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Corona-Krise: Finanzexperten sehen rot für Deutschlands Konjunktur

Corona-Krise  

Finanzexperten sehen für Deutschlands Konjunktur rot

17.03.2020, 15:20 Uhr | dpa

Corona-Krise: Finanzexperten sehen rot für Deutschlands Konjunktur . Siemens-Werk im brandenburgischen Nauen: Finanzexperten prognostizieren einen drastischen Rückgang der deutschen Wirtschaft.  (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)

Siemens-Werk im brandenburgischen Nauen: Finanzexperten prognostizieren einen drastischen Rückgang der deutschen Wirtschaft. (Quelle: Ralf Hirschberger/dpa)

Das Ausbreitung des Coronavirus wird das Wachstum der deutschen Wirtschaft deutlich verlangsamen, prognostizieren Experten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Ist der Schock nur temporär?

Angesichts der Coronavirus-Pandemie sind die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) deutscher Finanzexperten so stark eingebrochen wie seit Beginn der Umfrage im Dezember 1991 nicht. Der Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel im März zum Vormonat um 58,2 Punkte auf minus 49,5 Punkte, wie das Institut am Dienstag in Mannheim mitteilte.

Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2011, als die Eurokrise für deutliche Verunsicherung gesorgt hatte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf minus 30 Punkte gerechnet. Von November 2019 bis Januar 2020 war der Indikator noch deutlich gestiegen.

Für Konjunktur stehen "Signale auf Rot"

"Der extrem starke Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen war zu erwarten. Für die Konjunktur stehen die Signale auf Rot", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die Daten. Die Finanzmarktexperten gingen aktuell von einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal aus und hielten auch für das zweite Quartal einen Rückgang für sehr wahrscheinlich.

Für das Gesamtjahr 2020 erwarte die Mehrheit der Experten derzeit einen auf die Corona-Pandemie zurückzuführenden Wachstumsrückgang des realen BIP von etwa einem Prozentpunkt.

"Es war nicht die Frage, ob die ZEW-Konjunkturerwartungen fallen, sondern wie dramatisch der Einbruch sein würde – und er ist dramatisch", schrieb Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Deutschland komme zum Stillstand. Jetzt breite sich das Corona-Virus auch in den Betrieben aus, was zu einem flächendeckenden Produktionsstillstand führen könne.

Experte: Temporärer Schock von "geschichtsträchtigem Ausmaß"

Gitzel schränkte aber ein: "So schlimm und fast schon unfassbar die Nachrichtenlage derzeit ist, es handelt sich um einen temporären Schock – wenngleich von geschichtsträchtigem Ausmaß." Dabei sei wichtig, nicht das große Bild aus den Augen zu verlieren. Die gegenwärtige Krise stelle keine Geschäftsmodelle in Frage.

Neben den Konjunkturerwartungen trübte sich auch die Einschätzung der aktuellen Lage stärker als erwartet ein. Der Indikator fiel um 27,4 Punkte auf minus 43,1 Punkte. Erwartet wurde ein Rückgang auf minus 30,0 Punkte.

In der Eurozone fiel der Rückgang der Erwartungen mit 59,9 Punkten auf minus 49,5 Punkte etwas stärker aus als in Deutschland. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Eurogebiet gab im März etwas nach und liegt bei minus 48,5 Punkten.

Der Eurokurs weitete nach den Daten seine Verluste gegenüber dem US-Dollar etwas aus. Der deutsche Aktienmarkt reagierte unter dem Strich kaum auf die Daten, war aber zuletzt schon stark eingebrochen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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