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Klimaschützer wollen bei Siemens-Hauptversammlung protestieren


Wegen Adani-Beteiligung  

Siemens erwartet große Proteste bei Hauptversammlung

04.02.2020, 17:57 Uhr | mak, rtr, dpa

Klimaschützer wollen bei Siemens-Hauptversammlung protestieren. Greenpeace-Aktivisten hängen ein Plakat an der Siemens-Zentrale in München auf.  (Quelle: Reuters/REUTERS/Andreas Gebert)

Greenpeace-Aktivisten hängen für die Hauptversammlung ein Plakat an der Siemens-Zentrale in München auf. (Quelle: REUTERS/Andreas Gebert/Reuters)

Klimaschutz-Aktivisten wollen am Mittwoch bei der Siemens Hauptversammlung protestieren. Grund dafür ist die umstrittene Beteiligung von Siemens an einem Kohlebergwerksprojekt. Der Konzern gibt sich unbeeindruckt.

Siemens rechnet mit starken Protesten während der Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch, gibt sich insgesamt aber gelassen. "Natürlich erwarten wir mehr Proteste als sonst bei einer Hauptversammlung", sagte Siemens-Srecher Florian Martini t-online.de. Allerdings werde es sich erst noch zeigen, wie groß diese Demonstationen tatsächlich ausfallen werden, sagte er.

Bereits am Dienstag hatten Aktivisten von Greenpeace das Dach der Konzernzentrale in München besetzt. Außerdem entrollten sie ein Transparent mit der Aufschrift: "Buschbrände beginnen hier". Damit protestierte die Umweltorganisation gegen den Beitrag des Industriekonzerns für ein Kohlebergwerksprojekt des Adani-Konzerns in Australien.

Beteiligung an Adani-Projekt umstritten

Konkret geht es um die Lieferung von Signaltechnik für eine Bahnstrecke, über die Kohle von einem geplanten Bergwerk im Nordosten von Australien zum Hafen transportiert werden soll. Der Brennstoff soll dann in Indien verfeuert werden.

Der damit verbundene CO2-Ausstoß gefährde die Ziele des Pariser Klimaabkommens, argumentieren die Klimaschützer. Sie gehen davon aus, dass ein Rückzug von Siemens das ganze Projekt ins Wanken bringen kann.

Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser bestreitet das. Er hatte zuletzt einen Ausstieg aus dem 18 Millionen Euro schweren Vertrag unter Verweis auf die möglichen finanziellen Folgen und den Ruf des Konzerns als verlässlicher Partner abgelehnt. "Das ist einfach nur feige", sagte Marschall.

"Morgen ist die letzte Chance für Siemens, sich auf die richtige Seite der Geschichte zu stellen", sagte Lara Eckstein von der Klimaschutzbewegung "Campact" am Dienstag in München. "Wenn Kaeser den Vertrag nicht kündigt, wird er den Ruf dieses Traditionskonzerns endgültig zerstören."

Siemens soll ganz aus Kohle-Geschäft aussteigen

Klima- und Umweltschützer fordern von Siemens einen vollständigen Rückzug aus dem Geschäft mit Kohle-, Öl- und Gas-Kraftwerken. Der Münchner Industriekonzern müsse "aus allen fossilen Energien aussteigen", sagte Campact-Aktivistin Eckstein.

Campact führt eine Gruppe von Organisationen an, die am Mittwoch vor der Siemens-Hauptversammlung protestieren wollen. Helena Marschall schloss sich für die Protestbewegung "Fridays for Future" dieser Forderung an, räumte aber ein, dass sich nicht alle Umweltgruppen darin einig seien.

Marschall will auf der Hauptversammlung als Vertreterin der Klimaschutz-Aktivisten sprechen, um an die "Verantwortung gegenüber mir, meiner Generation, der Weltgemeinschaft und ihren Aktionären und Aktionärinnen" zu erinnern, heißt es aus Medienberichten.

Grundsätzlich habe jeder Aktionär das Recht, auf der Hauptversammlung zu sprechen, sagte Martini. "Ich gehe auch davon aus, dass sich einige Kleinanleger zum Adani-Projekt äußern werden". Das werde aber sicherlich nicht das bestimmende Thema sein.

Berichten zufolge sagte Firmen-Chef Kaeser auf dem Hightech Summit Anfang der Woche in München, er werde bei dem Aktionärstreffen am Mittwoch in seiner Rede „etwas großartiges Neues“ in Bezug auf den Klimaschutz verkünden. Was das allerdings sein wird, sagte Siemens-Sprecher Martini auf t-online.de-Anfrage vorab nicht.

Neubauer wird nicht sprechen

Die "Fridays for Future"-Aktivistin Luisa Neubauer, die sich im Januar mit Kaeser getroffen hatte, wird am Mittwoch ebenfalls in München erwartet, aber wahrscheinlich nicht auf dem Aktionärstreffen sprechen. Ihr hatte Joe Kaeser einen Posten in einem Aufsichtsgremium der neuen Konzern-Tochter Siemens Energy angeboten, den sie allerdings ablehnte.

Siemens Energy, die noch im Konzern unter der Sparte "Gas and Power" läuft, produziert vor allem Turbinen für Gas- und Kohlekraftwerke und beschäftigt mehr als 80.000 Mitarbeiter. Sie soll – einschließlich einer Beteiligung am Windkraftkonzern Siemens Gamesa – im September separat an die Börse gebracht werden.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagenturen Reuters und dpa
  • Handelsblatt
  • Manager Magazin
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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