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Coronavirus: Deutsche Unternehmen in China rechnen mit Umsatzeinbrüchen


Corona-Auswirkungen  

Deutsche Unternehmen in China rechnen mit Umsatzeinbrüchen

27.02.2020, 12:10 Uhr | top, dpa

Coronavirus: Deutsche Unternehmen in China rechnen mit Umsatzeinbrüchen. Chinesische Arbeiter in einer Volkswagen-Fabrik in südchinesischen Chengdu. Das Geschäft deutscher Unternehmer in China leidet unter dem Corona-Virus. (Quelle: imago images/Xinhua)

Chinesische Arbeiter in einer Volkswagen-Fabrik in südchinesischen Chengdu. Das Geschäft deutscher Unternehmer in China leidet unter dem Corona-Virus. (Quelle: Xinhua/imago images)

Das Coronavirus macht Unternehmen aus Deutschland und der EU in China zu schaffen. Sie leiden vor allem unter der Bürokratie: Es sei nahezu unmöglich "Waren oder Menschen in China zu bewegen".

Deutsche und andere europäische Unternehmen in China leiden schwer unter der Ausbreitung des Coronavirus. "Die Auswirkungen sind insgesamt schlimm", stellten die deutsche und die europäische Handelskammer in China nach einer Umfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen fest.

Fast 90 Prozent der befragten Firmen berichteten "mittelschwere bis starke Auswirkungen" durch die Lungenkrankheit. Die Hälfte müsse ihre Geschäftsziele für das Jahr anpassen.

Fast jedes zweite Unternehmen erwarte einen zweistelligen Einbruch ihrer Einnahmen in der ersten Hälfte des Jahres – ein Viertel rechne sogar mit mehr als 20 Prozent Rückgang, berichteten beide Kammern. Ein gutes Drittel hat heute schon Probleme mit seinen Finanzen.

Dabei könnte die Krise noch länger dauern als erwartet. Der Chef der Expertenkommission der chinesischen Regierung, Zhong Nanshan, rechnet damit, dass die Epidemie erst "Ende April im Wesentlichen unter Kontrolle sein wird".

Quarantäne-Bürokratie lähmt deutsche Firmen in China

In der Krise sind die größten Herausforderungen für die Firmen unvorhersehbare Vorschriften, stark einschränkende Anforderungen für Quarantäne und weitgehende Voraussetzungen, um den Betrieb nach der verlängerten Pause seit dem chinesischen Neujahrsfest wieder anfahren zu können. Die Hälfte der Unternehmen beklagte uneinheitliche Regelungen in verschiedenen Zuständigkeitsbereichen und Ebenen der Behörden, die sich häufig und auch kurzfristig änderten.

"Der Flickenteppich widersprüchlicher Vorschriften, die der Kampf gegen Covid-19 entstehen ließ, hat Hunderte verschiedener Machtbereiche hervorgebracht, die es nahezu unmöglich machen, Waren oder Menschen in China zu bewegen", beklagte der Präsident der EU-Kammer, Jörg Wuttke. Während die Eindämmung der Epidemie die wichtigste Aufgabe sei, müssten die Maßnahmen auch vorrangig vereinheitlicht werden, um die Wirtschaft auf die Füße zu bringen.

Beispielsweise könnten Lieferungen vielfältigen beschwerlichen Beschränkungen unterworfen werden, wenn sie verschiedene Provinzen oder Städte oder selbst Bezirke durchqueren müssten. Lieferketten seien unterbrochen. Lagerhäuser funktionierten nicht normal. Es sei schwierig, Beschäftigte wieder zurück in die Stadt zu holen, um die Arbeit wieder aufzunehmen, berichteten die Mitgliedsunternehmen.

Unternehmen brauchen Unterstützung der Regierung

"China steht vor einem heiklen Balanceakt mit zwei wichtigen, aber auseinanderlaufenden Zielen: Die Maßnahmen zur Vorbeugung gegen das Virus streng durchzuhalten, während es um eine Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Normalität kämpft", sagte Stephan Wöllenstein, Vorsitzender der deutschen Kammer in Nordchina. Für Betroffene, besonders kleine und mittelgroße Unternehmen, sei Unterstützung der Regierung notwendig, bis sich der Betrieb wieder normalisiere.

59 Prozent der befragten Unternehmen leiden nach eigenen Angaben unter "starken Auswirkungen", während sich weitere 30 Prozent "mittelschwer" betroffen sehen. So sinke die Nachfrage, wie 56 Prozent der Firmen beklagten. Lieferfristen könnten wegen der Unterbrechung der Logistik nicht eingehalten werden (47 Prozent). Zudem mangele es an Personal (47 Prozent).

Auch verzögere sich die Produktion aus Mangel an Zulieferungen (45 Prozent). Wegen der Unsicherheiten ließen sich keine Geschäfts- oder Investitionsentscheidungen treffen (44 Prozent). Auch fällt es 36 Prozent schwer, ihre Finanzströme aufrechtzuerhalten.

Knapp 600 Unternehmen wurden befragt

An der Umfrage nahmen zwischen dem 18. und dem 21. Februar insgesamt 577 Mitgliedsunternehmen beider Handelskammern teil - zu zwei Drittel deutsche Unternehmen. Zu knapp einem Viertel sind die Firmen im Maschinen- und Anlagenbau tätig, zu einem Fünftel in der Autobranche.

Die Ergebnisse decken sich in vielen Punkten mit einer Erhebung der amerikanischen Handelskammer in China, die ebenfalls "bedeutende Auswirkungen" feststellte. Beklagt wurden vor allem die Unterbrechung von Reisemöglichkeiten und verringerte Produktivität. Fast ein Drittel der US-Unternehmen sieht steigende Kosten und stark verringerte Einnahmen.

Fast die Hälfte der rund 150 US-Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, hofft auf Steuererleichterungen, um ausländischen Unternehmen zu helfen. Ein Drittel forderte klare und einheitliche Vorgaben. Ein Drittel der befragten US-Firmen erwartet eine Rückkehr zu einem normalen Betrieb bis Ende März, während zwölf Prozent sogar mit Verzögerungen über den Sommer hinaus rechnen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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