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Coronavirus: Darum schadet die Krankheit nicht den Börsen


Keine Sorgen bei Anlegern  

Warum das Coronavirus den Börsen nicht schadet

18.02.2020, 13:59 Uhr | Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Coronavirus: Darum schadet die Krankheit nicht den Börsen. Wegen des Coronavirus' müssen viele Menschen aus China ausreisen. Den Aktienmärkten schadet die Epidemie bislang aber nicht. (Quelle: imago images/Carlo Cozzoli/FOTOGRAMMA)

Wegen des Coronavirus' müssen viele Menschen aus China ausreisen. Den Aktienmärkten schadet die Epidemie bislang aber nicht. (Quelle: Carlo Cozzoli/FOTOGRAMMA/imago images)

Handelskonflikte, Konjunktursorgen und nun auch noch das Coronavirus: Die Stimmung an den Börsen müsste eigentlich schlecht sein. Doch das Gegenteil ist der Fall. Das hat vor allem einen Grund.

An der Börse ist von Virussorgen kaum eine Spur: Aktienanleger lassen sich trotz der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus und damit verbundener Sorgen um die Konjunktur die Stimmung bislang nicht nachhaltig verderben.

Der deutsche Leitindex Dax hält sich seit Wochen auf Rekordniveau, auch andere Börsenbarometer wie der Index Dow Jones in den USA zeigen nach oben. Selbst die Börsen in China sind wieder auf Erholungskurs, obwohl sich das Coronavirus mit offiziellem Namen "Sars-CoV-2" immer weiter ausbreitet.

"Die Corona-Epidemie hat die Märkte kurzfristig durcheinander gewirbelt. Mittlerweile haben sich die Aktienkurse wieder deutlich erholt", konstatierten Commerzbank-Experten jüngst. Ein ähnliches Bild habe sich bei der Sars-Epidemie gezeigt.

Damals erholten sich die Aktienkurse bereits im März 2003, obwohl sich die Zahl der Sars-Infektionen noch bis Juni 2003 weiter erhöhte. Seit Wochen steigt auch die Zahl der Coronavirus-Infektionen in China immer weiter. Dennoch scheinen die Anleger das Thema mittlerweile abgehakt zu haben, ebenso wie die eher trüben Konjunkturaussichten.

Billiges Geld – nicht nur im Euroraum

"Die Börsen haben sich schon seit Längerem von den realwirtschaftlichen Vorgängen abgekoppelt", analysierte der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Gabriel Felbermayr, im Gespräch mit dem "Handelsblatt".

Die Widerstandskraft der Aktienmärkte erkläre sich auch durch den Rückenwind der unverändert lockeren Geldpolitik, schreibt die DZ Bank. Seit Jahren halten Notenbanken rund um den Globus das Geld billig und fluten über Anleihenkäufe die Märkte mit Liquidität. Das wirkt sich positiv auf die Börsen aus. Weil zudem die Zinsen im Keller sind, sind lukrative Anlagen rar und Investoren setzen verstärkt auf Aktien.

Im Euroraum ist ein Ende der Geldflut nicht abzusehen. Und die chinesische Notenbank pumpt aktuell im Kampf gegen mögliche wirtschaftliche Folgen des Virus für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt Geld in den Markt. Banken erhalten dort frisches Zentralbankgeld zu einem niedrigeren Zinssatz.

Coronavirus belastet Börse höchstens kurzfristig

Im Krisenfall könnten auch andere Notenbanken intervenieren, um die Wirtschaft zu stützen. Diese Aussicht dürfte die Nerven der Anleger beruhigen. Der Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Philip Lane, sagte zuletzt, die Notenbank werde die Entwicklung "sehr aufmerksam" verfolgen. Die Erfahrungen aus vergangenen Pandemien wie Sars zeige, dass die Corona-Krise zu "signifikanten kurzfristigen Effekten, aber nicht zu langfristigen Effekten führen kann".

Ähnliche Turbulenzen wie infolge der Finanzkrise 2008/2009, als die Börsenkurse einbrachen und die Weltwirtschaft an den Rande des Kollapses geriet, erwarten Ökonomen nicht.

Damals waren die Banken- und Finanzsysteme betroffen, die über Ländergrenzen hinweg eng verflochten sind, wie Commerzbank-Volkswirte erinnern: "Das ist diesmal nicht der Fall." Das chinesische Finanzsystem sei von der Corona-Epidemie kaum getroffen und auch nicht eng mit denen westlicher Länder verflochten.

Nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) sollten Anleger die gute Stimmung an den Börsen allerdings nicht überschätzen: "Angesichts einer nach wie vor fragilen globalen Industriekonjunktur bei gleichzeitig hohen Aktienbewertungen bleiben die Märkte anfällig."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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