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Ifo-Institut: Coronavirus wird Deutschland Hunderte von Milliarden Euro kosten

Berechnungen des Ifo-Instituts  

Coronavirus könnte Deutschland Hunderte Milliarden Euro kosten

23.03.2020, 16:00 Uhr | AFP

Ifo-Institut: Coronavirus wird Deutschland Hunderte von Milliarden Euro kosten. Ein Azubi an einer Werkzeugmaschine: Nach Berechnungen des Ifo-Instituts könnte die Corona-Krise Hunderte Milliarden Euro kosten. (Quelle: imago images/Rupert Oberhäuser)

Ein Azubi an einer Werkzeugmaschine: Nach Berechnungen des Ifo-Instituts könnte die Corona-Krise Hunderte Milliarden Euro kosten. (Quelle: Rupert Oberhäuser/imago images)

Die Ausbreitung des Coronavirus hat massiven Einfluss auf die deutsche Wirtschaft. Forscher gehen von einem Schrumpfen von bis zu 20 Prozentpunkten aus – mit erheblichen Kosten.

Die Corona-Pandemie wird die deutsche Volkswirtschaft nach Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts voraussichtlich Hunderte von Milliarden Euro kosten. Das Virus beschere der Wirtschaft Produktionsausfälle, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit und werde den Staatshaushalt erheblich belasten, erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest am Montag. 

Je nach Szenario schrumpfe die deutsche Wirtschaft um 7,2 bis zu 20,6 Prozentpunkten. Das entspreche Kosten von 255 bis 729 Milliarden Euro. "Die Kosten werden voraussichtlich alles übersteigen, was aus Wirtschaftskrisen oder Naturkatastrophen der letzten Jahrzehnte in Deutschland bekannt ist", sagte Fuest.

Wirtschaft könnte um ein Fünftel schrumpfen

Die Forscher unterstellen in ihren Berechnungen im besten Szenario, dass die Wirtschaftskraft für zwei Monate auf 59,6 Prozent zurückgeht. Danach soll es wieder bergauf gehen: Im dritten Monat erholt sie sich demnach wieder auf 79,8 Prozent und erreicht schließlich im vierten Monat wieder 100 Prozent.

Bei drei Monaten Teilschließung in Deutschland erreichen die Kosten den Berechnungen zufolge bereits 354 bis 729 Milliarden Euro. Für jede Woche Verlängerung rechnen die Münchner Wirtschaftsforscher mit zusätzlichen Kosten zwischen 25 und 57 Milliarden Euro. Dazu kommt ein damit verbundener Wachstumsrückgang um 0,7 bis 1,6 Prozentpunkte.

Knapp zwei Millionen Arbeitsplätze bedroht

Auch am Arbeitsmarkt kommt es durch die Krise zu massiven Verwerfungen, die "die Zustände auf dem Höhepunkt der Finanzkrise in den Schatten" stellen, wie das Ifo-Institut am Montag weiter erklärte. In den betrachteten Szenarien könnten bis zu 1,8 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze abgebaut werden und mehr als sechs Millionen Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen sein.

"Ohne Berücksichtigung der umfangreichen geplanten Bürgschaften und Kredite sowie eventueller europäischer Rettungsschirme werden die öffentlichen Haushalte um bis zu 200 Milliarden Euro belastet", schreiben die Forscher in ihrer Studie. Darüber hinausgehende, indirekte Kosten für die Volkswirtschaft seien in den Berechnungen gar nicht enthalten  beispielsweise "ausbleibende Humankapitalinvestitionen" infolge der Schulschließungen oder psychologische Belastungen durch Ausgangsbeschränkungen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur AFP

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