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Aktien Frankfurt: Dax kann sich auch nach Handelsabkommen nicht entscheiden


Aktien Frankfurt: Dax kann sich auch nach Handelsabkommen nicht entscheiden

16.01.2020, 11:48 Uhr | dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach der Unterzeichnung des ersten Handelsabkommens zwischen den USA und China hat sich der Dax am Donnerstag mit einer Richtungsfindung schwer getan. Zunächst hatte das Leitbarometer bis auf fast 13 500 Zähler zugelegt, ehe die Kurse bröckelten. Gegen Mittag verlor der Dax 0,22 Prozent auf 13 402,90 Punkte.

Besser erging es dem MDax der mittelgroßen Börsenwerte mit plus 0,22 Prozent auf 28 469,52 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,14 Prozent. Investment-Chef Mark Haefele vom Vermögensverwalter UBS sagte, der erste Deal im Handelsstreit beruhige, bedeute aber noch kein Ende der Spannungen.

Im Dax gewannen die RWE-Aktien rund zweieinhalb Prozent. Betreiber von Kohlekraftwerken bekommen Milliardenentschädigungen für das vorzeitige Abschalten ihrer Anlagen. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) sagte am Donnerstag in Berlin, Betreiber westdeutscher Kraftwerke erhielten 2,6 Milliarden Euro, Betreiber von Anlagen im Osten 1,75 Milliarden. Eon gewannen im Kielwasser von RWE am Donnerstag 0,9 Prozent.

Platz eins im Dax sicherten sich abermals Wirecard mit einem Aufschlag von fast 6 Prozent. Allein in dieser Woche haben sich die Titel des Zahlungsabwicklers nun schon um rund 16 Prozent verteuert. Meldungen über einen Wechsel im Aufsichtsrat und zu Übernahmen in der Branche hatten beflügelt.

Aktien aus dem Autosektor setzten Anleger abermals auf ihre Verkaufslisten. Volkswagen verloren als Schlusslicht im Dax gut 2 Prozent. BMW und Daimler sanken um 1,6 beziehungsweise 1,2 Prozent. Dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump einem Medienbericht zufolge mit Strafzöllen auf Autos aus der EU drohte, um im Atomstreit mit dem Iran Druck auf Europas Regierungen zu machen, belaste den Sektor, sagten Händler.

Schwach waren nach Umsatzzahlen auch Beiersdorf mit minus 1,4 Prozent. Analystin Celine Pannuti von JPMorgan bezeichnete die Zahlen in einer ersten Einschätzung als etwas schwächer als erwartet und die Entwicklung des Klebstoffgeschäfts Tesa als enttäuschend.

Der Batteriehersteller Varta baut wegen der ungebrochen steigenden Nachfrage nach Lithium-Ionen-Zellen seine Produktion schneller als ursprünglich gedacht aus. An der MDax-Spitze reagierten die Aktien darauf mit einem Plus von mehr als 5 Prozent. Die rote Laterne mit minus 3,1 Prozent hatten die Aktien von Telefonica Deutschland nach einer Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs.

Kursaufschläge von mehr als 5 Prozent verbuchten im SDax die Anteile des Kochboxenversenders Hellofresh, der im abgelaufenen Jahr bei Umsatz und Gewinn die eigenen Erwartungen übertroffen hatte. Mit 23,65 Euro waren die Papiere zuvor auf ein Rekordhoch geschnellt. Innerhalb von nur fünf Monaten hat sich der Kurs nun mehr als verdoppelt./ajx/jha/
--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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