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Deutsche Industrie fordert Absicherung ihrer Exporte in Corona-Krise

Internationale Lieferketten  

Deutsche Industrie fordert Absicherung der Exporte

24.03.2020, 10:56 Uhr | dpa-AFX

Deutsche Industrie fordert Absicherung ihrer Exporte in Corona-Krise. Ein Containerschiff im Hamburger Hafen: Deutsche Unternehmen haben Angst um ihre Exporte. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Ein Containerschiff im Hamburger Hafen: Deutsche Unternehmen haben Angst um ihre Exporte. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Die Industriekammern haben Angst, dass die Exporte ins Ausland in der Corona-Krise nicht mehr abgesichert werden. Sie warnen vor einem Zusammenbruch der Lieferketten – und fordern Hilfe von der Politik.

In deutschen Unternehmen wächst die Sorge, bei künftigen Exporten auf unbezahlten Rechnungen sitzen zu bleiben. "Immer mehr Unternehmen melden uns, dass sich Kreditversicherer in der Corona-Krise aus der Deckung des internationalen Warenverkehrs zurückziehen", sagte Volker Treier, Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der Deutschen Presse-Agentur. Dabei geht es um die Absicherung künftiger Lieferungen an Kunden.

"Wenn Kreditversicherer den Warenverkehr nicht mehr absichern, dann können die Lieferketten reißen und es kommt zu Produktionsausfällen", warnte Treier. In der Folge könne sich die Liquidität der betroffenen Betriebe verschlechtern.

Exportunternehmen droht Verschuldung

"Das geht unmittelbar auch zulasten der Kreditwürdigkeit der Unternehmen. Insbesondere unsere exportorientierten Unternehmen könnten dann nicht nur in eine Liquiditätskrise rutschen, sondern auch in eine Solvenzkrise." Gemeint ist die Verschuldung der Betriebe: Bei sinkender Kreditwürdigkeit kommen Unternehmen schwerer an Kredite, das kann eine Abwärtsspirale in Gang setzen.

Warenkreditversicherer ersetzen Unternehmen Ausfälle, wenn Kunden die gelieferten Produkte nicht bezahlen können oder wollen. Die Versicherer bewerten individuell die Bonität von Abnehmern im In- und Ausland. Abhängig von der Bewertung können Lieferungen bis zu einem bestimmten Kreditlimit versichert werden.

Deutet die Prüfung auf drohende Zahlungsprobleme hin, kann das Limit reduziert oder aufgehoben werden. Unternehmen, die schon vor der Krise Probleme hatten, dürften durch die Ausbreitung des Virus und die Maßnahmen zu dessen Bekämpfung zusätzlich unter Druck geraten.

Exportwirtschaft fordert staatliche Hilfe

Mit staatlichen Exportkreditgarantien, sogenannten Hermes-Bürgschaften, kann zudem der Bund Geschäfte von Exporteuren gegen einen wirtschaftlich und politisch bedingten Forderungsausfall absichern. Der Bund übernimmt damit zu einem großen Teil das Risiko eines Zahlungsausfalls.

Treier forderte eine zeitweilige staatliche Absicherung von Forderungen betroffener exportorientierter Unternehmen sowie "eine Ausdehnung der staatlichen Kreditversicherung auf bisher marktfähige Länder, insbesondere die der Europäischen Union und der OECD, im internationalen Warenverkehr."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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