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DAX im Minus: Corona-Ausbruch in Italien schockiert Europas Finanzmärkte


Dax im Minus  

Corona-Ausbruch in Italien schockiert Europas Finanzmärkte

24.02.2020, 12:21 Uhr | top, dpa, rtr

DAX im Minus: Corona-Ausbruch in Italien schockiert Europas Finanzmärkte. Eine Frau trägt eine Schutzmaske in Singapur: Der Ausbruch des Coronavirus hat Auswirkungen auf Europas Finanzmärkte.  (Quelle: imago images/ZUMA Press)

Eine Frau trägt eine Schutzmaske in Singapur: Der Ausbruch des Coronavirus hat Auswirkungen auf Europas Finanzmärkte. (Quelle: ZUMA Press/imago images)

Das Coronavirus schlägt an Europas Börsen durch: Der Dax verlor am Montag zwischenzeitlich mehr als 500 Punkte. Das Geschäftsklima in Deutschland verbesserte sich dagegen. Der Grund dafür ist einfach.

Nach dem sprunghaften Anstieg der Infizierten-Zahlen in Italien steigt die Unsicherheit an den Finanzmärkten spürbar. Der Dax verlor zum Wochenbeginn mehr als 500 Punkte. Auch der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sank am Montagmorgen um mehr als 3,5 Prozent. Für die wichtigsten Wall-Street-Indizes erwarten Experten zu Handelsbeginn in New York einen deutlichen Kursrutsch. Parallel zog der Goldpreis an, die Ölpreise fielen. 

Die Frankfurter Börse startete am Montag mit einem Minus. Zwischenzeitlich lag der deutsche Leitindex Dax bei einem Wert von 13.079 Punkten. Das bedeutet ein Minus von mehr als 500 Punkten seit Freitag, als der Dax mit 13.579 Punkten ins Wochenende ging. In den vergangenen Wochen hatte der Leitindex mehrmals seinen eigenen Rekord gebrochen, notierte bisweilen bei 13.789 Punkten.

In Asien ging es zum Wochenstart insbesondere an Südkoreas Börsen deutlich nach unten, wenngleich sich die Kursverluste in Festlandchina in Grenzen hielten. In China stieg die Zahl der Toten durch das Coronavirus Covid 19 zuletzt sprunghaft an und auch Südkorea ist zunehmend betroffen. Sorgen bereitete den Investoren auch die Nachrichten vom ersten größeren Ausbruch des Virus in Europa.

"Gefährlich giftiger Cocktail für die Aktienmärkte"

"Wir sehen noch keine Panik an den Börsen. Bei den heutigen Verkäufen sind aber viele Angstverkäufe dabei", schrieb Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Doch die Anleger würden zunehmend unruhig. Vor allem die, die erst spät auf den Börsenzug aufgesprungen sind, rutschten jetzt ins Minus. "Die Kombination aus ohnehin hohen Bewertungen und dem Coronavirus ist im Moment ein gefährlich giftiger Cocktail für die Aktienmärkte", sagte der Experte.

Wegen der Lungenkrankheit hatte der Internationale Währungsfonds IWF am Wochenende die Wachstumsprognose für China gesenkt. Statt wie zuletzt 6,0 Prozent prognostizieren die Experten nun ein Wachstum von 5,6 Prozent für das Land – was aufgrund der großen wirtschaftlichen Bedeutung Chinas auch Auswirkungen auf das globale Wachstum hat:

Der IWF geht nunmehr von einem weltweiten Wirtschaftswachstum von 3,2 Prozent aus, 0,1 Prozent weniger als zuletzt erwartet. IWF-Chefin Kristalina Georgiewa räumte allerdings ein, es gebe noch große Unsicherheiten – etwa über die Verbreitung des Virus. Das erschwere eine verlässliche Prognose. "Viele Szenarien können sich abspielen, je nachdem, wie schnell das Virus eingedämmt wird und wie schnell sich die chinesischen und anderen betroffenen Volkswirtschaften wieder normalisieren", sagte Georgiewa.

Ifo-Geschäftsklima für Deutschland hellt sich etwas auf

Deutschlands Unternehmen haben sich dagegen im Februar noch unbeeindruckt von der Ausbreitung des Coronavirus gezeigt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Februar leicht von 96,0 Punkten auf 96,1 Punkte, wie das Münchner Forschungsinstitut am Montag mitteilte. Zwar schätzten die Unternehmen ihre Lage demnach etwas schlechter ein. Sie blickten aber weniger pessimistisch auf die kommenden sechs Monate.

"Die Umfrageergebnisse und andere Indikatoren deuten auf ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent im ersten Quartal" dieses Jahres hin, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Für den Index befragt das Ifo-Institut monatlich rund 9.000 Unternehmen.

Ein Grund für die auf den ersten Blick überraschende Entwicklung ist der Umfragezeitraum, wie auch Ifo-Konjunkturexperte Klaus Wohlrabe am Montag sage: "Die jüngste Dynamik der Epidemie wird in unserer aktuellen Umfrage noch nicht komplett abgebildet. Die neuen Entwicklungen in Südkorea und Italien etwa sind noch nicht berücksichtigt. Das werden wir erst im März sehen."

Industrie optimistisch – Handel skeptisch

In der Industrie stieg der Geschäftsklimaindex demnach zum dritten Mal in Folge. Dies sei auf "merklich weniger pessimistische Erwartungen zurückzuführen", erklärte das Ifo. Die aktuelle Lage beurteilten die Unternehmen demnach hingegen schlechter. Die Nachfrage und der Auftragsbestand hätten sich etwas erholt.

Im Dienstleistungssektor ist der Indikator der Umfrage zufolge erneut rückläufig. Die Dienstleister sind demnach mit ihrer aktuellen Lage etwas weniger zufrieden. Sie blicken zudem skeptischer auf die kommenden Monate.

Im Handel verschlechterte sich das Geschäftsklima ebenfalls, wie das Institut erklärte. Die zuletzt positiven Entwicklungen bei der aktuellen Lage und den Erwartungen hätten einen Dämpfer erhalten. Nur im Einzelhandel zeigt laut Ifo-Umfrage der Erwartungsindikator nach oben.

Im Bauhauptgewerbe sank der Index erneut. Dies sei pessimistischeren Erwartungen der Baufirmen geschuldet, erklärte das Ifo. Ihre aktuelle Lage schätzten die Unternehmen aber wieder etwas besser ein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters
  • Eigene Recherche

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