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Das bedeuten die Reiseabsagen von Tui für Kunden

Pauschalreisen und Kreuzfahrten  

Das bedeuten die Reiseabsagen von Tui für Kunden

16.03.2020, 13:35 Uhr
Noch keine Zahlen zu gestrandeten deutschen Urlaubern

Das Auswärtige Amt stellt klar, dass es noch keine Zahlen zu gestrandeten deutschen Urlauber gibt. Außerdem, dass es sich bei den derzeitigen Maßnahmen an den Grenzen Deutschlands nicht um eine Schließung handelt, es sind lediglich Kontrollen. (Quelle: Reuters)

Kontrollen an deutschen Grenzen: Das Auswärtige Amt hat aktuell noch keine Zahlen von gestrandeten deutschen Urlaubern. (Quelle: Reuters)


Der Reisekonzern Tui storniert zahlreiche Urlaubsreisen, Kreuzfahrten werden abgebrochen. Auslöser des drastischen Schritts ist das Coronavirus. Was Kunden jetzt wissen sollten, erklären wir hier.

Wegen der Coronavirus-Pandemie setzt der Reiseveranstalter Tui einen Großteil seines Geschäftsbetriebs aus. Betroffen seien unter anderem Pauschalreisen, Kreuzfahrten und der Hotelbetrieb, teilte der Tourismuskonzern mit.

Ein Tui-Kreuzfahrtschiff beim Auslaufen: Der Reisekonzern sagt zahlreiche Urlaubsbuchungen wegen des Coronavirus ab. (Quelle: imago images)Ein Tui-Kreuzfahrtschiff beim Auslaufen: Der Reisekonzern sagt zahlreiche Urlaubsbuchungen wegen des Coronavirus ab. (Quelle: imago images)

Was aber heißt das für Kunden, die bereits eine Reise gebucht haben? Können sie sie einfach später nachholen? Im Überblick klärt t-online.de die wichtigsten Fragen.

Warum sagt Tui zahlreiche Reisen ab?

Verkürzt gesagt, da wegen des Coronavirus kaum jemand mehr verreisen will. Um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hat die Bundesregierung die Deutschen dazu aufgerufen, soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken, nicht notwendige Reisen sollten unterbleiben.

Zudem macht nicht nur Deutschland seine Grenzen dicht: In viele Länder dürfen Deutsche derzeit nicht mehr einreisen, in einigen Urlaubszielen wie Spanien herrscht eine Ausgangssperre. Aus diesem Grund sagt nun auch Tui zahlreiche Reisen und Urlaubsflüge ab.

Welche Reisen sind betroffen?

Betroffen sind sowohl Pauschalreisen, Kreuzfahrten als auch Hotelbuchungen in den kommenden Wochen. "Wir haben zunächst Reisen bis zum 27. März abgesagt", sagte Tui-Pressesprecher Aage Dünhaupt t-online.de. Reisen nach diesem Datum bleiben erst einmal unberührt. Dünhaupt weiter: "Der Sommerurlaub ist nicht abgesagt."

Holt Tui Reisende jetzt zurück?

Ja. Das gilt insbesondere für Länder, in denen schon jetzt eine Ausgangssperre herrscht, zum Beispiel Italien oder Spanien. "Wir arbeiten daran, die Gäste von dort zurückzuholen", sagte ein Tui-Sprecher. "Uns ist klar, dass die Gäste nicht mehr in einem Hotel bleiben wollen, in dem die Bar vielleicht noch eine Stunde am Tag geöffnet hat." Auch aus Marokko sollen Gäste etwa aus dem "Robinson Club Agadir" zurückgeholt werden. Dazu befinde sich Tui "im Austausch mit den marokkanischen Behörden". 

Die Urlauber auf den Tui-eigenen Kreuzfahrtschiffen müssen nun darauf hoffen, dass sie im nächstgelegenen geeigneten Hafen an Land gehen dürfen. "Die Gäste werden dann zurück in die Heimat geflogen", betonte Tui. Von der deutschen Tochter Tui Cruises seien noch zwei Schiffe unterwegs, der Rest laufe jetzt aus. Die letzten beiden Kreuzfahrten von Hapag-Lloyd Cruises würden vorzeitig beendet.

Was muss ich als Tui-Kunde jetzt tun?

Zunächst einmal gar nichts. Kunden, die bereits einen Urlaub mit Tui gebucht haben, werden in den kommenden Tagen und Wochen benachrichtigt und bekommen ihr Geld zurück.

"Die Benachrichtigungen kommen entweder von uns direkt oder vom zuständigen Reisebüro", sagte Dünhaupt t-online.de und bittet die Kunden um Geduld. "Weil wir gerade sehr viele Stornierungen bearbeiten müssen, kann es etwas länger dauern, bis das Geld auf dem Konto einläuft."

Kann ich meinen Urlaub später nachholen?

Ja, das ist möglich. Tui bietet vielen Kunden, die jetzt von Stornierungen betroffen sind, dafür Gutscheine an – zusätzlich zur Rückerstattung. Das können einerseits Geldbeträge sein, andererseits prozentuale Rabatte bei der Buchung einer neuen Reise. "Die Gutscheine lassen sich bei uns als Reiseveranstalter oder in den Reisebüros einlösen", sagte Dünhaupt.

Geht Tui wegen des Coronavirus pleite?

Derzeit ist ein solches Szenario noch unwahrscheinlich. Zwar ist der Reisekonzern wie zahlreiche Airlines und andere Tourismusunternehmen schon jetzt direkt von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen. Tui will deshalb staatliche Garantien beantragen, um die Fortführung seiner Geschäfte sicherzustellen.

Luftfahrtexperten gehen dennoch nicht davon aus, dass das Coronavirus Konzerne wie Tui oder Lufthansa dauerhaft in die Knie zwingt – im Gegenteil: Eher trifft es kleinere Anbieter und Fluggesellschaften. Gewinner in der Zeit nach der Corona-Krise wären dann die großen Reiseanbieter, die einen längeren Atem haben, um Liquiditätsengpässe zu überstehen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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