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ifo-Geschäftsklima: Schlimmere Rezession als bei Finanzkrise 2009 befürchtet

Konjunkturprognose  

Ökonomen erwarten schlimmere Rezession als 2009

19.03.2020, 14:16 Uhr | top, dpa, rtr

ifo-Geschäftsklima: Schlimmere Rezession als bei Finanzkrise 2009 befürchtet. Airbus-Techniker bei der Montage: Das Ifo-Institut befürchtet eine Rezession in Deutschland. (Quelle: dpa/Christian Charisius)

Airbus-Techniker bei der Montage: Das Ifo-Institut befürchtet eine Rezession in Deutschland. (Quelle: Christian Charisius/dpa)

Schock für die deutsche Wirtschaft: Der Ifo-Geschäftsklima-Index ist stark eingebrochen. Ökonomen befürchten wegen des Coronavirus einen Konjunktureinbruch, der schlimmer als in der Finanzkrise werden könnte.

Die Ausbreitung des Coronavirus könnte Deutschland in die Rezession stürzen: Das Ifo-Geschäftsklima ist im März wegen der Coronakrise eingebrochen, die Experten gehen von einem Konjunktureinbruch von bis zu sechs Prozent im laufenden Jahr aus. Im März sei der Indexwert auf 87,7 Punkte gefallen, nach 96 Punkten im Monat zuvor, teilte das Ifo-Institut am Donnerstag nach vorläufigen Berechnungen mit.

Dies sei der stärkste Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers seit 1991 und der niedrigste Wert seit August 2009, hieß es weiter. Das Ifo-Institut betrachtet im günstigsten Fall eine Rezession von nur 1,5 Prozent Wirtschaftsleistung für das laufende Jahr. Bei seiner letzten Prognose im Dezember hatte das Ifo-Institut 1,1 Prozent Wachstum für 2020 erwartet. 

Der Ifo-Index gilt als einer der zuverlässigsten Frühindikatoren für den weiteren Konjunkturverlauf. Das Institut hat für die Berechnungen 9.000 Unternehmen befragt und die Veröffentlichung der Daten für den Monat März vorgezogen.

Ifo-Chef: "Erwartungen verfinsterten sich wie nie zuvor" 

"Die deutsche Wirtschaft stürzt in die Rezession", kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Daten. "Insbesondere die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate verfinsterten sich wie nie zuvor."

Es wäre der erste Rückgang der deutschen Wirtschaftsleistung seit 2009, als alle großen Volkswirtschaften infolge der globalen Finanzkrise in eine Rezession stürzten. "Derzeit ist die Angst vor der Angst ein großes Problem", sagte der Ifo-Chef. Der weitere Verlauf hänge stark von den weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie und von Entscheidungen in anderen Ländern ab, so der Experte. 

Umso wichtiger sei nun ein massives und gezieltes Gegensteuern von Bundesregierung, EU und Europäischer Zentralbank (EZB). "Gleichzeitig müssen dringend Konzepte entwickelt werden, um die Dauer und Intensität des Lockdown zu begrenzen ohne die Bekämpfung der Epidemie zu beeinträchtigen“, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest.

Weitere Ökonomen befürchten Rezession von neun Prozent

Der deutschen Wirtschaft droht dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) zufolge in diesem Jahr wegen der Corona-Krise sogar ein Konjunktureinbruch von bis zu neun Prozent. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) falle um 4,5 Prozent, sofern die derzeitige Stresssituation nur bis Ende April andauere und sich dann ab Mai allmählich entspanne, teilte das Institut am Donnerstag mit. 


"Dies wäre ein Rückgang der Wertschöpfung von 150 Milliarden Euro", hieß es dazu. Setzt die Erholung aber erst drei Monate später im August ein, würde das BIP um 8,7 Prozent fallen. "Die Entwicklung in diesem Jahr stellt eine krasse Ausnahmesituation dar", sagte IfW-Konjunkturexperte Stefan Kooths. "Der Einbruch der Börsenkurse und das Zurückfahren von Produktionsprozessen erfolgt viel rasanter als während der durch die Globale Finanzkrise ausgelösten Großen Rezession 2008/2009." 

Allerdings stünden auch die Chancen gut, rascher wieder aus dem Produktionstal herauszukommen, so der Experte "Der extrem starke Einbruch der ZEW-Konjunkturerwartungen war zu erwarten. Für die Konjunktur stehen die Signale auf Rot", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach die Daten. 

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und Reuters

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