Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse & Märkte > News >

Nahost-Eskalation verunsichert Finanzmärkte - Gold über 1600 Dollar


Nahost-Eskalation verunsichert Finanzmärkte - Gold über 1600 Dollar

08.01.2020, 10:26 Uhr | dpa-AFX

(Neu: Aktualisierung und Analysteneinschätzungen.)

FRANKFURT/TOKIO (dpa-AFX) - Die iranischen Raketenangriffe auf US-Stützpunkte im Irak haben die Finanzmärkte am Mittwoch verunsichert und riskantere Anlagen wie Aktien belastet. Allerdings beruhigten sich die Märkte nach anfangs heftigen Reaktionen. Die Ölpreise stiegen wegen der Nahost-Krise erst sprunghaft an, kamen dann aber wieder etwas zurück. Investoren bevorzugten erneut sichere Anlagehäfen - so zog die Krisenwährung Gold erneut an.

Analyst Jim Reid von der Deutschen Bank wies darauf hin, dass sich US-Präsident Donald Trump in der Vergangenheit mit Maßnahmen gegen den Iran zurückgehalten habe, wenn bei Anschlägen des Iran keine US-Bürger getötet worden seien. "Das lässt ein wenig hoffen, dass der Konflikt in der Region Naher Osten nicht vollständig eskaliert."

Der deutsche Leitindex Dax verlor am Vormittag 0,7 Prozent auf 13 130 Punkte. Die Verluste waren aber weitaus geringer als nach der gezielten Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch das US-Militär vergangene Woche. Zum Wochenbeginn war der Dax zeitweise um zwei Prozent gefallen und unter die Marke von 13 000 Punkten gerutscht.

In Japan fiel der Nikkei-Index der Leitbörse in Tokio am Mittwoch um rund 370 Punkte oder 1,6 Prozent und lag zum Handelsschluss bei 23 204,76 Punkten. Zwischenzeitlich war das Börsenbarometer unter die Marke von 23 000 Punkte gefallen.

In China verbuchte der Shanghai Composite Index einen Abschlag von 1,22 Prozent beim Stand von 3066,89 Punkten. Der Shenzhen Component Index ging mit einem Minus von 1,13 Prozent beim Stand von 10 706,87 Zählern aus dem Markt. Der Hang Seng Index in Hongkong fiel um 0,83 Prozent oder 234,14 Punkte auf 28087,92 Punkte. Verluste auch in Südkorea: Dort ging der Leitindex Kospi an der Aktienbörse in Seoul um 24,23 Punkte oder 1,1 Prozent auf den Stand von 2151,31 zurück.

Verkauft wurden erneut Papiere von Fluggesellschaften. Aktien der Lufthansa büßten knapp zwei Prozent ein und waren der größte Verlierer im Dax. In Paris gerieten Air France-KLM unter Druck und in London die Aktien der britisch-spanischen Fluggesellschaft IAG. Neben dem steigenden Ölpreis als Belastungsfaktor dürfte die Krise im Nahen Osten auch den Flugverkehr erschweren. Die Lufthansa setzte am Mittwoch Flüge durch den Lauftraum des Iran und des Irak aus.

Die Ölpreise stiegen am Mittwoch weiter. Die Notierungen erreichten zeitweise mehrmonatige Höchststände. Am Ölmarkt setzte jedoch am Morgen eine Gegenbewegung ein, und der Preisanstieg hielt sich am Vormittag in engen Grenzen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 68,57 US-Dollar. Das waren 30 Cent mehr als am Vorabend. Der Preis für US-Rohöl der Sorte WTI stieg um 14 Cent auf 62,84 Dollar.

Wegen der Spannungen in Nahost kauften viele Investoren weiterhin Gold. Der Preis für das Edelmetall konnte den Höhenflug der vergangenen Handelstage fortsetzen. In der Nacht auf Mittwoch stieg der Kurs für eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) erstmals seit 2013 über die Marke von 1600 US-Dollar. Zuletzt fiel der Preis wieder etwas zurück auf 1580 Dollar. Das waren aber immer noch rund sechs Dollar mehr als am Vortag.

In Euro gerechnet erreichte der Goldpreis ein neues Rekordhoch bei 1443 Dollar. Nach Einschätzung des Edelmetallhändlers Alexander Zumpfe vom Handelshaus Heraeus dürfte die Grundstimmung am Markt positiv bleiben. Nach dem jüngsten Höhenflug rechnet er kurzfristig nicht mit einer deutlichen Korrektur beim Goldpreis.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal