Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Börse & Märkte >

Wegen Übernahme: IG Metall warnt vor Jobabbau bei Bombardier


Nach geplanter Übernahme  

IG Metall warnt vor Jobabbau bei Krisen-Konzern Bombardier

18.02.2020, 17:45 Uhr | top, dpa, dpa-AFX

Wegen Übernahme: IG Metall warnt vor Jobabbau bei Bombardier. Auch im Bombardier-Werk im brandenburgischen Hennigsdorf befürchtet die IG Metall, dass Jobs gestrichen werden. (Quelle: dpa/Paul Zinken)

Auch im Bombardier-Werk im brandenburgischen Hennigsdorf befürchtet die IG Metall, dass Jobs gestrichen werden. (Quelle: Paul Zinken/dpa)

Das Zuggeschäft des finanziell angeschlagenen Konzerns Bombardier soll von Alstom übernommen werden. Die IG Metall warnt vor Folgen des Deals für tausende Mitarbeiter. 

Die IG Metall warnt vor Jobverlusten in Folge der geplanten Übernahme der Zugsparte des kanadischen Konzerns Bombardier durch Alstom. Der Bezirksleiter der Gewerkschaft in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thorsten Gröger, forderte die Politik auf, das Vorhaben beider Unternehmen genau im Auge zu behalten. "Es wäre absurd, wenn die Beschäftigten der Bahnindustrie ausgerechnet jetzt, wo alle Welt über einen Ausbau des öffentlichen Verkehrs redet, wegen der Gewinnfantasien von Konzernmanagern Angst um ihre Arbeitsplätze haben müssten", sagte er.

Der französische TGV-Hersteller Alstom will die Zugsparte des kanadischen Konkurrenten Bombardier übernehmen. Dafür solle ein Preis in der Spanne von 5,8 Milliarden Euro bis 6,2 Milliarden Euro gezahlt werden, wie Alstom bereits am Montagabend mitteilte. Eine entsprechende Absichtserklärung sei unterzeichnet worden.

EU-Kommission muss Übernahme noch billigen

Die geplante Übernahme des Bombardier-Zuggeschäfts durch den Hersteller Alstom wird von der EU-Kommission noch nicht geprüft. "Wir haben die Nachricht in der Presse gesehen", sagte eine Sprecherin der Brüsseler Behörde am Dienstag. Der Deal soll im ersten Halbjahr kommenden Jahres endgültig abgeschlossen werden. Alstom-Chef Henri Poupart-Lafarge zeigte sich optimistisch, dass die EU-Wettbewerbshüter die Übernahme billigen.

Durch die Übernahme bahnt sich unter großen Zugherstellern aus der Not heraus ein neuer Zusammenschluss an. Denn Bombardier ist finanziell schwer angeschlagen. Probleme im Zuggeschäft rissen den Konzern 2019 tief in die roten Zahlen. Um an Geld zu kommen, stieg der Konzern bereits vergangene Woche bei dem gemeinsam mit Airbus gebauten Kurz- und Mittelstreckenjet Airbus A220 aus.

Die Kanadier hatten den Flieger unter dem Namen Bombardier C-Serie für mehr als sechs Milliarden US-Dollar selbst entwickelt, sich dabei aber finanziell verhoben. Die Bombardier-Führung suchte nach weiteren Möglichkeiten, den Schuldenberg des Konzerns abzutragen.

Deal mit Bedeutung für deutschen Markt

Die Transaktion wäre auch von großer Bedeutung für Deutschland. Der Hauptsitz der Bombardier-Zugsparte ist in Berlin. Von den insgesamt 40.650 Mitarbeitern, die laut dem Unternehmen zuletzt in 60 verschiedenen Ländern tätig waren, arbeiten nach Gewerkschaftsangaben rund 6.500 Stammbeschäftigte in Deutschland. Hinzu kommen rund 1.100 Leiharbeiter. Die größten Standorte sind Hennigsdorf, Görlitz und Bautzen. Auch in Mannheim, Kassel und Siegen sind jeweils mehrere Hundert Menschen beschäftigt. Kleinere Standorte bilden zudem Braunschweig und Frankfurt.

In Salzgitter betreibt der französische Bahntechnik-Konzern Alstom sein größtes Werk. Dort hatte es schon mehrfach Streit zwischen Management und Betriebsrat gegeben. Der Betriebsratschef im Alstom-Werk Salzgitter, Thomas Ueckert, sieht zwischen beiden Unternehmen Überschneidungen. So etwa bei Regionalzügen sowie bei U- und Straßenbahnen. Befürchtet werden Verlagerungen an Billigstandorte.

Bund und Land müssten nun "zügig" Einblick in die Strategien von Alstom und Bombardier erhalten, verlangte der Gewerkschafter Thorsten Gröger von IG Metall. Dabei müsse klar werden, dass "eine Konsolidierung zulasten der Beschäftigten nicht akzeptiert werde", wenn man weiter Züge in Deutschland verkaufen wolle, hieß es.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Rohstoffe und Währungen

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: