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Türkei: Türkische Lira könnte weiter an Wert verlieren


Leitzins gesenkt  

Türkische Lira könnte weiter an Wert verlieren

19.02.2020, 13:43 Uhr | rtr, dpa-AFX, mak

Türkei: Türkische Lira könnte weiter an Wert verlieren. Nach der erneuten Zinssenkung könnte die Türkische Lira weiter an Wert verlieren. (Quelle: imago images/Muhammad Ata/ZUMA Press)

Nach der erneuten Zinssenkung könnte die Türkische Lira weiter an Wert verlieren. (Quelle: Muhammad Ata/ZUMA Press/imago images)

Der Leitzins in der Türkei wird auf Druck Erdogans weiter gesenkt. Seit Mai 2019 wurde der Zins mehr als halbiert. Ein Experte warnt jedoch: Die türkische Lira könnte nun abgewertet werden.

Die türkische Zentralbank bleibt auf Zinssenkungskurs. Wie die Notenbank am Mittwoch in Ankara mitteilte, fällt ihr einwöchiger Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 10,75 Prozent. Es ist die sechste Zinssenkung in Folge. Die türkische Lira gab nach dem Zinsentscheid nach. "Der Mix aus niedrigeren Zinsen und steigender Teuerung dürfte die Lira-Abwertung in den nächsten Quartalen wieder anheizen", sagte Commerzbank-Experte Tatha Ghose.

Investoren machen sich außerdem Sorgen wegen der Spannungen in der nordsyrischen Provinz Idlib, die an die Türkei grenzt. Die Türkei hat Truppen in den Norden Syriens verlegt und droht der syrischen Armee im Falle von Angriffen mit Vergeltung. Trotz türkischer Forderungen nach einem Waffenstillstand will Syriens Präsident Baschar al-Assad seine Offensive gegen Rebellen in der Region fortsetzen. Er wird von Russland und dem Iran unterstützt. Am Dienstag wollten Vertreter Russlands und der Türkei in Moskau die Verhandlungen über eine Feuerpause fortsetzen.

Zudem verschärfte die Regierung in Ankara ihr Vorgehen gegen mutmaßliche Anhänger der Bewegung des im US-Exil lebenden Predigers Fetullah Gülen. Die Staatsanwaltschaft erließ fast 700 Haftbefehle. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wirft seinem einstigen Mitstreiter vor, hinter dem Putschversuch vom Juli 2016 zu stecken, bei dem etwa 250 Menschen getötet wurden. Gülen bestreitet das.

Geldpolitik in der Hand von Erdogan

In diesem Jahr hat die Notenbank ihre Geldpolitik schon zum zweiten Mal gelockert. Seit Mitte 2019 hat sie ihren Zins, ausgehend von 24 Prozent, mehr als halbiert. Hintergrund dieses Kurses ist eine rückläufige Inflation und eine Erholung der Lira, die sich davor in einer schweren Krise befand. Die geringeren Zinsen sollen die Wirtschaft ankurbeln.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan drängt die Zentralbank in diese Richtung. Fachleute warnen jedoch vor einer zu lockeren Geldpolitik, da die Inflation zuletzt wieder gestiegen ist. Weil die Inflationsrate mittlerweile wieder über dem Leitzins liegt, ist der reale Leitzins negativ. Dies kann zwar das Wirtschaftswachstum stimulieren, kann aber auch die Lira wieder in Bedrängnis bringen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters

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