Sie sind hier: Home > Finanzen > Börse >

Coronavirus: Wie sicher ist mein Geld – Fragen & Antworten

Fragen und Antworten  

Ist mein Geld trotz Corona-Krise jetzt noch sicher?

Von Florian Schmidt

15.03.2020, 14:36 Uhr
Coronavirus: Wie sicher ist mein Geld – Fragen & Antworten. Geldscheine (Symbolbild): Viele Deutsche fragen sich, wie sicher ihr Erspartes derzeit auf dem Girokonto ist. (Quelle: dpa/Monika Skolimowska)

Geldscheine (Symbolbild): Viele Deutsche fragen sich, wie sicher ihr Erspartes derzeit auf dem Girokonto ist. (Quelle: Monika Skolimowska/dpa)

Die Corona-Krise verunsichert Sparer und Verbraucher. Viele fragen sich, wie sicher ihr Geld noch ist – und ob sie jetzt nur noch bar bezahlen sollten. Die wichtigsten Antworten rund um Corona im Überblick.

Der Blick auf die Börsen verheißt dieser Tage wenig Gutes: Viele Investoren und Anleger an den Finanzmärkten verkaufen wegen der Corona-Krise ihre Wertpapiere, die Kurse fallen. Zwar erholte sich der deutsche Aktienindex Dax am Freitag wieder leicht, der allgemeine Trend aber zeigt noch nach unten.

Für Anleger heißt das: Nach einer der längsten Gewinnphasen in der Geschichte der Börsen verlieren sie einen großen Teil ihrer jüngsten Wertzuwächse. Doch auch viele Sparer, die noch nicht am Aktienmarkt investiert sind, sind verunsichert und haben wegen der Entwicklung an den Börsen Fragen.

Was passiert mit meinen Spareinlagen auf dem Tagesgeldkonto? Drohen Münzen und Scheine knapp zu werden? Und sollte ich jetzt nur noch bargeldlos bezahlen? t-online.de hat die wichtigsten Fragen zusammengetragen und liefert Antworten:

Gefährdet die Corona-Krise meine Spareinlagen auf dem Tagesgeld-, Festgeld- oder Girokonto?

Nein. Wenn Sie Ihr Geld auf einem herkömmlichen Konto verwahren, müssen Sie sich keine Gedanken machen. Das betont auch Tanja Beller, Sprecherin des Bundesverbandes deutscher Banken. "Es besteht hier kein Grund zur Sorge", sagt sie t-online.de. "Die Einlagen in Deutschland sind nicht nur durch die gesetzliche Einlagensicherung, sondern darüber hinaus über die freiwilligen Einlagensicherungssysteme von Banken und Sparkassen umfassend geschützt."

Sollte ich als Sparer mein Geld jetzt lieber unter die Matratze stopfen?

Nein, allein aus Sicherheitsgründen wäre das eine schlechte Idee – die noch dazu unbegründet ist. Denn die Corona-Krise sorgt derzeit nicht für eine gestiegene Geldentwertung. Die so genannte Inflation in Deutschland lag im Februar fast unverändert bei nur 1,7 Prozent und damit immer noch unterhalb von 2 Prozent, ein Wert, den die Zentralbanken als ökonomisch sinnvollen Prozentsatz erachten.

Sollte ich im Supermarkt jetzt nur noch mit Karte bezahlen? 

Aus Hygienegründen kann das sinnvoll sein, ja. Tanja Beller vom Bankenverband empfiehlt insbesondere das kontaktlose Bezahlen. "Der Verbraucher muss bei der kontaktlosen Zahlung lediglich seine Karte oder sein Mobiltelefon nah an das Terminal des Händlers heranführen, um eine Zahlung auszulösen", sagt sie. Ein weiterer Vorteil bei kleineren Beträgen bis zu 25 Euro, manchmal auch bis 50 Euro: Die Eingabe der PIN über eine Tastatur, die viele Menschen vorher angefasst haben, entfällt.

Ist es möglich, dass Geldautomaten bald kein Geld mehr ausspucken?

Grundsätzlich ist das sehr unwahrscheinlich. In Deutschland gibt es für die Bargeldversorgung rund 60.000 Geldautomaten. Je nach Standort sind die meisten Geldautomaten mit Scheinen im Gesamtwert zwischen 50.000 Euro und mehr als 100.000 Euro befüllt. Da regelmäßig nachgefüllt wird, ist ein Geldautomat in der Regel nie leer.

Zusätzlich können viele Bankkunden auch Geld an der Supermarktkasse abheben, oder an der Tankstelle. Laut Bankenverband gibt es deutschlandweit rund 20.000 Anlaufstellen im Handel, hinzu kommen die Schalter der Banken selbst.

Klar ist aber auch, dass die Versorgung mit Bargeld ebenfalls mit der Ausbreitung des Coronavirus zu tun hat, wie Beller erläutert. "Von deren Intensität hängt es ab, wie stark letztlich auch Banken und ihre Dienstleister im Bereich der Bargeldlogistik erfasst werden und ob Arbeitsabläufe im gewohnten Umfang sichergestellt bleiben", sagte sie t-online.de. Einen Grund zur Sorge gebe es derzeit nicht: "Im Rahmen ihres Managements für den Notfall haben sich die Banken mit ihren Dienstleistern bereits entsprechend vorbereitet."

Besteht die Gefahr eines Bankansturms?

Ein Bankansturm, im Englischen "Bank Run" genannt, entsteht, wenn zahlreiche Bankkunden in Panik verfallen und auf einmal Geld abheben wollen. In diesem Fall kann es passieren, dass die Banken nicht genug Geld eingelagert haben und nicht alle Kunden bedienen können.

Ein solches Szenario aber gilt derzeit als fast ausgeschlossen. Dafür gibt es drei Gründe. Erstens sind die Einlagen in Deutschland abgesichert. Zweitens gibt es keine gestiegene Inflation. Drittens ist die Bargeldversorgung in Deutschland gegeben. Bankkunden müssen sich darauf also nicht einstellen.

Kann ich meine Aktien bald nicht mehr verkaufen, weil die Systeme der Banken überlastet sind?

Die Befürchtung, dass die Systeme von Banken und Börsen so heiß laufen, dass nichts mehr funktioniert, ist unbegründet. Zwar ist es richtig, dass aktuell viele Menschen ihre Wertpapiere an Direkthändler und Banken abstoßen, die dadurch viele Transaktionen verarbeiten müssen.

Dass deshalb aber ein Systemausfall droht, stimmt nicht, wie Beller erläutert. "Auch diese Gefahr sehen wir derzeit nicht", sagte sie. "Deutsche Kreditinstitute sind verpflichtet, für Krisensituationen Notfallkonzepte aufzustellen. Diese Notfallkonzepte sollen gewährleisten, dass Bankaktivitäten, unter anderem auch der Handel und die Abwicklung von Wertpapiergeschäften, nicht beeinträchtigt werden." In einem Notfall stünden kurzfristig Ersatzlösungen zur Verfügung, damit die Rückkehr zum Normalbetrieb möglich sei. "Die Durchführung der Notfallkonzepte ist bei den Banken momentan in vollem Gange und wird eng mit den Aufsichtsbehörden abgestimmt", sagte Beller.

Warum bekommen die Banken jetzt Unterstützungen?

Die Europäische Zentralbank (EZB) unter ihrer Präsidentin Christin Lagarde hat am Donnerstag umfassende Erleichterungen für die Banken beschlossen. Unter anderem lockerte die Bankenaufsicht die Eigenkapitalregelung. Außerdem dürfen sich Geschäftsbanken wie die Deutsche Bank oder die Commerzbank bei der EZB ab Sommer Geld für Kredite an Firmen leihen – und erhalten dafür Zinsen in Höhe von 0,75 Prozent. Sie müssen also weniger zurückzahlen als sie sich geliehen haben.

Der Grund für die Hilfen durch die EZB ist einfach: Die Banken sollen während der Corona-Krise schneller und einfacher Kredite an notleidende Unternehmen vergeben können. Das Hilfspaket für die Banken ist damit indirekt eines für die gesamte Wirtschaft. Denn wenn Firmen, zum Beispiel Hotels oder Maschinenbauer, wegen fehlender Kunden oder Zulieferungen aus China vorübergehend in Schieflage geraten, können sie so leichter Geld zur Überbrückung bekommen. Und das sehr billig.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Gespräch mit dem Bundesverband deutscher Banken
  • Mit Material der Nachrichtenagentur Reuters
  • Wirtschaftswoche
  • Handelsblatt
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal