für das kommende Jahr ist Kirchhoff aber optimistischer. "Die weiter lockere Geldpolitik der Notenbanken und die zunehmend positiven Signale im Handelsstreit stimmen uns aber zuversichtlich, dass 2020 wieder mehr Unternehmen an die Börse gehen werden."

Die Pipeline mit neuen Kandidaten sei gut gefüllt. Zu potenziellen Milliarden-Börsengängen zählten die Aufzugssparte von Thyssenkrupp und die Energiesparte von Siemens, die im September 2020 aufs Parkett gehen soll. Ebenfalls im zweiten Halbjahr will Wintershall DEA, die ehemalige Öl- und Gastochter von BASF, an die Börse. Auch der schwäbische Wohnmobile-Hersteller Hymer sei ein Kandidat.

"Wir erwarten eine deutliche Erholung am Markt für Börsengänge und rechnen mit mindestens zehn Neuemissionen im Prime Standard", sagt Kirchhoff-Vorstand Jens Hecht. Nachdem viele Firmen ihre Börsenpläne abgesagt oder verschoben hätten, dürften einige dieser Unternehmen 2020 in einem stabileren Umfeld einen neuen Anlauf nehmen. So hatte etwa die bayerische Tech-Firma Congatec ihre Börsenpläne vertagt.
 

 

Das Jahr 2018 war am kleinen deutschen Markt für Börsengänge das beste Jahr seit dem Tech-Boom 2000 gewesen. Schwergewichte wie die Siemens-Medizintechnik-Sparte Healthineers, die Deutsche-Bank-Fondstocher DWS und der Bremsenhersteller Knorr-Bremse schafften milliardenschwere Erstnotierungen. Viele Unternehmen hierzulande scheuen Börsengänge. Sie finanzieren sich traditionell lieber über Kredite ihrer Hausbanken oder geben Anleihen heraus.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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