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ThyssenKrupp-Aufzüge: IG Metall will Jobs und Standorte langfristig erhalten


50.000 Mitarbeiter von Verkauf betroffen  

Thyssen-Aufzüge: IG Metall will Jobs und Standorte langfristig erhalten

18.02.2020, 17:39 Uhr | rtr

ThyssenKrupp-Aufzüge: IG Metall will Jobs und Standorte langfristig erhalten. Proteste bei der Thyssenkrupp Hauptversammlung Ende Januar: In Deutschland beschäftigt Thyssenkrupp rund 5.000 Mitarbeiter in der Aufzugssparte (Archivbild). (Quelle: imago images/Jürgen Schwarz)

Proteste bei der Thyssenkrupp Hauptversammlung Ende Januar: In Deutschland beschäftigt Thyssenkrupp rund 5.000 Mitarbeiter in der Aufzugssparte (Archivbild). (Quelle: Jürgen Schwarz/imago images)

Beim anstehenden Verkauf der Aufzugssparte von ThyssenKrupp will die IG Metall sicherstellen, dass Jobs, Standorte und Investitionen erhalten bleiben. Die gebotene Summe soll nicht das entscheidende Kriterium sein.

Im Poker um die Aufzugssparte von ThyssenKrupp will die IG Metall mit den verbliebenen Bietern einen umfangreichen Forderungskatalog festzurren. "Wir fordern eine langfristige Sicherung der Beschäftigung und aller Standorte. Das ist eine klare Ansage", sagte der nordrhein-westfälische IG Metall-Chef und stellvertretende Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp Elevator, Knut Giesler, der Nachrichtenagentur Reuters.

Zudem müsse die Zukunft des Geschäfts abgesichert werden. Hierzu gehöre, dass die Mitbestimmmung ebenso erhalten bleibe wie die Investitionen, die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, und für die Ausbildung. "Dabei handelt es sich um jährliche Investitionen in der Höhe eines ordentlichen dreistelligen Millionenbetrags."

5.000 Mitarbeiter in Deutschland betroffen

Giesler führt für die Beschäftigten die Verhandlungen. Elevator beschäftigt weltweit über 50.000 Mitarbeiter, davon rund 5.000 in Deutschland. Der Konzern strebt eine Entscheidung auf einer Aufsichtsratsitzung am 27. Februar an. In dem Gremium verfügen die Arbeitnehmervertreter über die Hälfte der 20 Sitze. Im Rennen sind noch zwei Konsortien von Finanzinvestoren. Dabei handelt es sich einerseits um Blackstone, Carlyle und dem Canadian Pension Plan Investment Board sowie um eine Bietergruppe um Advent und Cinven andererseits. Der finnische Kone-Konzern war am Montag ausgestiegen. Er hatte Insidern zufolge mehr als 17 Milliarden Euro für die Ertragsperle von ThyssenKrupp geboten, die Offerte von Blackstone soll bei knapp 16 Milliarden liegen.

"ThyssenKrupp kann sich eine Hängepartie nicht leisten"

Für Giesler ist die Schlussrunde die richtige. "Entscheidend für das jetzige Vorgehen war die Frage der Transaktionssicherheit. ThysssenKrupp kann sich eine Hängepartie von zwei, drei Jahren nicht leisten." Die Idee Kones, das Europageschäft an den Partner CVC auszugliedern, habe nicht überzeugt. "Man hätte für das Europageschäft erst noch einen Carve Out machen müssen. Das wäre extrem schwierig gewesen." Hinzu käme, dass unklar gewesen wäre, wie dieses Konstrukt agieren kann. "Man hätte einen relativ kleinen europäischen Hersteller, der seine Produkte weltweit verkaufen müsste. Wo käme das Vertriebsnetz her? Wie bedient man die Märkte in Fernost oder Amerika?"

Kaufpreis nicht entscheidend 

Die Höhe des Kaufpreises spielt für die Gewerkschaft nicht die Hauptrolle. "Das kapitalistische Börsenmonopoly ist Aufgabe des Konzerns. Wir wollen die Mitarbeiter absichern", betont Giesler. "Wir würden uns wünschen, dass ThyssenKrupp eine Minderheitsbeteiligung behält." Die Entscheidung liege aber bei der AG.

Insider vermuten, dass ThyssenKrupp eine Restbeteiligung von 20 Prozent plus X behalten will, um von erwarteten Wertsteigerungen und dem Cashflow zu profitieren. Bei einem späteren Ausstieg der Investoren soll auch der neue Eigentümer zunächst mit der IG Metall eine Vereinbarung erzielen. "Wir sind zuversichtlich, dass wir für die Beschäftigten von Elevator eine gute Lösung erzielen" betonte Giesler. "Es wird dann die Aufgabe der AG sein, daraus auch eine gute Lösung für de Gesamtkonzern zu machen." 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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