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Corona-Krise: Deichmann verteidigt Aussetzung von Mietzahlungen

Nach massiver Kritik  

Deichmann verteidigt Aussetzung von Mietzahlungen

30.03.2020, 17:12 Uhr | mak, dpa-AFX, AFP

Corona-Krise: Deichmann verteidigt Aussetzung von Mietzahlungen. Eine geschlossene Deichmann-Filiale: Der Schuhhändler verteidigt die Aussetzung von Mietzahlungen. (Quelle: dpa/Bernd Thissen)

Eine geschlossene Deichmann-Filiale: Der Schuhhändler verteidigt die Aussetzung von Mietzahlungen. (Quelle: Bernd Thissen/dpa)

Der Schuhhändler Deichmann hält daran fest, seine Mietzahlungen auszusetzen. So sollen Arbeitsplätze geschützt werden. Wenn Vermieter Probleme bekämen, zahle der Konzern die Mieten jedoch weiter.

Deutschlands größter Schuhhändler Deichmann hat seine Entscheidung verteidigt, die Mietzahlung für seine 1.500 Filialen in Deutschland vorläufig zu stoppen. "Wir haben nie gesagt, dass wir keine Mieten mehr zahlen. Wir haben unsere Vermieter gebeten, unsere Mieten zu stunden", sagte der Konzernchef und Eigentümer Heinrich Deichmann am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Viele Politiker hatten jüngst kritisiert, dass Unternehmen wie Adidas, Deichmann oder H&M ihre Mietzahlungen aussetzen wollen. So hatte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) gesagt: "Wenn jetzt finanzstarke Unternehmen einfach ihre Mieten nicht mehr zahlen, ist dies unanständig und nicht akzeptabel."

Deichmann erwartet Zugeständnisse der Vermieter

"Falls ein Vermieter nicht in der Lage ist, eine Stundung wirtschaftlich zu verkraften, werden wir ihm helfen, und dann werden wir auch die Miete zahlen", sagte Deichmann. Das Unternehmen befinde sich derzeit in Gesprächen mit den Betroffenen.

Der Unternehmer ließ allerdings auch keinen Zweifel daran, dass er angesichts der staatlich angeordneten Ladenschließungen Zugeständnisse der Vermieter erwartet. "Wir werden die Vermieter bitten, einen Teil der Mietschäden zu übernehmen", sagte er.

Deichmann betonte, der Schuhhändler sei zwar grundsätzlich finanziell solide aufgestellt. Doch auch für ihn sei die Coronavirus-Krise eine Herausforderung. "Wir sind in 30 Ländern tätig. In 28 Ländern sind unsere Geschäfte geschlossen, und wir können überhaupt nicht absehen, wann diese Schließungen enden. Deshalb müssen wir versuchen, unsere Mitarbeiter und ihre Arbeitsplätze zu schützen."

Adidas will private Mieter weiter bezahlen

Der Online-Shop des Schuhhändlers verzeichne zwar leichte Umsatzzuwächse, doch könne dies die Umsatzeinbußen durch die Schließung der Läden nicht wettmachen. Denn der Anteil der Online-Umsätze bewege sich bei Deichmann lediglich im einstelligen Bereich.


Ob Deichmann einen Antrag auf Staatshilfe stellen müsse, hänge davon ab, wie lange die Krise anhalte. "Wenn wir am 20. April unsere Läden wieder öffnen können, wird das nicht notwendig sein. Aber wenn die Läden jetzt drei Monate geschlossen bleiben sollten, müssten wir auch darüber nachdenken", sagte Deichmann.

Adidas-Chef Kasper Rorsted hatte sich bereits am Wochenende in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" um Schadensbegrenzung bemüht. Es gehe dem Unternehmen nicht darum, die Miete für den April nicht zu bezahlen, sondern lediglich um eine Stundung, sagte er. Adidas versicherte, zumindest privaten Vermietern seiner Filialen ungeachtet der Schließungen unverändert die Miete zu zahlen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP

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