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Telekom-Tochter darf mit US-Rivalen fusionieren


Gerichtsurteil  

Telekom-Tochter darf mit US-Rivalen fusionieren

11.02.2020, 15:38 Uhr | dpa-AFX, mak

. Die Telekom-Tochter T-Mobile darf sich mit einem US-Rivalen zusammenschließen. (Quelle: imago images/Richard B. Levine)

Die Telekom-Tochter T-Mobile darf sich mit einem US-Rivalen zusammenschließen. (Quelle: Richard B. Levine/imago images)

Ein US-Gericht stimmte der Fusion der Telekom-Tochter T-Mobile mit dem Rivalen Sprint zu. Das Urteil ließ die Aktien der Unternehmen stark gewinnen – allerdings gibt es noch Unsicherheiten.

Die amerikanische Telekom-Tochter T-Mobile hat sich im wichtigen US-Kartellrechtsprozess um die Fusion mit dem kleineren Rivalen Sprint durchgesetzt. Der zuständige Richter stimmte dem mehr als 26 Milliarden Dollar (24 Milliarden Euro) teuren Deal zu.

Die Unternehmen hatten ihren Zusammenschluss bereits im April 2018 vereinbart. Die Fusion stieß jedoch auf wettbewerbsrechtlichen Widerstand. Das US-Justizministerium stimmte zwar unter Auflagen zu, und auch die Branchenaufsicht FCC gab grünes Licht. Doch 13 Bundesstaaten und der Regierungsbezirk Washington klagten, weil sie Jobverluste und Preiserhöhungen durch die Fusion befürchteten.

Im Dezember war es in New York zum Showdown vor Gericht gekommen, doch erst jetzt wurde das Urteil gefällt. Für die Telekom ist diese Entscheidung ein großer Erfolg. Jahrelang hatte der Bonner Großkonzern versucht, seine US-Tochter mit einem Partner auf dem umkämpften US-Markt zu vereinen.

Auch mit Sprint war schon zweimal zuvor eine Fusion ausgelotet worden. Doch zuerst scheiterte das Projekt an kartellrechtlichen Bedenken und dann an unterschiedlichen Preis- und Besitzvorstellungen.

Fusion bringt Telekom Milliarden-Ersparnisse

Die Zustimmung der US-Behörden hatte jedoch einen hohen Preis. Um zu verhindern, dass der Wettbewerb zu stark leidet, mussten T-Mobile und Sprint weitreichende Zugeständnisse machen.

Der Kompromiss mit dem Justizministerium vom Juli sieht neben einem starken Engagement beim 5G-Netzausbau den Verkauf umfassender Geschäftsteile und Funkfrequenzen an den Satelliten-TV-Betreiber Dish vor.

Die Fusion hat enorme Dimensionen. Laut früheren Angaben von T-Mobile und Sprint ergäbe sich bei gemeinsamen rund 127 Millionen Kunden ein kombinierter Jahresumsatz von mehr als 70 Milliarden Dollar.

T-Mobile hatte zuletzt einen Börsenwert von gut 72 Milliarden Dollar, Sprint brachte es auf knapp 20 Milliarden. Die Telekom kalkuliert wegen geringerer Kosten etwa beim Netzausbau mit Einsparungen von mehr als sechs Milliarden Dollar jährlich.

Der Zusammenschluss soll über einen Aktientausch ablaufen, die Telekom will mit 42 Prozent den größten Anteil am fusionierten Unternehmen übernehmen. Das Aktienpaket, das Sprint-Aktionäre im Tausch für ihre Anteile bekommen sollen, war bei Ankündigung des Plans gut 26 Milliarden Dollar wert.

Genehmigung einer regionalen Behörde steht noch aus

Eine Schlappe ist das Urteil für das von den großen US-Staaten New York und Kalifornien angeführte Klägerbündnis, das sich mit dem Rechtsstreit auch gegen die Regierung von US-Präsident Donald Trump in Washington gestellt hatte.

Einige Fragezeichen bleiben jedoch. So könnte T-Mobile angesichts der schlechten Geschäftsentwicklung von Sprint in den vergangenen knapp zwei Jahren versuchen, den Preis noch zu drücken. Die ursprüngliche Fusionsvereinbarung lief in November aus und wurde angesichts der hohen Ungewissheit um den Deal bislang nicht erneuert.

Zudem steht auch noch die Genehmigung einer regionalen Aufsichtsbehörde in Kalifornien aus, die womöglich ein Hindernis werden könnte.

An der Börse kommt das Urteil gut an

Bei Anlegern hatten bereits Medienberichte über eine bevorstehende Zustimmung für große Aufregung gesorgt. Sprint-Aktien schossen in der Nacht zu Dienstag im nachbörslichen US-Handel um rund 70 Prozent in die Höhe, Papiere von T-Mobile legten ebenfalls stark zu.

Die Hängepartie um den Zusammenschluss hatte vor allem die Papiere des kleineren und hoch verschuldeten Fusionspartners Sprint stark belastet. Die Skepsis an der Wall Street war zeitweise groß, und etliche Analysten hatten eine Blockade des Richters erwartet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-afx

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