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VW: Kurzarbeit für rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland

Nach Werksschließungen  

Kurzarbeit für rund 80.000 VW-Beschäftigte in Deutschland

24.03.2020, 19:00 Uhr | dpa

VW: Kurzarbeit für rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland . Volkswagen-Mitarbeiter schraubt an Karosserie: Der Konzern schickt über 80.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit.  (Quelle: dpa/Christophe Gateau)

Volkswagen-Mitarbeiter schraubt an Karosserie: Der Konzern schickt über 80.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. (Quelle: Christophe Gateau/dpa)

Dass es wegen der Werksschließungen so kommen würde, war absehbar. Jetzt hat Volkswagen Kurzarbeit für Zehntausende Angestellte angezeigt. Auch der Bertelsmann-Konzern schickt Mitarbeiter nach Hause.

Bei Volkswagen sollen wegen der Lieferprobleme und Absatzeinbrüche in der Corona-Krise rund 80.000 Beschäftigte in Deutschland in Kurzarbeit gehen. Dies verlautete am Dienstag aus Konzernkreisen. Das Unternehmen hat die deutschen und europäischen Werke sowie weitere Standorte in Amerika und Russland derzeit vorübergehend geschlossen oder plant dies in Kürze.

Als Grund für die beantragte Kurzarbeit hatten die Wolfsburger bereits in der vergangenen Woche die beträchtlichen Arbeitsausfälle in der Produktion sowie in den angrenzenden Bereichen genannt.

Die für die Kernmarke VW Pkw und die Komponentenwerke angezeigte Kurzarbeit soll zunächst bis zum 3. April gelten. Danach müsse man weitersehen, hieß es – vorerst hat der Autohersteller seine Fabriken an den meisten Orten für zwei Wochen heruntergefahren. Auch mehrere andere Konzernmarken lassen ihre Fertigung ruhen. Bei MAN in München oder beispielsweise bei Audi in Ingolstadt und Neckarsulm gibt es ebenfalls Kurzarbeit, das Gleiche ist bei Porsche beantragt.

Abfederung durch Abbau von Überstunden

Volkswagen will die Situation zunächst durch die Arbeitszeitkonten der Beschäftigten möglichst weit abfedern – etwa über den Abbau von Überstunden oder über schon geplante Abwesenheiten. Wo nötig, wurde darüber hinaus Kurzarbeit bei den örtlich zuständigen Niederlassungen der Bundesagentur für Arbeit beantragt.

Die wachsende Ansteckungsgefahr in den Fabriken und die drastischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie hatten das Unternehmen in der vorigen Woche zur Unterbrechung der Produktion gezwungen. In Deutschland gilt dies für den Stammsitz Wolfsburg, die Standorte Emden, Hannover, Osnabrück, Zwickau, Dresden und die Komponentenwerke Braunschweig, Salzgitter, Kassel, Chemnitz sowie die Sitztechnik-Sparte Sitech.

Auch Werke im Ausland betroffen

In Spanien ist Pamplona, in Portugal Palmela betroffen. Im slowakischen Bratislava, wo die großen SUVs VW Touareg, Audi Q7/Q8 und Porsche Cayenne sowie die Kleinwagen VW Up, Skoda Citigo und Seat Mii entstehen, wird schon seit dem vergangenen Dienstag nicht mehr gearbeitet. In Russland ruht die Produktion ab der kommenden Woche.

In Chattanooga (USA) werden die Bänder für zunächst eine Woche angehalten. In Argentinien und Brasilien wird derzeit ebenfalls nicht mehr gearbeitet, in Mexiko soll ab dem 30. März pausiert werden. Schließungen gibt es auch bei Audi, Porsche, Skoda, den leichten VW-Nutzfahrzeugen, MAN und Scania.

Volkswagen prüft derzeit, übergangsweise einige medizintechnische Teile etwa für Beatmungsgeräte herzustellen, an denen es in vielen Kliniken angesichts der möglichen Überfüllung von Intensivstationen mit Covid-19-Patienten mangelt. In China gibt es zudem Pläne, Medizintechnik zu kaufen und anschließend dem Gesundheitswesen zur Verfügung zu stellen.

Auch Bertelsmann-Konzern schickt Mitarbeiter nach Hause

Zum Instrument der Kurzarbeit greifen neben VW auch weitere Firmen – zum Beispiel der Bertelsmann-Konzern. Nach einem guten Geschäftsjahr 2019 sieht sich das Unternehmen trotz Coronavirus-Krise zwar gut gerüstet für das laufende Jahr. Bertelsmann sei sehr liquide und habe eine gute Bonität, sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2019 in Gütersloh.

Dennoch spürt das Medien-, Dienstleistungs- und Bildungsunternehmen mit weltweit mehr als 126.000 Mitarbeitern erste Effekte durch die Coronavirus-Krise. Nicht flächendeckend, aber vereinzelt gebe es Kurzarbeit, sagte Rabe. Als Beispiel nannte er spezielle Bereiche bei den Dienstleistungsgeschäften. "Bei Arvato zum Beispiel in dem einen oder anderen Dienstleistungsgeschäft setzen wir Kurzarbeit ein und werden das auch fortsetzen."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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