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Wegen Corona-Krise: Deutscher Handelsverband warnt vor Insolvenzwelle

Brief an Angela Merkel  

Handelsverband warnt vor riesiger Insolvenzwelle

Von Florian Schmidt, Mauritius Kloft

18.03.2020, 12:50 Uhr
Wegen Corona-Krise: Deutscher Handelsverband warnt vor Insolvenzwelle. Geschlossene Geschäfte in Siegen: Wegen der Corona-Krise könnten Tausende Einzelhändler bankrottgehen, warnt der Handelsverband. (Quelle: imago images/Rene Traut)

Geschlossene Geschäfte in Siegen: Wegen der Corona-Krise könnten Tausende Einzelhändler bankrottgehen, warnt der Handelsverband. (Quelle: Rene Traut/imago images)

Der deutsche Handel leidet besonders unter der Corona-Krise. Tausende Händler seien bedroht – in einem Brief an Angela Merkel fordert der Verband nun umfassende Hilfen.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) warnt vor einer Insolvenzwelle im deutschen Handel. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, der t-online.de vorliegt, schreiben HDE-Präsident Josef Sanktjohanser und Hauptgeschäftsführer Stefan Genth: "Tausende selbstständige Unternehmen und Millionen von Arbeitsplätzen werden durch den massiven Umsatzausfall vernichtet." 

Betroffen seien vor allem viele kleine Textileinzelhändler, Schuh- und Sportgeschäfte, Elektronikläden, Parfümerien sowie Kaufhäuser. "Die verfügten Geschäftsschließungen führen bundesweit zu einem Umsatzausfall von ca. 1,15 Milliarden Euro pro Tag bzw. 7 Milliarden Euro pro Woche."

Am Montag hat die Bundesregierung verkündet, dass sich mit den Ländern darauf geeinigt worden sei, viele Geschäfte zu schließen. Nur Apotheken, Supermärkten oder Banken sollen geöffnet bleiben, um die Versorgung sicherzustellen.

"Bild unserer Innenstädte wird sich sonst verändern"

Der Handelsverband fordert deshalb umfassende Hilfen von der Politik. "Ohne eine direkte Unterstützung wird sich auch das Bild unserer Innenstädte und die Versorgung der Bevölkerung massiv und unwiederbringlich verändern", heißt es in dem Schreiben. Der Verband spricht sich vor allem für unbürokratische Sofortzahlungen vom Staat sowie KfW-Bürgschaften ohne Eigenbeteiligungen aus.

Außerdem fordert der Verband, Steuern und Sozialversicherungsbeiträge von März und April sofort zu stunden, also zu verschieben. "Es geht die Angst um, dass insbesondere die Sozialversicherungsträger sofort die Pfändung der fälligen Sozialversicherungsbeiträge einleiten und damit als Brandbeschleuniger eine Insolvenzwelle im Handel auslösen."

Für ein persönliches Gespräch stünde der Verband jederzeit zur Verfügung, sodass die Maßnahmen alsbald umgesetzt werden könnten: "Wir appellieren an Sie, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, um eine große Insolvenzwelle im Handel zu verhindern. Wir brauchen jetzt Ihre – die Unterstützung der Bundesregierung – in dieser Krisenzeit."

Verwendete Quellen:
  • Brief des Handelsverbands an Angela Merkel

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