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Corona-Krise: Flugverkehr in Frankfurt auf Bruchteil reduziert

Piloten haben Pause  

Flugverkehr in Frankfurt auf Bruchteil reduziert

31.03.2020, 10:04 Uhr | top, dpa

Corona-Krise: Flugverkehr in Frankfurt auf Bruchteil reduziert. Piloten haben derzeit Pause: Die Lufthansa hat in der Corona-Krise nicht benötigte Jets auf dem Frankfurter Flughafen geparkt. (Quelle: dpa/Uli Deck)

Piloten haben derzeit Pause: Die Lufthansa hat in der Corona-Krise nicht benötigte Jets auf dem Frankfurter Flughafen geparkt. (Quelle: Uli Deck/dpa)

Die Corona-Pandemie sorgt für leere Himmel: Der Verkehr am Frankfurter Flughafen nimmt immer stärker ab, weil Airlines den Betrieb zurückfahren. Wie werden die Fluggesellschaften die Krise überwinden? 

Der Verkehr am Frankfurter Flughafen kommt wegen der Coronavirus-Pandemie immer stärker zum Erliegen. In der vergangenen Woche sei die Passagierzahl im Vergleich zum Vorjahr um 91 Prozent auf knapp 119.000 gesunken, teilte der Flughafenbetreiber Fraport am Dienstag in Frankfurt mit. Das waren noch mal deutlich weniger als noch in der vorangegangenen Woche, als noch etwas mehr als 331.000 Passagiere abgefertigt wurden.

Die Zahl der Flugbewegungen sackte vom 23. bis 29. März im Vergleich zum Vorjahr um 81 Prozent ab auf 1.836. In der zwölften Kalenderwoche gab es noch mehr als doppelt so viele Flugbewegungen. Relativ stabil im Wochenvergleich war dagegen das Frachtvolumen mit etwas mehr als 33.000 (Vorwoche: 36.591) Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das aber auch einen Rückgang um etwas mehr als ein Viertel.

Der Frachtverkehr stelle wichtige Lieferketten sicher, hieß es in der Mitteilung. Es gebe hohe Nachfrage nach zusätzlichen Kapazitäten. Die Abfertigung von Cargo-Flugzeugen sei daher von den Krisen-Maßnahmen nicht beeinträchtigt. So seien Teilbereiche der Anlagen in den Terminals 1 und 2 temporär außer Betrieb gesetzt und ein Großteil der Mitarbeiter wurde in Kurzarbeit geschickt.

Easyjet und Lufthansa stellen Flugbetrieb ein

Der britische Billigflieger Easyjet hat wegen der Reisebeschränkungen zur Bekämpfung des Coronavirus den Flugbetrieb eingestellt. Derzeit sei unklar, wann die über 300 Maschinen wieder abheben können, teilte Easyjet am Montag mit.

Um die Auswirkungen auf die Bilanz möglichst gering zu halten, würden Kosten reduziert. Zudem wurde mit der Gewerkschaft eine Art Urlaubsregelung für das Kabinenpersonal getroffen, die ab 1. April für zwei Monate gilt. In der Zeit erhält die Besatzung 80 Prozent ihres Durchschnittslohns.

Zuvor hatten zahlreiche Airlines den Betrieb zurückgefahren. So hat etwa auch die Lufthansa wegen der Coronakrise ihren Flugbetrieb laut Konzernchef Carsten Spohr auf weniger als fünf Prozent reduziert. Etwa 700 der rund 760 Lufthansa-Maschinen sind am Boden. 31.000 Beschäftigten der Kernmarke Lufthansa gehen bis Ende August in Kurzarbeit. 

Fraport will Krise ohne Staatshilfe bewältigen

Fraport-Chef Stefan Schulte will die Corona-Krise nach Möglichkeit ohne staatliche Unterstützung bewältigen. "Wir wollen ohne Staatshilfe auskommen. Mit den eingeleiteten Sparmaßnahmen gehen wir heute davon aus, das zu schaffen", hatte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vergangenen Freitag gesagt. Fraport habe ein Liquiditätspolster von mehr als einer Milliarde Euro, das noch aufgestockt werde.

Gleichwohl will Fraport nicht alle krisenbedingten Zusatzkosten allein tragen. "Es wird darüber zu sprechen sein, wer die Kosten dafür trägt, dass wir eine Grundversorgung im Interesse Deutschlands aufrechterhalten", sagte Schulte. Betriebswirtschaftlich wäre es bei den wenigen Flügen - darunter Frachtflüge mit Warenlieferungen – angemessener, den Flughafen zu schließen. "Aber wir bleiben geöffnet, das ist unser Versprechen aus Frankfurt."

"Es wird weniger Fluggesellschaften geben"

Fraport stellt sich wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf eine längere Phase mit weniger Flugverkehr ein. "2020 werden wir insgesamt mit starken Verkehrsrückgängen abschließen, selbst wenn es im Sommer wieder Zuwächse gegenüber dem jetzigen Niveau gibt. Auch 2021 werden wir wohl nicht 100 Prozent des früheren Verkehrs erreichen", sagte der Fraport-Chef.

Die Krise werde die Luftfahrt verändern. "Es wird weniger Fluggesellschaften geben. Die werden höher verschuldet sein, einige verstaatlicht", meinte Schulte. Da weniger Airlines weniger Verbindungen bedienten, wirke sich das auch auf Flughäfen aus. "Für einige Flughäfen – vor allem kleine oder mittelgroße – wird es dann schwieriger, ihren Bestand zu rechtfertigen."

Die Aktie des Flughafenbetreibers gehört im Corona-Crash zu den größten Verlierern unter den deutschen Standardwerten. Der Kurs der im MDax notierten Aktie konnte sich zwar im Vergleich zum Krisentief um rund ein Drittel erholen, liegt aktuell aber mit rund 37 Euro immer noch knapp die Hälfte unter dem Niveau vor dem Start des Crashs. Das Unternehmen, an dem das Land Hessen mit 31 Prozent, die Stadt Frankfurt mit 20 Prozent und der Großkunde Lufthansa mit acht Prozent beteiligt ist, kommt damit nur noch auf einen Börsenwert von 3,4 Milliarden Euro.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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