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Deutscher Autobauer: Daimlers Gewinn schrumpft um 64 Prozent


Deutscher Autobauer  

Daimlers Gewinn schrumpft um 64 Prozent

11.02.2020, 09:07 Uhr | dpa-AFX, rtr, AFP, fls

Deutscher Autobauer: Daimlers Gewinn schrumpft um 64 Prozent. Angeschlagener Autobauer: Daimlers Gewinn sinkt deutlich (Quelle: dpa/Marijan Murat)

Angeschlagener Autobauer: Daimlers Gewinn sinkt deutlich (Quelle: Marijan Murat/dpa)

Trübe Aussichten bei Daimler: Der Autokonzern hat 2019 deutlich weniger Gewinn gemacht als im Vorjahr. Das trifft neben den Mitarbeitern auch die Aktionäre des Unternehmens, die eine Dividenden-Kürzung hinnehmen müssen.

Der Autobhauer Daimler DAIMLER AG NA O.N. Aktie hat zum zweiten Mal in Folge deutlich weniger Gewinn eingefahren als im Vorjahr. Wie das Stuttgarter Unternehmen am Dienstag mitteilte, betrug das Konzernergebnis im abgelaufenden Jahr 2019 rund 2,7 Milliarden Euro.

Das sind 64 Prozent weniger als 2018, als sich der Gewinn auf 7,6 Milliarden Euro summiert hatte. Das auf die Daimler-Aktionäre entfallende Konzernergebnis lag bei 2,4 Milliarden Euro; 2018 waren es 7,2 Milliarden Euro gewesen.

Dabei verkaufte Daimler 2019 mit 3,34 Millionen Fahrzeugen in etwa so viele Autos, Busse oder Lkw wie im Vorjahr. 2018 waren es 3,35 Millionen Fahrzeuge gewesen. Der Umsatz stieg um drei Prozent von 167,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf 172,7 Milliarden Euro.

Dieselskandal belastet den Konzern weiter

"Während unsere Ergebnisse im Jahr 2019 die weiterhin starke Nachfrage nach unseren attraktiven Produkten widerspiegeln, können wir mit dem Gewinn nicht zufrieden sein", erklärte Vorstandschef Ola Källenius. "Vor allem erhebliche Sonderbelastungen beeinträchtigten unsere Finanzergebnisse im vergangenen Jahr."

Den Konzern belastet neben dem Strukturwandel der Autobranche auch der Dieselskandal. So hatte Daimler Ende Januar erklärt, voraussichtliche zusätzliche Aufwendungen zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro im Zusammenhang mit Dieselfahrzeugen würden das operative Ergebnis drücken.

Källenius betonte, die Zukunft des Unternehmens liege nun "in der CO2-neutralen Mobilität sowie in der konsequenten Digitalisierung". Um dies zu erreichen, seien die Investitionen in neue Technologien substanziell erhöht worden.

"Enormer technischer und finanzieller Aufwand"

Den "Herausforderungen der Transformation in der Autoindustrie" will sich Daimler nach Konzernangaben mit einer "nachhaltigen Geschäftsstrategie" stellen. Zur Erreichung der CO2-Ziele und zur Finanzierung der wichtigen Zukunftsfelder Elektromobilität und Vernetzung sei allerdings auch "ein enormer technischer und finanzieller Aufwand notwendig". Die daraus entstehenden Kostenbelastungen erforderten "umfassende Maßnahmen" unter anderem zur Verschlankung des Unternehmens.

Dazu zählt auch ein von Daimler bereits angekündigter Personalabbau: Bis Ende 2022 sollen die Personalkosten um mehr als 1,4 Milliarden Euro verringert werden. Ziel sei "ein weltweiter sozialverträglicher Abbau von Arbeitsplätzen inklusive der Reduzierung von Führungspositionen", erklärte der Konzern.

Einem Medienbericht zufolge will Daimler weltweit rund 15.000 Stellen streichen, um so mehr als 1,4 Milliarden Euro einzusparen. Insgesamt beschäftigt Daimler knapp 299.000 Menschen.

Geringere Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter und Aktionäre

Einige von ihnen leiden direkt unter dem Gewinneinbruch: Weil der Konzern weniger Geld erwirtschaftet, erhalten die Daimler-Mitarbeiter eine deutlich geringere Prämie als in den Vorjahren.

Demnach bekommen die rund 130.000 Tarifbeschäftigten 2020 nur 597 Euro Ergebnisbeteiligung, wie Daimler am Dienstag mitteilte. Dazu kommt eine einmalige Anerkennungsprämie von bis zu 500 Euro. Im Vorjahr hatte die Prämie noch bei 4965 Euro gelegen.

Ebenfalls betroffen vom Gewinnrückgang sind Daimlers Aktionäre. Källenius will die Dividende pro Aktie auf 90 Cent kürzen. Im Vorjahr lag sie noch bei 3,25 Euro. Analysten hatten zuletzt im Schnitt mit einer Dividende von 1,50 Euro je Aktie gerechnet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP, Reuters

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