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Sparkassen und Co: Viele Bankfilialen machen wegen der Corona-Krise zu

Mehrere Hundert schon zu  

Viele Bankfilialen schließen wegen der Corona-Krise

16.03.2020, 18:53 Uhr | mak, rtr

Sparkassen und Co: Viele Bankfilialen machen wegen der Corona-Krise zu. Bankfiliale in Frankfurt: Viele Banken schließen ihre Filialen. Kundenzentren der Deutschen Bank bleiben jedoch vorerst offen. (Quelle: imago images/Jan Huebner)

Bankfiliale in Frankfurt: Viele Banken schließen ihre Filialen. Kundenzentren der Deutschen Bank bleiben jedoch vorerst offen. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Auch Banken sind von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen. Viele Filialen werden dicht gemacht – weil die Kunden wegbleiben und die Mitarbeiter geschützt werden sollen. Geld abheben soll aber weiterhin möglich sein.

Immer mehr Banken und Sparkassen machen wegen der Corona-Krise einen Teil ihrer Filialen dicht. Die Hypovereinsbank (HVB) schloss ein Drittel ihrer 337 Standorte, die Commerzbank mehrere Hundert ihrer rund 1.000 Filialen, wie die Geldhäuser am Montag mitteilten. 

Auch immer mehr Sparkassen schließen Niederlassungen oder planen dies. Kunden können aber weiterhin die Geldautomaten, das Online-Banking sowie die Telefon- und Videoberatung nutzen. "Die deutschen Sparkassen werden auch in der Corona-Krise die kreditwirtschaftliche Infrastruktur, die Bargeldversorgung und die Zahlungsverkehrsinfrastruktur sicherstellen", versprach Sparkassenpräsident Helmut Schleweis.

Statt Bargeld besser mit EC-Karte zahlen

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband empfahl den Kunden, für tägliche Zahlungsvorgänge verstärkt das kontaktlose Bezahlen mit Girocard ("EC-Karte") oder Kreditkarte zu nutzen. "Kontaktlose Kartenzahlungen sind bis 30 Euro ohne PIN-Eingabe am Terminal möglich, mobile Zahlungen mit Hilfe des Fingerabdrucks bzw. der Face ID am eigenen Smartphone - und damit unter besonders hygienischen Bedingungen machbar."

Auch der Privatbankenverband BdB betonte, dass die Bargeldversorgung gesichert sei. So können Kunden auch an vielen Supermarktkassen Bargeld abheben. "Die Supermärkte haben gerade viel Bargeld im Umlauf und dort kann man sich auch versorgen", sagte ein Sprecher.

Zugleich appellierte er, Maß zu halten. "Wenn die Verbraucher jetzt große Mengen Bargeld an Automaten abheben und auch beim Bargeld hamstern, dann hat das Folgen."

Mit Plexiglas gegen das Coronavirus

Bei vielen Geldhäusern findet die Beratung künftig vor allem in den großen Filialen statt. "Die persönliche Beratung in Filialen wird in den kommenden Tagen schrittweise auf stark frequentierte Standorte und Flaggschiff-Filialen konzentriert", erklärte die HVB. Damit Kunden in anderen Regionen weiterhin persönlich beraten werden können, will die Unicredit-Tochter Geschäftsstellen im Wochenrhythmus an jeweils anderen Standorten öffnen beziehungsweise vorübergehend schließen. 

An Schaltern in Filialen stellt die HVB Plexiglas-Trennwände auf, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Mitarbeiter sollen Kunden häufiger über Telefon, Videoanrufe oder Skype-Anrufe kontaktieren. Ähnlich wollen dies auch andere Geldhäuser handhaben.

Viele Bankberater gehen ins Homeoffice

"Wir haben zum Ziel, das vor allem die größeren Standorte offen bleiben", sagte ein Commerzbank-Sprecher. Viele kleinere Filialen dürften dagegen geschlossen werden, damit Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten oder sich um die Betreuung ihrer Kinder kümmern können. Zudem scheuen immer mehr Kunden den Gang in die Filiale.


"Die Kundenfrequenz sinkt an einigen Standorten, weil viele Menschen sich offenbar zunehmend an die Empfehlung der Behörden halten, möglichst zu Hause zu bleiben", berichtete die Frankfurter Sparkasse. "Gleichzeitig haben wir ein höheres Aufkommen an E-Mails, Anrufen und Chats im Kundenservice-Center. Daher werden wir voraussichtlich einige Berater aus den Filialen vorübergehend im Kundenservice-Center einsetzen", sagte eine Sprecherin. Das könnten sie auch vom Home Office aus.

Filialen der Deutschen Bank bleiben vorerst offen

Im Gegensatz zu den Konkurrenten will die Deutsche Bank ihre Filialen so lange wie möglich offen halten. "Unsere Filialen in gesamt Deutschland bleiben vorerst geöffnet", erklärte die Bank am Sonntagabend in einer internen Mitteilung an Mitarbeiter. "Wir sind hier im Vertrieb gut aufgestellt und wollen für unsere Kunden vor Ort präsent sein."

Sollte es die Situation erfordern, sei die Deutsche Bank aber auch gut vorbereitet, Standorte zu schließen und über größere Filialen eine regionale Abdeckung sicherzustellen. Selbstbedienungszonen würden aber in jedem Fall zugänglich bleiben.

Deutschlandweit betreibt die Deutsche Bank rund 500 Filialen, dazu kommen mehr als 800 Niederlassungen der Postbank, die zum Konzern dazugehört. Die unterschiedlichen Teams arbeiten inzwischen aufgeteilt und räumlich getrennt voneinander. Mit den Maßnahmen soll der laufende Bankbetrieb und wichtige Abteilungen wie Zahlungsverkehr und Handel aufrecht erhalten werden. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur Reuters

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