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Bombardier verkauft wohl Eisenbahngeschäft an Alstom – Deal beflügelt Aktie


Spekulationen  

Bombardier verkauft wohl sein Eisenbahngeschäft

13.02.2020, 09:08 Uhr | dpa-AFX, mak

Bombardier verkauft wohl Eisenbahngeschäft an Alstom – Deal beflügelt Aktie. Bombardier will sich offenbar von seinem Zuggeschäft trennen. (Quelle: imago images/Arnulf Hettrich)

Bombardier will sich offenbar von seinem Zuggeschäft trennen. (Quelle: Arnulf Hettrich/imago images)

Alstom will laut einem Medienbericht die Eisenbahnsparte von Bombardier kaufen. Das beflügelte die Aktien des hochverschuldeten Bombardier-Konzerns. Aber sicher ist eine Transaktion noch lange nicht.

Der französische Bahntechnikhersteller Alstom will einem Pressebericht zufolge das gesamte Eisenbahngeschäft des kanadischen Bombardier-Konzerns übernehmen. Der Preis liege bei sieben Milliarden Euro, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Informationen aus Industriekreisen. Die Transaktion solle am Donnerstagmorgen bekanntgegeben werden.

Alstom übernehme das weltweite Eisenbahngeschäft der Kanadier, dessen Firmensitz Berlin ist. Damit würde ein neuer großer Eisenbahntechnikkonzern mit etwa 15 Milliarden Euro Umsatz entstehen. Eine Fusion könnte allerdings auf Widerstand von Kartellbehörden stoßen. 2017 war über die Zusammenlegung der Zugsparten von Bombardier und Siemens spekuliert worden. Der deutsche Technologiekonzern hatte sich dann aber für Alstom als Partner entschieden. Im Februar 2019 hatte die EU-Kommission schließlich das Vorhaben trotz Warnungen vor einer zunehmenden Bedrohung durch chinesische Konkurrenz gestoppt.

Weder Bombardier noch Alstom hätten sich auf Anfrage dazu äußern wollen, heißt es. Ein Bombardier-Sprecher habe nur gesagt, man kommentiere Marktgerüchte nicht.

Bombardier trennt sich von Airbus 220

Bombardier befindet sich derzeit in einer Krise. Die Kanadier hatten im vorigen Monat den Kapitalmarkt mit einer Gewinnwarnung schockiert. Hintergrund für die um die Hälfte gestrichene Erwartung an die Gewinnentwicklung im abgelaufenen Jahr ist auch das schlecht laufende Eisenbahngeschäft.

Zuletzt wurde bekannt, dass sich der hoch verschuldete Zug- und Flugzeugbauer sich von seinen restlichen Anteilen am Bau des kleinsten Airbus-Verkehrsflugzeugs A220 trennt. Das Paket von rund 33 Prozent geht an die beiden anderen Anteilseigner, den europäischen Flugzeugriesen Airbus und die Regierung der kanadischen Provinz Quebec.

Airbus zahlt Bombardier dafür bis zu 591 Millionen Dollar (544 Millionen Euro) und hält künftig 75 Prozent an der für den A220 verantwortlichen Airbus Canada. Bombardier hatte die Mehrheit an dem A220-Projekt schon vor eineinhalb Jahren an Airbus abgegeben und nun aus finanziellen Gründen den kompletten Ausstieg gesucht – obwohl das Flugzeug sich inzwischen gut verkauft.

Vermeintlicher Deal treibt Aktienkurs

Die neuen Spekulationen haben dem Bombardier-Konzern kräftig Auftrieb an der Börse gegeben. An der Börse Toronto legten Bombardier-Aktiern zeitweise um mehr als sieben Prozent zu und gingen mit einem Kursplus von zehn Prozent aus dem Handel.

Zuletzt hatte es laut dem Bericht auch geheißen, der japanische Zugbauer Hitachi sei an Bombardier interessiert. Über die nun angeblich bevorstehende Transaktion war bereits in Medienberichten die Rede gewesen.

Bombardier Transportation hat nach Angaben des Unternehmens rund 40.650 Beschäftigte, Hauptsitz der Sparte ist Berlin. Insgesamt hat der Bombardier-Konzern, dessen zweites Standbein der Flugzeugbau ist, mehr als 68.000 Mitarbeiter.

Alstom hatte zuletzt Aufträge für 3,6 Milliarden Euro erhalten, darunter ein Großauftrag für das Schienennetz der australischen Metropole Perth, wie der Konzern Mitte Januar in Paris mitteilte. Damit verzeichnete das Unternehmen den höchsten Wert in einem Quartal im laufenden Geschäftsjahr.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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