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Ölpreise dramatisch eingebrochen: Nach gescheiterten Opec Verhandlungen


Rohstoffe  

Ölpreise im Fall – stärkster Einbruch seit fast 30 Jahren

09.03.2020, 17:49 Uhr | fls, dpa

Ölpreise dramatisch eingebrochen: Nach gescheiterten Opec Verhandlungen . Ein Ölfeld in Russland: Die Preise für Rohöl sind am Montagmorgen eingebrochen. (Quelle: dpa/Yuri Kochetkov)

Ein Ölfeld in Russland: Die Preise für Rohöl sind am Montagmorgen eingebrochen. (Quelle: Yuri Kochetkov/dpa)

Nach den gescheiterten Verhandlungen des Ölkartells der Opec-Staaten sind die Preise für Rohöl dramatisch eingebrochen. Der Preissturz ist so hoch wie seit 1991 nicht mehr.

Auf dem Ölmarkt sind die Preise zum Wochenauftakt abgestürzt. Am Montagmorgen fielen die Notierungen für Rohöl aus der Nordsee und für US-Öl um jeweils etwa 30 Prozent – der stärkste prozentuale Einbruch seit fast 30 Jahren.

Als Ursache für den Ölpreis-Crash gelten die gescheiterten Verhandlungen des Ölkartells Opec mit Förderländern wie Russland, die in der sogenannten Opec+ zusammengefasst sind. Außerdem belastet nach wie vor die Sorge um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise die Ölpreise. Derzeit werden zahlreiche Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft nach unten revidiert, was auch zu einer geringeren Nachfrage nach Rohöl führen dürfte.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 33,51 US-Dollar. Damit lag der Preis 11,76 Dollar oder knapp 26 Prozent unter dem Niveau vom Freitagabend. Der Preis für US-amerikanisches Rohöl der Sorte WTI sackte um 11,59 Dollar oder 28 Prozent auf 29,69 Dollar ab.

Stärkster Einbruch seit dem Golfkrieg 1991

Marktbeobachter sprachen vom stärksten prozentualen Einbruch am Ölmarkt seit dem Golfkrieg 1991. Damals waren die Ölpreise nach der irakischen Invasion in Kuwait zunächst rasant gestiegen. Als sich am Ölmarkt aber keine Engpässe gezeigt hatten, waren die Notierungen schnell gefallen.

Die Ölpreise fielen mit dem Preisrutsch zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit Anfang 2016 zurück. In der Spitze rutschte der US-Ölpreis auf 27,34 Dollar und der für Brent-Öl auf 31,02 Dollar ab. 

Am Freitag konnten sich die Verhandlungspartner der Opec+ überraschend auf keine neue Vereinbarung einigen. Selbst eine Verlängerung der bestehenden Förderbeschränkung fehlte in der Abschlusserklärung der beteiligten Staaten.

Streit zwischen Russland und Saudi-Arabien eskaliert

Darüber hinaus scheint der Streit zwischen Saudi-Arabien und Russland über die künftige Fördermenge weiter zu eskalieren. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf namentlich nicht genannte Insider berichtet, könnte Saudi-Arabien die Fördermenge in den kommenden Monaten erhöhen. Demnach könnte die Fördermenge des führenden Opec-Lands bis auf eine neue Rekordmarke von zwölf Millionen Barrel pro Tag erhöht werden, hieß es.

Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Teilnehmer der russischen Delegation bei den Verhandlungen der Opec+ in Wien berichtete, ist die Abkehr Russlands von dem Ölkartell auch als Kampfansage an die Vereinigten Staaten zu verstehen.

In den vergangenen Monaten hatten demnach neue Sanktionen aus Washington für Unmut in der russischen Regierung gesorgt. Unter anderem wurde auf die im Februar verhängten Strafmaßnahmen der USA gegen eine Tochtergesellschaft des russischen Unternehmens Rosneft verwiesen.

Der durch die Entscheidung Moskaus ausgelöste Ölpreisverfall dürfte auch Folgen für die amerikanische Förderung mithilfe der Fracking-Methode haben. Bei dieser Methode wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien unter hohem Druck in Gesteinsschichten gepresst, um so Öl zu gewinnen. Sie ist vergleichsweise kostspielig und rentiert sich nur bei eher hohen Preisen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, dpa-afx

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