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Dax fällt wegen Corona-Panik auf niedrigsten Schlusskurs seit 2013

Corona-Panik an der Börse  

Dax fällt auf niedrigsten Schlusskurs seit sieben Jahren

16.03.2020, 18:14 Uhr | top, mak, rtr, dpa

Dax fällt wegen Corona-Panik auf niedrigsten Schlusskurs seit 2013. Den Kurs im Blick: Als Folge der sich zuspitzenden Coronavirus-Krise ist der Dax weit unter die Marke von 9000 Punkten gefallen. (Quelle: dpa/Arne Dedert)

Den Kurs im Blick: Als Folge der sich zuspitzenden Coronavirus-Krise ist der Dax weit unter die Marke von 9000 Punkten gefallen. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Die Angst vor dem Coronavirus an den Aktienmärkten weitet sich aus: Der Dax fällt auf den niedrigsten Stand seit 2013. In den USA brachen die Leitindizes ebenfalls stark ein. Ein schwarzer Tag für Anleger.

Am deutschen Aktienmarkt hat sich der Ausverkauf im Zuge der Coronavirus-Pandemie zum Wochenbeginn fortgesetzt. Der Leitindex Dax war in der Spitze um fast elf Prozent auf den tiefsten Stand seit 2013 eingebrochen.

Zum Handelsende ging es für den Dax noch um 5,31 Prozent auf 8.742,25 Punkte nach unten. Ein Sprung über die 9.000-Punkte-Marke war dem Index allerdings nicht mehr vergönnt. Auch der MDax der mittelgroßen Unternehmenswerte verlor 5,07 Prozent auf 19.230,20 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone büßte 5,5 Prozent auf 2442,74 Zähler ein.

Aktien der Luftfahrtbranche gerieten unter Druck

Besonders trifft es die Papiere der Luftfahrt-Unternehmen. So sank die Aktie des Triebwerksbauers MTU im Dax mit 12,17 Prozent besonders stark.

Die Lufthansa-Papiere gaben um knapp acht Prozent nach. Der Konzern streicht wegen des Virus die Dividende, um so die Zahlungsfähigkeit zu sichern. Fraport-Aktien brachen im MDax sogar um fast 16 Prozent ein, angesichts des immer mehr zum Erliegen kommenden weltweiten Flugverkehrs.

Unter starken Druck geriet zudem erneut auch der Autosektor. Analysten zufolge dürfte sich die weltweite Nachfrage wegen der Virus-Pandemie merklich abschwächen. Die Verluste von BMW, Daimler und Volkswagen  reichten von 10,64 bis 12,17 Prozent.

Telekom verschiebt wegen Corona Aktionärstreffen

Gegen den Markttrend schnellten Papiere von Drägerwerk um fast 21 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat von der Bundesregierung einen Großauftrag zur Lieferung von 10.000 Beatmungsgeräten erhalten.

Doch nicht nur auf den Aktienkurs wirkt sich die Ausbreitung des Coronavirus aus. So hat die Deutsche Telekom ihre Hauptversammlung verschoben. Dies habe der Vorstand vor dem Hintergrund der sich stark ausbreitenden Infektionen einstimmig beschlossen, teilte die Telekom am Montag mit.

Eigentlich hätte die Hauptversammlung am 26. März in Bonn stattfinden sollen. In der derzeitigen Situation habe die Gesundheit der Aktionäre sowie der mit der Organisation der Hauptversammlung befassten Mitarbeiter der Telekom und ihrer Dienstleister "absoluten Vorrang".

Aktienmärkte befinden sich im "Crash-Modus"

Investoren befürchten, dass die Coronavirus-Pandemie eine weltweite Rezession auslösen könnte. "Die Aktienmärkte befinden sich mittlerweile im Crash-Modus", sagte Michael Winkler, Chefstratege bei der St. Galler Kantonalbank. 

Mehrere Notenbanken weltweit haben deshalb geldpolitische Schritte angekündigt. So hat beispielsweise die US-Zentralbank Fed in einer Notfallaktion in der Nacht zum Montag den Leitzins gesenkt –  um einen ganzen Prozentpunkt. Er befindet sich jetzt in einer Spanne zwischen 0,25 und 0 Prozent.

An der Wall Street wurde zeitweise der Handel unterbrochen

Die Finanzmärkte verunsicherte das jedoch eher. Die "aggressiven" Maßnahmen der Fed erscheine auf die Märkte wie "ein Alarmsignal" kommentierte Analyst David Madden von CMC Market. Es entstehe der Eindruck, dass die Fed "nervös" sei.

In New York brach der Dow Jones zeitweise so stark ein wie seit dem "Schwarzen Montag" am 19. Oktober 1987 nicht mehr – dem stärksten Kursrückgang seit dem Zweiten Weltkrieg. An der Wall Street wurde der Handel gleich zu Beginn automatisch für 15 Minuten ausgesetzt, nachdem der S&P 500 mehr als sieben Prozent absackte. Das soll verhindern, dass die Kurse ins Bodenlose fallen.

Zum Börsenschluss in Frankfurt lag der Dow Jones um acht Prozent tiefer bei 21.362 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 7,7 Prozent auf 2.503 Zähler, der Technologieindex Nasdaq 7,6 Prozent auf 7.278 Punkte.

Dollar und Ölpreis auf Talfahrt

Die drastische US-Zinssenkung vom Wochenende setzte auch dem US-Dollar zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, büßte bis zu 1,3 Prozent ein. Der Euro verteuerte sich im Gegenzug um bis zu 1,2 Prozent auf 1,1236 Dollar.

Starke Nerven brauchten auch Gold-Anleger: Das eigentlich als "Antikrisen-Währung" geltende Edelmetall lag mit 1.508 Dollar 1,4 Prozent im Minus. Offenbar mussten viele Anleger ihr Gold verkaufen, um Verluste in anderen Bereichen auszugleichen, sagten Börsen-Experten.

Am Rohölmarkt drückte neben der Rezessionsangst auch der Preiskrieg zwischen Saudi-Arabien und Russland auf die Kurse. Dies ließ den Preis der Sorte Brent aus der Nordsee zeitweise fast 13 Prozent ins Minus rutschen – auf ein Vier-Jahres-Tief von 29,52 Dollar je Barrel (159 Liter).

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters und AFP

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