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Wegen Coronavirus: US-Notenbank Fed senkt Leitzins auf fast null Prozent

Wegen Coronavirus  

US-Notenbank Fed senkt Leitzins auf fast null Prozent

15.03.2020, 23:36 Uhr | fls, rtr, dpa-AFX

Wegen Coronavirus: US-Notenbank Fed senkt Leitzins auf fast null Prozent. Jerome Powell (Archivbild): Der Präsident der US-Notenbank Fed ergreift wegen der Corona-Krise drastische Maßnahmen. (Quelle: Reuters/Carlos Barria)

Jerome Powell (Archivbild): Der Präsident der US-Notenbank Fed ergreift wegen der Corona-Krise drastische Maßnahmen. (Quelle: Carlos Barria/Reuters)

Überraschend hat die US-Notenbank Fed wegen des Coronavirus den Leitzins um einen Prozentpunkt gesenkt. Die Finanzmärkte beruhigte der Schritt nur kurz. Vieles deutet auf eine weitere turbulente Börsenwoche hin.

Die US-Notenbank Federal Reserve senkt die Leitzinsen wegen der Folgen des Coronavirus überraschend zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen. Die neue Spanne liegt bei null bis 0,25 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als bisher, wie die Notenbank am Sonntagabend mitteilte.

Damit will sie die US-Wirtschaft vor den Folgen der Pandemie schützen. "Die Auswirkungen des Coronavirus werden die wirtschaftliche Aktivität kurzfristig belasten und ein Risiko für die konjunkturelle Entwicklung bedeuten", begründete die Fed den Schritt.

Die neue Spanne werde so lange auf diesem Niveau bleiben, bis die Wirtschaft die jüngsten Entwicklungen überstanden habe und wieder auf Kurs sei, ihre Ziele für Beschäftigung und Preisstabilität zu erreichen.

US-Präsident Trump erfreut über den Schritt

US-Präsident Donald Trump begrüßte den Schritt am Sonntag. Trump hatte erst am Samstag erneut gesagt, er sei nicht glücklich mit dem Zinssatz der US-Notenbank.

Trump sagte, die USA sollten keinen Leitzins haben, der höher als in anderen starken Wirtschaftsnationen sei. "Wenn man sich Deutschland anschaut, liegen sie im Prinzip unter Null, sie sind negativ", so der US-Präsident. "Es gibt viele Länder, die negativ sind. Japan ist negativ. Deutschland ist negativ. Andere sind negativ. Und wir zahlen höhere Zinssätze."

Zuletzt hatte die Fed die Leitzinsen am 3. März um einen halben Prozentpunkt gesenkt. Es war die erste Zinssenkung seit der Finanzkrise 2008 außerhalb eines regulären Treffens ihrer Mitglieder. Die nächste Sitzung steht am Dienstag und Mittwoch an.

Die Mittel der EZB sind sehr begrenzt

Der Leitzins ist der Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken bei der Zentralbank Geld leihen können. Sinkt er, wird das Geld für die Banken billiger. Eine Senkung des Leitzins ist damit ein mächtiges geldpolitisches Mittel, um für Liquidität an den Märkten zu sorgen – und um die Wirtschaft in Schwung zu halten.

Im Gegensatz zur Fed steht der Europäischen Zentralbank (EZB) dieses Instrument derzeit kaum mehr zur Verfügung: Der Leitzins in der Eurozone liegt bereits seit März 2016 bei einem Rekordtief von 0,0 Prozent.

Als Folge der Zinssenkung der Fed zeichnete sich an den Finanzmärkten am Sonntagabend zunächst ein positiver Effekt ab, der jedoch gleich wieder verpuffte. So zog die außerbörsliche Indikation des Brokers IG für den deutschen Leitindex Dax am späten Sonntagabend zunächst auf mehr als 9600 Punkte an, fiel dann aber ebenso schnell zurück. 

Zuletzt lag die Indikation für den Dax bei 9204 Punkten. Das entspricht sogar einem Minus von 0,30 Prozent gegenüber dem Handelsschluss vom Freitag. Vieles deutet deshalb auf eine weitere turbulente Woche an den Börsen hin.

Entspannung an den US-Finanzmärkten blieb zunächst aus

Auch in Amerika löste die Zinssenkung zunächst keine Entspannung aus. Zur Eröffnung fielen die Preise für so genannte Futures auf den Aktienindex S&P 500 um vier Prozent. Futures sind spezielle Termingeschäfte am Finanzmarkt, bei denen Anleger auf die künftige Wertentwicklung eines Wertpapiers spekulieren. Fallen wie jetzt die Future-Kurse deutet das darauf hin, dass die Investoren mit allgemein sinkenden Kursen an der Börse rechnen. 

Schon die jüngste Zinssenkung der Fed vom 3. März hatte kaum positive Auswirkung auf die Aktienmärkte gehabt, sondern die Unsicherheit bei den Anlegern sogar noch erhöht. Der Absturz seit dem letzten Februarwochenende hat historische Dimensionen. Damals machten sich die Folgen der rasanten Coronavirus-Ausbreitung mit der Abriegelung von Teilen Norditaliens erstmals deutlich in Europa bemerkbar.

Allein in der vergangenen Woche verlor der Dax rund 20 Prozent – einen höheren Wochenverlust hatte es bisher nur in der weltweiten Finanzkrise im Herbst 2008 gegeben. In den vergangenen drei Wochen büßte der Dax damit ein Drittel seines Werts ein.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters, dpa-afx
  • Financial Times

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