Sie sind hier: Home > Finanzen > Corona-Krise >

Nach "Black Monday": Börsenindex Dax startet Erholung

Mehr als 11.000 Punkte  

Dax erholt sich nach "Schwarzem Montag"

10.03.2020, 12:07 Uhr | top, dpa, rtr

Nach "Black Monday": Börsenindex Dax startet Erholung. Telefonat an der Frankfurter Börse: Der Deutsche Leitindex (Dax) schafft nach dem "schwarzen Montag" an den Börsen weltweit die Wende und macht mit einem Anstieg von rund 360 Punkten im frühen Handel einen Teil der Vortagsverluste wett.  (Quelle: dpa/Arne Dedert)

Telefonat an der Frankfurter Börse: Der Deutsche Leitindex (Dax) schafft nach dem "schwarzen Montag" an den Börsen weltweit die Wende und macht mit einem Anstieg von rund 360 Punkten im frühen Handel einen Teil der Vortagsverluste wett. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Am Montag hat der Dax seinen größten Verlust seit dem 11. September 2001 erlebt. Börsenexperten sprachen von einem "schwarzen Tag" – doch wie geht es am Dienstag weiter?

Ein erwartetes Hilfspaket in den USA gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise hat am Dienstag auch dem deutschen Aktienmarkt Auftrieb gegeben. Nach dem "schwarzen Montag" ging es zwischenzeitlich für den Dax im frühen Handel um 3,71 Prozent nach oben auf knapp mehr als 11.000 Punkte. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel rückte am Vormittag um 3,86 Prozent auf 23.983 Punkte vor. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, gewann zwischenzeitlich sogar mehr als vier Prozent hinzu.

Tags zuvor hatte das deutsche Börsenbarometer allerdings einen der schwärzesten Tage seiner mehr als 30 Jahre alten Geschichte erlebt. Wegen wachsender, durch das Virus ausgelöster Rezessionssorgen und der zusätzlichen Gefahr eines Ölpreiskrieges stießen Anleger panikartig Aktien ab. Sie flüchteten in sicherere Häfen wie Staatsanleihen und Währungen.

Der deutsche Leitindex erlitt letztlich mit einem Minus von fast acht Prozent den größten prozentualen Tagesverlust seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Die Gewinne des vergangenen Jahres hatten sich nahezu aufgelöst. Der Weltindex MSCI World, der mehr als 1.600 Unternehmen aus 23 Ländern weltweit enthält, fiel zeitweise um mehr als fünf Prozent. Vor dem Hintergrund des Absturzes der Aktienkurse flohen Anleger zeitweise in "sichere Häfen" wie Gold. 

Aktien von Deutsche Bank, Deutsche Post und Infineon steigen

Alle der Papiere im Dax fuhren am Vormittag Gewinne ein. Die Aktien der Deutschen Bank erholten sich mit mehr als sieben Prozent etwas, nachdem sie tags zuvor auf ein Rekordtief gefallen waren. Spitzenwert waren die Aktien der Deutschen Post mit einem Plus von zeitweise fast sieben Prozent, nach allerdings fast minus neun Prozent am Montag. Der Logistikkonzern verdiente 2019 unterm Strich mehr und hob nun die Dividende an.

Die Anteile des Chipherstellers Infineon gewannen zeitweise mehr als acht Prozent. Die Münchener haben für ihre geplante rund neun Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor eine wichtige Hürde in den USA genommen.

Auch die meisten Aktien im MDax gingen zwischenzeitlich wieder bergauf: Mit Ausnahme der Anteile des Stahlhändlers Klöckner & Co erholten sich an diesem Tag auch alle weiteren Unternehmen, die ihre Geschäftsberichte vorlegten.

Im SDax gewannen Schaeffler 6,1 Prozent. Die Titel des Stahlhändlers indes sackten nach Zahlen mit einem Minus von etwas mehr als drei Prozent auf ein Rekordtief. Nach einem Verlust 2019 strich der SDax-Konzern nun die Dividende.

Experten entwarnen: Mehr Spielraum durch gefallenen Ölpreis

"Hier ist ein Kartell zerbrochen, das bislang den Ölpreis manipulierte", sagte Marktanalyst Stanzl. Der gefallene Ölpreis sorge nun zum einen dafür, dass die Menschen dank niedrigerer Bezinkosten in den wirtschaftlich angespannten Zeiten des Coronavirus entlastet würden.

Zum anderen sinken die Inflationserwartungen, was den Zentralbanken mehr Spielraum verschaffe. "Das Arsenal an möglichen geldpolitischen Stimuli hat sich durch den gefallenen Ölpreis spürbar erweitert", sagte Stanzl.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die US-Notenbank Fed den Leitzins gekappt und dann am Montag zusätzliches Geld in den Markt gepumpt. In Europa steht diese Woche der Zinsbeschluss der Europäischen Zentralbank an. "Die Entscheidung Italiens, das ganze Land unter Quarantäne zu stellen, betrifft 15 Prozent der Wirtschaftsleistung Europas, was die EZB in eine führende Position bringt, die Folgen abzufedern", sagte Brian Martin, Volkswirt bei der Bank ANZ.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal