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Coronavirus in Deutschland: Engpässe? So ist die Lage in den Supermärkten

Grund zur Entwarnung  

So ist die Lage in Deutschlands Supermärkten wirklich

17.03.2020, 12:48 Uhr | mak, dpa-AFX

Großteil der Geschäfte in Deutschland muss schließen

Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien dürfen weiterhin öffnen. Für diese Bereiche soll sogar das Verkaufsverbot an Sonntagen ausgesetzt werden.

Lebensmittelgeschäfte, Apotheken und Drogerien: Obwohl die meisten Geschäfte geschlossen bleiben müssen, gibt es Ausnahmen. (Quelle: Reuters)


Immer mehr Menschen sind wegen des Coronavirus verunsichert: Schließen bald die Supermärkte? Wird das Angebot knapp? Wie steht es um die Mitarbeiter? So ist die Lage wirklich – ein Überblick.

Das Coronavirus wirkt sich auf die Supermärkte und Discounter in Deutschland aus. In vielen Geschäften sind Regale leer gekauft, Fotos von Menschenschlangen vor Lebensmittelläden kursieren im Netz. Die Grenzen sind geschlossen, auch um Hamsterkäufe aus dem Ausland zu unterbinden.

Doch wie sieht es wirklich aus in deutschen Supermärkten? Wie wird die Versorgung sichergestellt? Und wie ist die Situation für die Mitarbeiter? t-online.de gibt den Überblick:

Schließen bald die Supermärkte in Deutschland?

Nein. Die Supermärkte bleiben geöffnet. Die Bundesregierung hat jedoch angeordnet, die meisten anderen Läden und öffentlichen Einrichtungen vorerst zu schließen.

Ändern sich die Öffnungszeiten der Supermärkte?

Bislang nur in Bayern. Ministerpräsident Markus Söder will die Bevölkerung mit längeren Öffnungszeiten für Supermärkte von Hamsterkäufen abhalten.

"Es besteht kein Anlass zu Hamsterkäufen", betonte Söder am Montag. Der Lebensmittelhandel, Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Reinigungen, Post sowie Bau- und Gartenmärkte könnten wochentags bis 22 Uhr sowie am Sonntag von 12 bis 18 Uhr öffnen, um die Grundversorgung sicherzustellen. Bisher ist in Bayern von Montag bis Samstag um 20 Uhr Ladenschluss. Ob in anderen Bundesländern Deutschlands die Öffnungszeiten geändert werden, ist bislang noch nicht bekannt.

Wie kommen die Mitarbeiter mit dem Ansturm klar?

Fest steht: Der Ansturm ist groß und mit der jetzigen Belegschaft scheint es schwer zu bewerkstelligen zu sein. Von der Gewerkschaft Verdi heißt es dazu, dass die Beschäftigten bereits jetzt "absolut an der Belastungsgrenze" seien.

Die Handelskette Rewe sucht beispielsweise mit Hochdruck neue Mitarbeiter. "Wer in unseren Märkten jetzt als Aushilfe tätig werden möchte, kann sich unkompliziert bewerben", sagte Rewe-Chef Lionel Souque am Montag. Der Konzern hofft nicht zuletzt auf Studenten, die wegen der Schließung der Universitäten aktuell nichts zu tun haben.

Ist die Warenversorgung sichergestellt?

Ja. Die Warenversorgung bei Rewe und der konzerneigenen Discount-Kette Penny sei trotz der hohen Nachfrage gesichert, betonte Firmenchef Souque. Der Konzern habe bereits in den vergangenen Tagen die Frequenz der Warenbelieferung erhöht. Falschmeldungen über Marktschließungen bezeichnete der Rewe-Chef als "zynisch und widerwärtig".

Auch bei der Warenversorgung aus dem Ausland gebe es bisher keine Probleme, obgleich sich die Transportzeiten durch die Grenzkontrollen verlängerten, hieß es bei Rewe. Die in den vergangenen Tagen verhängten Beschränkungen bezögen sich nur auf den Personen-, nicht auf den Warenverkehr. Der Konzern habe außerdem den Lagerbestand erhöht, um mögliche transportbedingte Schwankungen auszugleichen.

Andere Supermärkte haben ebenfalls keine Probleme mit der Warenversorgung: So ist die Belieferung der Supermärkte von Edeka Nord angesichts der Ausbreitung des Coronavirus weiterhin sichergestellt.

Die Belieferung über die Logistikzentren könne weiterhin gewährleistet werden, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. In einzelnen Märkten gebe es jedoch eine Begrenzung beim Kauf einzelner Produkte, damit die Ware möglichst vielen Kunden angeboten werden könne.

Rossmann: Spezialpläne für die Krise

In Drogeriemärkten ist die Situation angespannt. Die Drogeriemarktkette Rossmann hat zur Sicherung des Angebots ihrer Läden in der Coronavirus-Krise spezielle Pläne aktiviert. "Wir haben Prozesse entwickelt, die den betrieblichen Ablauf in unseren Filialen, Verteilzentren und der Zentrale in Burgwedel unter besonderen Umständen sicherstellen", teilte das Unternehmen am Montag mit. Wie diese Prozesse genau aussehen, ist unklar.

Lieferketten und Logistik seien jedoch intakt: "Um die Menschen in dieser Ausnahmesituation weiterhin mit Produkten zu versorgen, arbeiten wir mit großem Einsatz daran, die Warenversorgung flächendeckend aufrechtzuerhalten." In den vergangenen Tagen waren in etlichen Läden etwa Hygieneartikel wie Desinfektionsmittel, Seifen oder Toilettenpapier nicht zu erhalten, ebenso bei anderen Händlern.

Wie werden die Mitarbeiter geschützt?

Auf t-online.de-Anfrage heißt es beim Supermarkt Rewe hierzu: "Wir stehen in engem Kontakt zu den sicherheitsrelevanten Behörden und Gesundheitsämtern – sollten weitergehende Sofortmaßnahmen notwendig werden, sind wir in der Lage, entsprechend kurzfristig zu reagieren." Es gebe jedoch unter Einhaltung der durch die Behörden bereits kommunizierten Maßnahmen für Mitarbeiter und Kunden derzeit keine Einschränkungen. 


Die Gewerkschaft Verdi fordert hier weitreichende Maßnahmen. So sollen die Möglichkeiten, bargeldlos per EC-Karte oder mit dem Handy zu bezahlen, ausgeweitet werden. Mitarbeiter, die Vorerkrankungen haben, sollen nicht dort eingesetzt werden, wo sie in direktem Kontakt zu Kunden oder Lieferanten stehen.

Was machen Mitarbeiter, die ihre Kinder anderweitig nicht betreuen können?

Rewe teilt auf t-online.de-Anfrage mit, dass es verschiedene Möglichkeiten für die Mitarbeiter in den Märkten gebe. Beispielsweise könnten sie flexible Arbeitszeiten voll ausnutzen. Auch der Abbau von Resturlaubstagen oder der Aufbau von Minusstunden seien Varianten für die Mitarbeiter, ihre Kinder betreuen zu können. Im Notfall könnten die Kinder auch mit an den Arbeitsplatz gebracht werden, hier sollen "entsprechende Räumlichkeiten" zur Verfügung gestellt werden.

Die Gewerkschaft Verdi will die Beschäftigung in Supermärkten zu den sogenannten "systemkritischen Berufen" zählen lassen. "Die betroffenen Beschäftigten im Handel, etwa in Supermärkten, Drogeriemärkten oder in entsprechenden Warenlagern, dürfen nicht schlechter gestellt werden als andere Berufsgruppen der sogenannten kritischen Infrastruktur", sagte Verdi-Chef Frank Werneke. Er fordert für Supermarkt-Mitarbeiter eine Garantie auf Kinderbetreuung, "wie sie etwa auch für die Beschäftigten im Gesundheitswesen vorgesehen ist".

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Pressemitteilung Verdi
  • Nachrichtenagentur dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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