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Coronavirus: So bereiten sich die Apotheken auf die Corona-Krise vor

Internes Schreiben  

So bereiten sich die Apotheken auf die Krise vor

18.03.2020, 07:43 Uhr
"Frag mich": Apotheker Trischmann beantwortet aktuelle Leserfragen zum Coronavirus

"Sie sollten Desinfektionsmittel keinesfalls selbst herstellen", sagt Axel Trischmann aus Berlin. Er ist seit rund 30 Jahren Apotheker. Für das t-online.de-Format "Frag mich" hat er sich den Fragen unserer Leserinnen und Leser gestellt. (Quelle: t-online.de)

"Frag mich": Ein Apotheker Axel Trischmann spricht Klartext über Desinfektionsmittel und erklärt, wie er sich selbst schützt und wann ein Besuch älterer Menschen gefährlich ist. (Quelle: t-online.de)


Arzneimittel-Engpässe gibt es wegen der Corona-Krise nicht. Dennoch ergreifen viele Apotheken Vorsichtsmaßnahmen. In einem internen Schreiben gibt die Apothekerkammer Empfehlungen.

Auf sie kommt es während der Corona-Krise besonders an: Apotheken. Neben Ärzten, Pflegern und Krankenhausangestellten sorgen Deutschlands Apotheker dafür, dass die Bürger gesund bleiben oder im Falle einer Ansteckung mit dem Coronavirus zumindest wieder schnell genesen.

Umso wichtiger ist es deshalb, dass das Apotheken-Personal die Infektionswelle ohne größere Schäden übersteht. Um das zu erreichen, zeichnen sich nun zum Teil drastische Schritte ab, wie aus einem Brief der Apothekerkammer Rheinland-Pfalz hervorgeht, der t-online.de exklusiv vorliegt.

Mit einem Elf-Punkte-Plan ruft der Präsident der Kammer, Andreas Kiefer, darin die Apotheker zu mehreren Vorsichtsmaßnahmen auf, die auch direkte Auswirkungen auf die Kunden haben könnten. Die Empfehlungen gelten in ähnlicher Form auch in anderen Bundesländern.

Abstandsregeln für weniger Infektionen

Wörtlich heißt es in dem fünfseitigen Schreiben: "Von grundlegender Bedeutung ist die dauerhafte Aufrechterhaltung der Arzneimittelversorung der Menschen in unserem Land. Voraussetzung dafür ist es, die Sicherheit des Apothekenpersonals sowie der Betriebsabläufe in den Apotheken zu gewährleisten."

Dafür gibt die rheinland-pfälzische Apothekerkammer gezielte Hinweise. So sollen die Apotheker etwa auf "Hygiene- und Abstandsregeln" achten und – wenn nötig – Zugangsbeschränkungen einführen. "Lassen Sie gegebenenfalls zeitgleich nur eine begrenzte Anzahl an Patienten in die Apotheke, sodass der vorgesehene Mindestabstand zwischen den Menschen gewahrt werden kann", schreibt Kiefer.

Sinnvoll könne auch die "Errichtung von Plexiglasscheiben" am Handverkaufstisch sein, zudem sollten die Apotheker möglichst auf eine Bezahlung per EC-Karte statt mit Bargeld bestehen. Sofern es "vorübergehend erforderlich" ist, sei auch ein Bedienen "durch die Notdienstklappe" möglich.

Schichtdienst und "bedarfsgerechte Mengen"

Außerdem sollten die Apotheken abwägen, inwiefern ein Schichtdienst möglich ist – "damit sich nicht alle Mitarbeiter jeden Tag über den Weg laufen und im Falle einer Infektion eines Mitarbeiters nicht alle anderen als Kontaktpersonen gelten."

Für Kunden besonders wichtig: Die Kammer ruft die Apotheken dazu auf, der Bitte des Bundesgesundheitsministerium zu folgen und nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel und anderen apothekenübliche Waren "nur in bedarfsgerechten Mengen abzugeben." Im Klartext: Ein Hamstern von Schmerzmitteln wie Paracetamol soll es nicht mehr geben.

"Die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln hat gerade in der bestehenden Pandemiesituation Priorität", heißt es weiter in dem Brief. Die Apotheken sollen sich deshalb auf etwaige Personalausfälle vorbereiten und ihre Personalpläne umsichtig aufstellen.

Keine Versorgungsengpässe

Reiner Kern, Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda), bestätigte t-online.de, dass sich nicht nur die Apotheken in Rheinland-Pfalz auf diese Weise auf die Corona-Krise vorbereiten. "Die Fragen sind überall dieselben", sagte er. "Die Antworten darauf sind ähnlich, variieren aber je Bundesland." 


Grund zur Sorge gebe es deshalb allerdings nicht – im Gegenteil. "Es handelt sich bei vielen dieser Vorkehrungen um Vorsichtsmaßnahmen mit Empfehlungscharakter, nicht um Vorschriften", so Kern. Dass sich nun landesweit Schlangen vor den Apotheken bilden, weil nur noch Einzelpersonen Zutritt haben, sei derzeit unwahrscheinlich. "Klar ist aber: Das Gesundheitssystem muss arbeits- und leistungsfähig bleiben", sagte der Sprecher. "Deshalb bereiten wir uns vor."

Versorgungsengpässe bei Medikamenten wegen des Coronavirus gibt es laut Abda übrigens nicht. Noch weniger als in den Supermärkten gelte: Kunden müssen sich in Deutschland nicht mit Arzneimitteln eindecken, die Lieferketten sind intakt, es gibt jederzeit genügend Nachschub, Hamstereinkäufe braucht es nicht.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Brief der Landespothekerkammer Rheinland-Pfalz

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