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Lufthansa parkt erste Jets auf Landebahn – Flugplan wie 1955

Wegen Corona-Krise  

Lufthansa parkt erste Jets auf Landebahn – Flugplan wie 1955

23.03.2020, 13:50 Uhr | Alexander Sturm, dpa

Lufthansa parkt erste Jets auf Landebahn – Flugplan wie 1955. Stillstand auf Flughafen: Auf der Nordwest-Landebahn in Frankfurt am Main ist Platz für bis zu 40 Jets. Die Lufthansa legt in der Corona-Krise nahezu die gesamte Flotte still. (Quelle: dpa/ Arne Dedert)

Stillstand auf Flughafen: Auf der Nordwest-Landebahn in Frankfurt am Main ist Platz für bis zu 40 Jets. Die Lufthansa legt in der Corona-Krise nahezu die gesamte Flotte still. (Quelle: Arne Dedert/dpa)

Die Corona-Krise hat kuriose Auswirkungen: Weil derzeit kaum noch jemand fliegt, parkt die Lufthansa nun viele Flugzeuge am Frankfurter Flughafen. Der Zustand dort erinnert an eine längst vergangene Zeit. 

Die Lufthansa hat damit begonnen, in der Corona-Krise überflüssige Flugzeuge am Frankfurter Flughafen zur parken. Auf der Landebahn Nordwest, die seit Montag gesperrt ist, stellt die Airline nicht benötigte Jets ab. Zunächst seien acht Flugzeuge geparkt worden, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Ziel sei es, möglichst viele Jets platzsparend quer zu Fahrtrichtung auf der Landebahn unterzubringen. Der Flughafenbetreiber Fraport sprach von einem historischen Prozedere.

Die Lufthansa leidet stark unter der Corona-Pandemie, die den Flugverkehr fast zum Erliegen gebracht hat. Wegen Einreisebeschränkungen in vielen europäischen Ländern, aber auch den USA, fliegen kaum noch Passagiere ab. Rund 700 der 763 Flugzeuge der Lufthansa-Konzernflotte sollen nun über mehrere Flughäfen verteilt am Boden stehen, etwa in Frankfurt, München und Berlin, so der Sprecher.

Nordwest-Landebahn: Platz für bis zu 40 Jets

Laut dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport haben auf der Nordwest-Landebahn maximal 40 kleinere Jets Platz. Die Sperrung einer Landebahn zum Parken von Jets habe es wegen einer Virus-Pandemie in Frankfurt noch nie gegeben, erklärte die Fraport.

Das Stilllegen der teuren Jets ist für Lufthansa sehr aufwendig: Bei einer Airbus A320 fielen dafür 60 Stunden Arbeit an, hieß es. Dabei müssten Flüssigkeiten aus dem Flugzeug herausgenommen und dafür gesorgt werden, dass sich nicht Mikroben im Tank vermehrten und damit den Jet kontaminierten. Triebwerke und Öffnungen würden abgedeckt und Türen abgeklebt, damit keine Feuchtigkeit eindringe. Zudem müssten die Jets einmal pro Woche gelüftet werden – damit es innen nicht gammelt.

Flugplan wie zu einer längst vergangenen Zeit

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte jüngst von einem "Ausnahmezustand" für die Airline wegen der Corona-Krise gesprochen. Der Flugplan für diese Woche sehe genauso aus wie jener von 1955, sagte der Manager. Nur noch rund 50 Flüge pro Tag plus einige Eurowings-Verbindungen seien geplant. Interkontinentalflüge starteten nur noch von Frankfurt und dreimal pro Woche mit der Tochter Swiss ab Zürich.

Um die Fixkosten zu senken, schöpft Lufthansa alle Möglichkeiten aus. Zehntausende Beschäftigte sollen in Kurzarbeit gehen. Ziel sei es aber, möglichst alle 140.000 Beschäftigten weiter zu beschäftigen. Die Aktionäre sollen unterdessen auf die Dividende verzichten.

Auch dem Frankfurter Flughafen macht die Corona-Pandemie zu schaffen. Die Fraport fährt den Betrieb auf ein Minimum herunter und schickt mindestens 18.000 ihrer 22.000 Beschäftigten in Kurzarbeit.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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