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Ifo-Exporterwartungen: Corona-Krise sorgt für schlechte Aussichten am Arbeitsmarkt

Exporte und Verbraucher  

Corona-Krise sorgt für schlechte Aussichten am Arbeitsmarkt

26.03.2020, 12:54 Uhr | fls, dpa, rtr

Ifo-Exporterwartungen: Corona-Krise sorgt für schlechte Aussichten am Arbeitsmarkt. Der Hamburger Hafen: Die Exporteure rechnen mit weniger Aufträgen – die Zahl der Container dürfte sinken. (Quelle: dpa/Axel Heimken)

Der Hamburger Hafen: Die Exporteure rechnen mit weniger Aufträgen – die Zahl der Container dürfte sinken. (Quelle: Axel Heimken/dpa)

Die Corona-Krise schlägt immer stärker auf die Stimmung in der deutschen Wirtschaft durch. Neue Erhebungen zeigen: Verbraucher, Exporteure und Arbeitsmarktexperten sehen für die nahe Zukunft schwarz.

Düstere Aussichten für die deutsche Wirtschaft: Gleich drei wichtige Konjunktur- und Stimmungsbarometer zeigen, wie schlecht die Erwartungen für die kommenden Wochen und Monate sind.

Neben dem aktuellen Index über die Exporterwartungen vom Münchner Ifo-Institut hat die auch die Gesellschaft für Konusmforschung (GfK) neue Zahlen zum Konsumklima in Deutschland vorgelegt. Zudem hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sein aktuelles Arbeitsmarktbarometer präsentiert. t-online.de fasst die wichtigsten Zahlen und Ergebnisse zusammen.

  • Exporterwartungen: Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich laut einer Umfrage des Ifo-Instituts rapide verschlechtert. Der Index für die Exporterwartungen sei im März um 18,7 Punkte auf minus 19,8 Punkte gefallen, teilte das Forschungsinstitut am mit.

    Ifo-Präsident Clemens Fuest zufolge ist dies der stärkste Rückgang seit der Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Mai 2009. "Die Corona-Pandemie bremst den weltweiten Handel aus. Die länderübergreifende Logistik wird schwieriger", sagte Fuest. "Deutschland als Exportnation ist besonders davon betroffen."
  • Konsumklima: Pessimistisch sind auch die deutschen Verbraucher, wie eine Erhebung der GfK ergab. Die Corona-Krise hat die Verbraucherstimmung demnach auf den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise einbrechen lassen. In seinem monatlich ermittelten Konsumklimaindex prognostizierten die Nürnberger Marktforscher für April einen Rückgang um 5,6 Punkte auf 2,7 Zähler.

    Nur im Mai 2009 auf dem Höhepunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise lag der Index mit 2,6 Punkten niedriger. "Ein so starker Rückgang ist seit Beginn der Erstellung des Konsumbarometers 1994 beispiellos", sagte GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl.

    Mit Mundschutz an der Kasse: Die Verbraucherstimmung ist auf dem niedrigsten Wert seit der Finanzkrise. (Quelle: dpa/Tom Weller)Mit Mundschutz an der Kasse: Die Verbraucherstimmung ist auf dem niedrigsten Wert seit der Finanzkrise. (Quelle: Tom Weller/dpa)

    Um diesem Einbruch gerecht zu werden, zog die GfK auch ihre Konsumprognose für das laufende Jahr zurück. Statt mit einem Prozent Wachstum im Konsum müssten sich Handel, Hersteller und Dienstleister nun auf eine Rezession einstellen. "Wie schwer diese ausfällt, wird davon abhängen, wann die Wirtschaft wieder in eine Art Normalität zurückfindet", sagte Bürkl.

    Auch die drohende Kurzarbeit und steigende Arbeitslosenzahlen schlagen inzwischen auch voll auf die eigene Einkommenserwartung durch. Dieser GfK-Indikator fiel um 13,4 Zähler auf nun 27,8 Punkte, dem niedrigsten Wert seit sieben Jahren. "Die Angst vor dem Jobverlust hat stark zugenommen", sagte Bürkl.
  • Arbeitsmarkt: Ersten Prognosen zufolge schicken deutsche Betriebe wegen der Corona-Krise mehr als zwei Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Dass die Corona-Krise für steigende Arbeitslosigkeit sorgen wird, erwarten auch die 156 regionalen Arbeitsagenturen, wie eine aktuelle Umfrage des IAB belegt. "Schon vor Monatsmitte erwarteten die Arbeitsagenturen deutlich steigende Arbeitslosigkeit", sagte IAB-Analysechef Enzo Weber am Donnerstag. 

    Alles, was Sie über Kurzarbeitergeld wissen müssen, lesen Sie hier.

    "Innerhalb kürzester Zeit setzte die Corona-Krise den starken Arbeitsmarkt in Deutschland massiv unter Druck." Vor allem in der Leiharbeit erwarteten die Arbeitsagenturen deutliche Rückgänge. Insgesamt fiel das IAB-Arbeitsmarktbarometer im März um 1,5 Punkte gegenüber dem Vormonat auf 100,4 Punkte. Laut IAB ist das der stärkste Rückgang binnen eines Monats seit Bestehen des Indikators. 

In der vergangenen Woche hatten mehrere weitere Wirtschaftsforschungsinstitute Prognosen zu den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise veröffentlicht. Übereinstimmend gehen sie inzwischen von einer Rezession, also einem Schrumpfen der Wirtschaft, aus.

Die Spanne der Prognosen zum Wachstum des deutschen Bruttoinlandprodukts im laufenden Jahr 2020 reicht von minus 0,1 bis minus 9 Prozent, abhängig vom weltweiten Verlauf der Pandemie in den kommenden Monaten. Mehrheitlich rechnen die Wirtschaftsforscher jedoch auch mit einem schnellen Aufschwung nach dem Ende der Krise.

Verwendete Quellen:
  • Pressemitteilung Ifo
  • Pressemitteilung IAB
  • Nachrichtenagenturen dpa, Reuters
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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