Sie sind hier: Home > Finanzen > Corona-Krise >

Deutsche Städte fürchten hohe Kosten der Corona-Krise

Forsa-Umfrage  

Städte und Gemeinden fürchten hohe Kosten der Corona-Krise

30.03.2020, 19:37 Uhr
Deutsche Städte fürchten hohe Kosten der Corona-Krise. Menschenleerer Marienplatz in München: 30 Prozent der deutschen Bürgermeister fürchten einen finanziellen Schaden durch die Corona-Krise. (Quelle: imago images/Ralph Peters)

Menschenleerer Marienplatz in München: 30 Prozent der deutschen Bürgermeister fürchten einen finanziellen Schaden durch die Corona-Krise. (Quelle: Ralph Peters/imago images)

Deutschlands Kommunen fürchten schlimme Folgen der Corona-Krise: Unter anderem sorgen sie sich vor dem Ausbleiben von Steuereinnahmen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund fordert nun einen kommunalen Rettungsschirm.

Jede dritte Kommune in Deutschland befürchtet wegen der Corona-Krise langfristig große Einbußen bei Steuereinnahmen. Das zeigt eine Forsa-Umfrage unter Bürgermeistern im Auftrag der Zeitschrift "Kommunal", die eng mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund zusammenarbeitet.

30 Prozent der Gemeinden und Städte haben zudem Angst vor einem allgemeinen finanziellen Schaden aufgrund der Krise. Rund ein Fünftel der insgesamt 2.309 befragten Bürgermeister befürchten dauerhafte Schließungen von Geschäften aufgrund von Insolvenzen. "Das Veröden der Innenstädte durch das Sterben weiterer Geschäfte und Kneipen wird absehbar weiter zunehmen", sagte Kommunal-Chefredakteur Christian Erhardt auf t-online.de-Anfrage.

Zwei Drittel der Kommunen wünschen sich deshalb von Bund und Ländern "klare Anweisungen und Vorlagen zur Umsetzung der Beschlüsse", wie aus der Umfrage hervorgeht. Die Hälfte der befragten Städte will "mehr finanzielle Unterstützung", ein knappes Drittel wünscht sich "einen besseren Informationsfluss".



Auch Uwe Lübking, Beigeordneter beim Deutschen Städte- und Gemeindebund, sieht, dass die Gemeinden vor Herausforderungen stehen: "Einerseits müssen sie das kommunale Leben aufrechterhalten." Dazu zähle die Wasser- und Energieversorgung, die Müllabfuhr oder die städtische Feuerwehr. "Andererseits fehlt ihnen massiv Geld." Vor allem viele Einnahmen aus der Gewerbesteuer fielen weg, so Lübking. "Gleichzeitig müssen die Kommunen aber auch Kulturstätten unterhalten."

Lübking fordert deshalb Hilfe vom Bund: "Die Kommunen brauchen jetzt Unterstützung." Er schlägt einen Rettungsschirm für Kommunen vor – analog zum milliardenschweren Rettungsschirm, den der Bundestag für Unternehmen beschlossen hatte.

Kommunen seien gut auf Virus-Pandemie vorbereitet

Dass die Gemeinden Unterstützung von der Politik benötigten, habe aber nichts damit zu tun, dass viele keine Epidemie-Notfallplänen besäßen, sagte Lübking mit Blick auf ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Demnach gaben 75 Prozent der befragten Bürgermeister an, keine Notfallpläne für eine Epidemie zu haben. Lediglich 20 Prozent besaßen einen solchen Krisen-Plan.

"Diese Zahlen sind irreführend", so Lübking. Der Grund: "Es ist rechtlich nicht verpflichtend, dass Städte einen solchen Plan aufstellen." Verpflichtend sei das nur für Kreise und kreisfreie Städte – diese hätten auch solche Pläne, versichert Lübking. Viele Städte würden sich auf die Kreise verlassen und könnten dies auch. "Die Kreise haben wir nicht befragt", sagte Erhardt. Insofern hätte die Frage nach Epidemie-Notfallplänen womöglich nicht die größte Aussagekraft.

"Die Gemeinden sind gut vorbereitet", sagte Lübking. Sie hätten bereits 2015, als viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, eine tolle Arbeit geleistet. "Auch dieses Mal machen sie einen guten Job."

Verwendete Quellen:
  • Forsa-Umfrage im Auftrag von Kommunal
  • Gespräch mit Christian Erhardt
  • Gespräch mit Uwe Lübking
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal