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Börsen-Panik in Deutschland – Dax bricht um mehr als zwölf Prozent ein

Größtes Minus seit 30 Jahren  

Börsen-Panik: Dax bricht um mehr als zwölf Prozent ein

12.03.2020, 19:17 Uhr | mak, top, dpa-AFX

Coronavirus: EZB-Chefin Lagarde fordert EU zur Zusammenarbeit auf

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, hat zur Zusammenarbeit in der EU aufgerufen. (Quelle: Reuters)

Christine Lagarde: Hier erklärt die EZB-Chefin, wie sie den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie begegnen will. (Quelle: Reuters)


Es ist der höchste Tagesverlust seit 1989: Der deutsche Leitindex Dax ist am Donnerstag stark gefallen. Grund für den Ausverkauf war die EZB-Entscheidung – und das von Trump verhängte Einreiseverbot für Europäer.

Panik an der Deutschen Börse: Der deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Donnerstag um 12,24 Prozent tiefer bei 9161,13 Punkten. Es ist auf Schlusskursbasis der zweitgrößte prozentuale Tagesverlust seiner mehr als 30 Jahre alten Geschichte. Lediglich Mitte Oktober 1989 hatte es ein noch höheres Minus gegeben, als der Dax nach dem "Schwarzen Freitag" an der Wall Street auf Talfahrt gegangen war. 

Ausgelöst wurde der historische Kurssturz beim Dax durch die Reisebeschränkung der USA für Bürger aus Europa und die drastischen Maßnahmen, die in Italien ergriffen wurden, um die Viruskrise zu meistern. Zudem blieb die von vielen Anlegern erhoffte Beruhigung der Lage von Seiten der Europäischen Zentralbank (EZB) aus. Im Gegenteil: Viele Anleger reagierten mit einem starken Ausverkauf ihrer Aktien.

Der deutsche Leitindex verlor schon zum Handelsstart mehr als zehn Prozent auf unter 10.000 Punkte. In nicht einmal einer Handelswoche büßte das deutsche Börsenbarometer inzwischen rund 20 Prozent ein. Einen größeren Verlust hatte es zuletzt nur während der Finanzmarktkrise im Oktober 2008 gegeben.

Dax verliert rund ein Drittel an Wert

Seit Mitte Februar die Angst vor den wirtschaftlichen Folgen der Viruskrise an den Finanzmärkten steigt, hat der Dax rund ein Drittel an Wert verloren. Das keine vier Wochen zurückliegende Rekordhoch bei knapp unter 13.800 Punkten ist in weite Ferne gerückt.

"So sehr sich die Notenbanken derzeit bemühen, ihr Scherflein zur Krisenbewältigung beizusteuern, noch niedrigere Zinsen und noch mehr Staatsanleihekäufe werden nur bedingt ökonomischen Nutzen haben", sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Auch Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners äußerte sich ähnlich skeptisch.

Analyst Ralf Umlauf von der Helaba indes sieht Teile des Maßnahmenpakets positiv: Die EZB ermögliche Banken unter anderem nun eine günstigere Refinanzierung, sogar unterhalb des Einlagenzinses und nehme dadurch sogar Verluste in Kauf. Dies sei ein "Novum in der EZB-Geschichte" und die "entscheidende, stimulierende Maßnahme". Darüber hinaus hatte die EZB informiert, mehr Geld in Käufe von Staatsanleihen zu stecken. Die Zinsen wurden unterdessen auf dem Rekordtief von null Prozent belassen. Geschäftsbanken müssen weiterhin 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken.

Alle Aktien im Dax sind gefallen

Der MDax der mittelgroßen Werte schloss am Donnerstag mit Verlusten von 10,91 Prozent und einem Stand von 20.168,02 Punkten, der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone sackte um rund zwölf Prozent ab. In den USA fiel der Dow Jones zwischenzeitlich um rund acht Prozent, der Handel an der New Yorker Börse wurde kurzzeitig ausgesetzt.

In den wichtigen deutschen Indizes, dem Dax, MDax und SDax gaben alle Aktien nach. Besonders unter Abwärtsdruck stand erneut die Freizeit- und Reisebranche. Die Papiere der Lufthansa etwa brachen um rund neun Prozent ein.


Den Papieren des Flughafenbetreibers Fraport erging es im MDax mit minus 11,55 Prozent kaum besser. Sie standen zudem auch mit Verkehrszahlen im Blick. Die Virussorgen schlugen im Februar am Frankfurter Flughafen durch: Die Passagierzahl ging vor allem in der letzten Woche zurück und diese negative Dynamik setzte sich in der ersten Märzwoche dann verstärkt fort.

Auch RWE und Banken unter Druck

Auch Bankaktien brachen ein. Die Anteile der Deutschen Bank und der Commerzbank erreichten Rekordtiefs. Dabei hatten zuvor noch zuversichtliche Aussagen von Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing zum Geschäftstrend die Talfahrt etwas ausgebremst.

Trotz gestiegener Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr schlossen die Anteile des Versorgers RWE im Dax mit Verlusten von knapp 13 Prozent, nachdem sie mittags zeitweise um fast 17 Prozent abgesackt waren. Analysten monierten vor allem die Dividende für 2020, die mit 0,85 Euro je Aktie unter den Erwartungen liege.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa


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